Druckschrift 
9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
Seite
52
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S2 Loccum Locke

hohem Grade verdient. Eine Auswahl seiner Oden, Elegien und Briefe gab K.Winaricky(Prag 1832) heraus. Vgl.Cornova,Der große Böhme, Bohuslaw L."(Prag >808).Wenzel Eusebius, Fürst von L., war als einflußreicber, vielgeltender Minister KaiserLcopold's I. bekannt. Obgleich sein unmittelbarer Vorgänger Fürst Auersberg > 668 alsdes Einverständnisses mit Frankreich verdächtig aus seinem Amte entlassen wurde, so zeigtedoch auch er im Lause seiner Ministerherrschaft sehr bald politische Sympathien für Lud-wig XIV. und namentlich, vielleicht im Bewußtsein der Schwäche des Kaisers und der hüls-losen Schwerfälligkeit des deutschen Reichs,. Abneigung gegen jeden ernsten kriegerischenZusammenstoß mit Frankreich. Da er sich durch rücksichtslose Freimüthigkeit und kühnenWitz und Spott viele Feinde am Hofe gemacht, ja die Kaiserin selbst beleidigt hatte, so be-nutzte man seine beharrliche Weigerung, sich in den Krieg derHolländer, welche LudwigXlV.angegriffen hatte, zu mischen, um ihn bei dem Kaiser als einen im stanz. Solde stehendenVerräther zu verdächtigen. Er wurde >673 auf sein Gut Raudnitz verwiesen, wo er am2 - 1 . Apr. >677 starb. Georg Christian, Fürst von L., gcb. >762, wurde früh-zeitig Generalgouverneur in Siebenbürgen und focht glücklich gegen die Türken. Mit we-niger Glück führte er zu Anfänge des östr. Erbfolgekriegs in Oberöstreich und Böhmenden Oberbefehl, doch siegte er später bei Braunau und schloß Belle-Jsle in Prag ein. Be-kannt ist sein Benehmen in der Schlacht bei Sorr im zweiten schles. Kriege, wo er imAugenblicke der um sich greifenden Muthlosigkeit den Fliehenden sich entgegenwarf unddrei Hauptleute, die fliehend sich retten wollten, niederstieß. Er erhielt später ein Kom-mando in Italien und starb l 753 zu Wien. August Longin, Fürst von L., geb.am 15. März 1797, widmete sich, unter der Leitung des damaligen böhm. Oberstburggra-fen Kolowrat, dem Staatsdienste und wurde, nachdem er seine Tüchtigkeit in mehren Stel-lungen als Beamter in Böhmen bewährt hatte, Gouverneur des Königreichs Galizien.Als solcher erwarb er sich durch seine milde und kluge Administration, besonders zur Zeitder einbrechcnden Cholera und des poln. Kriegs, um diese Provinz große Verdienste. Daindeß die Diplomatie an der Humanität L.'s, mit welcher er die nach Galizien geflüchte-ten Polen behandelte, Anstoß nahm, so wurde er 1832 aus Galizien abgerufen. Hieraufwurde er einige Zeit bei der Hofkammer verwendet, dann zum Hofkanzler der politischenHosstelle ernannt, und nach der Pensionirung des Finanzministers Grafen Knebelsbcrg,als man aus dem technischen Ressort des Finanzministeriums, dem Münz- undBergweseneine selbständige, eigene Hofstelle gebildet hatte, ihm die Präsidentschaft derselben über-tragen. In dieser Stellung wirkte er vielfach segensreich, indem er nicht nur den in einzel-nen Zweigen so sehr vernachlässigten Bergbau zu heben wußte, sondern auch das technischeAusmünzungsverfahrcn zweckmäßiger regelte. Ihm verdankt auch das neue herrlicheMünzgebäude in Wien mit seinen trefflichen Maschinerien seine musterhafte Einrichtung.Er starb zu Wien am 17. März >842.

Loccum, ein protestantisches Stift im hannov. Fürstenthum Kalenberg, früher einKloster, besteht aus dem Marktflecken Wiedensahl mit 760 E. und drei Dörfern, darunterLoccum mit 1306 E., einer Gelehrtenschule, die im Besitz einer schönen Bibliothek ist.Der Abt von L. ist der erste Prälat auf dem kalenberg. Provinziallandtage und Mitgliedder ersten Kammer der Stände des Königreichs. Vgl. Weidemann,Geschichte des Klo-sters L.", fortgesetzt und herausgegeben von Köster (Gött. 1822, 4.).

Locke (John), einer der scharfsinnigsten brit. Denker, geb. am 29. Aug. 1 632 zuWrington in der Grafschaft Somerset, studirte seit 1651 zu Oxford, wo er aber statt derscholastischen Philosophie, welche damals dort gelehrt wurde, sich mit dem Studium derKlassiker beschäftigte, bis Descartes' Werke ihm ein neues Licht in der Philosophie eröffne-ten. Die Schwäche seiner Gesundheit nöthigte ihn, das eifrig betriebene Studium derMe-dicin, zu welchem ihn Bacon's empirische Methode veranlaßt hatte, aufzugeben. Nachdemer mehre Reisen gemacht hatte, übernahm er die Erziehung des nachmaligen Grafen Shaf-tesbury. Durch ihn, der in der Folge Großkanzlcr von England wurde, erhielt er einenansehnlichen Posten, den er aber verlor, als jener 1673 in Ungnade fiel. Seiner Gesund-heit wegen begab er sich 1677 nach Montpellier und von da nach Paris, wo man ihn mitgroßer Auszeichnung aufnahm. Hier vollendete er seinen cvncerumg llumsu uu-