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9 (1846) Ligny bis Mösien
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Loggia

Logier

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kungen über die Sprache des Dichters Herausgaben (Lpz. 1759), die dann Ramler mit Än-derungen nochmals herausgab (2 Bde., Lpz. >791). Die erste Ausgabe ist in Lessing's„Werken" (herausgegeben von Lachmann, Bd. 5) wiederholt. Unter der großen Anzahlvon L.'s Epigrammen ist sehr Vieles kaum mittelgut, Anderes mehr Spruchgedicht alsEpigramm; doch finden sich darunter auch viele treffliche und treffende, echte Epigramme,besonders von echt vaterländischer Gesinnung belebt. Vers und Sprache sind ganz nach L.'sVorbild, Opitz, gestaltet. Vgl. W.Müller's „Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrh."(Bd. 6) und Hoffmann's von Fallersleben „Politische Gedichte aus der deutschen Vor-zeit" (Lpz. 184.7).Ein Sohn des Epigrammatikers, Balthasar Fri e d r. von L., geb.I «15, gest. 1792, war ebenfalls Dichter, und wird als Gönnerund Freund anderer Dich-ter gerühmt. — Georg von L., gest. > 573, gehört zu den besten lat. Dichtern seincrZeit.

Loggia, d. i. Halle, hat in der ital. Baukunst mehre Bedeutungen. Zunächst bezeich-net es eine von mehren Seiten freistehende, offene Bogenhalle, wie z. B. die Loggia de'Lanzi in Florenz, die Loggia de' Banchi in Genua u. s. w. Ferner versteht man daruntereinen Bogengang längs der Seite eines Gebäudes, so am Vatican, der die von Rafaelmit Gemälden geschmückten Logen besitzt. Dann führt diesen Namen das große, aus meh-ren Abtheilungen bestehende mittlere Prachtfenster im Hauptstockwerk eines Gebäudes,wie solche besonders an den altvenetian. Palästen mit Vorliebe behandelt zu sein pfle-gen. Endlich heißt auch so die kleine luftige, meist auf allen Seiten freie Halle auf demDache eines Gebäudes.

Logier (Joh. Beruh.), bekannt durch seine Lehrmethode der Musik, wurde in einerfranz. Nefugie'familie 1789 zu Kaiserslautern in der Pfalz geboren und erhielt den erstenmusikalischen Unterricht durch seinen Vater, einen tüchtigen Geiger und Orgelspieler.Nach seiner Ältern Tode wollte ihn sein Vormund einer andern Bestimmung zuführen,allein der junge Künstler entfloh zu einem Oheim nach Marburg und wurde von einemEngländer, der ihn in einem Concerte hörte, 1895 mit nach England genommen und vondiesem mehre Jahre hindurch gleich einem Sohne behandelt. Wie früher auf der Flöte, sobildete er sich in England auf dem Pianoforte aus. Hierauf wurde er in dem Musikchoreeines Regiments im nördlichen Irland angestellt, für welches er Mehres componirte. Ne-benbei beschäftigte er sich mit Musikunterricht, was ihn auf die Vereinfachung und Rege-lung führte, die seinem Systeme zu Grunde liegt. Nach beendigtem Kriege wurde er Or-ganist an der westporter Kirche. Bei dem Unterricht seiner Tochter, deren unfügsameHände allen seinen Bemühungen zu trotzen schienen, kam er auf die Erfindung des Chiro-plast (s. Handleiter), der so wesentliche Dienste leistete, daß nach sechs Monaten dieTochter den Vater an der Orgel vertreten konnte. L. ließ sich sodann in Dublin nieder, umsein Lehrsystem öffentlich einzuführen, wozu er durch Vorlesungen und durch ein Patent aufseinen Chiroplast bereits vorgewirkt hatte. Er nahm eine Anzahl Schüler an, die noch garkeinen Unterricht genossen, und stellte nach drei Monaten eine Prüfung mit ihnen an, die so gutausfiel, daß von nah und fern Lehrer sich bei ihm ciusanden, sein System kennen zu lernen,nach welchem nun in Liverpool, Manchester, Glasgow und >816 auch in London durchSam. Webbe, der sich nebst Kalkbrenner mit L. vereinigte, Akademien eingerichtet würden.Im I. 1822 folgte L. einer Einladung der preuß. Regierung nach Berlin, errichtete hierebenfalls eine Akademie und erhielt den Auftrag, eine Anzahl Lehrer in seinem Systemezu unterrichten, um dasselbe in dem preuß. Staate zu verbreiten. Drei Jahre darauf kehrteer nach London zurück. Seine Lehrmethode geht hauptsächlich dahin, mehre Schüler gleichzei-tig im Clavierspiel zu unterrichten, womit zugleich Harmonielehre verbunden wird. Wie nunfür jenes im Chiroplast, so hatte er auch für letztere in einem gewissen schematischen Ver-fahren entsprechende ähnliche mechanische Unterstützungsmittel gefunden. Daß diese Mit-tel vorzugsweise für die Elementar- und mechanische Bildung von Werth seien, bei einsei-tiger Anwendung aber mehr Dressur als wahre Bildung zuwege bringen müssen, ist ge-wiß; ebenso gewiß aber ist, daß durch dieselben die mechanische Ausbildung erleichtert undabgekürzt und Zeit und Mühe für die höhere Ausbildung gespart wird. Jedenfalls bleibtihm das Verdienst, zu Förderung der Methodik durch Vereinfachung und systematische