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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
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Löben LobkowiH 51

romanisch-german. Staatsvcrhältnisse, wie sie sich im ersten Jahrhundert nach der Entste-hung des großen Frankenrcichs entwickelten, aus einem eigenthümlichen Gesichtspunkte.

Löben (Otto Heinr., Graf von), als Schriftsteller unter dem Namen JsidorusOrientalis bekannt, geb. am 18. Äug. >786 zu Dresden, wo sein Vater Cabinetsmini-ster war, zeigte früh sichtbare poetische Anlage und Neigung. Durch gründlichen häusli.liehen Unterricht und durch den Besuch der Universität zu Wittenberg, seit 1804, haupt-sächlich nach klassischen Mustern ausgcbildet, hielt er sich seit 1807 abwechselnd in Heidel-berg, wo er einen Kreis gleichgesinnter Freunde fand, in Wien, Berlin und Nennhausenbei Fouque auf. Den Freiheitskrieg machte er mit als Lieutenant im Banner sächs. Frei-williger. Nach dem Frieden lebte er in Dresden bis zu seinem Tode, am 3. Apr. 1825,dem seit einem 1822 erlittenen Schlaganfall lange Leiden vorangingen. Seinem erstenWerke, dem RomanGuido" (1808), folgten dieBlätter aus de« Reisebüchlein einesandächtigen Pilgers" (Manh. 1808);Gedichte" (Berl. 1810);Arkadion, ein Schä-fer- und Ritterroman" (2 Bde., Berl. >811 >2);Lotosblätterfragmente" (2 Bde.,Bamb. >817);Nitterehr und Minnedienst" (Berl. 1819);Die Jrrsale Klotar's undder Gräfin Sigismunde" (Altenb. 1821);Erzählungen" (2 Bde., Dresd. 1822);DerPilger und die Pfalzgräfin, ein Ritterlied" (Heidelb. 1825) u. s. w. Ein entschiedenerAnhänger der romantischen Dichterschule, theilen seine Schriften deren Mängel und Vor-züge. Lehtere zeigen sich namentlich in seinen lyrischen Gedichten und in einer wohllauten-den, bilderreichen Sprache; weniger befriedigen Inhalt und Anlage seiner phantastischenErzählungen.

Lobenstein, die Hauptstadt der Herrschaft und des Fürstenthums gleiches Namens,früher die Residenz der erloschenen Linie Neuß-Lobenstcin, an der Lemnitz, gehört jetzt un-ter die Linie Ncuß-Ebersdorf. (S. R euß.) Sie hat ein fürstliches Schloß mit Garten,eine alte Burg und gegen 3400 E., die sich zum Theil mit Leinwcberei beschäftigen.

LobköwiH, ein altes böhm. Geschlecht, angeblich aus dem 9. Jahrh., benannt nachdem von ihm im kaurzimer Kreise erbauten Schlote Lobkowitz, theilte sich >4-10 in diePeter-Popelsche und die Hassensteinische Linie ab, welche letztere zu Anfängedes >7. Jahrh. erlosch. Die erstere spaltete sich unter den Enkeln des Stifters wieder indie jüngere Linie zuBilin, welche 1722 ausstarb, und in die ältere Linie zu Chlu-netz, deren Gründer Wladislawl. war. Der Sohn des Letzter«, Wladislaw li., erhielt vomKaiser Maximilian 11. die unmittelbare Reichsherrschaft Neustadt an der Waldnab imNordgau, die später > 641 unter dem Namen Sternstein zur gefürsteten Grafschaft erhoben,1807 aber an Baiern verkauft wurde. Wladislaw's II. Sohn, Zdenko Adalbert, erhielt >624die Neichsfürstenwürde und sein Sohn Wenzel Eusebius >653 wegen Sternstein Sitz undStimme im Reichsfürstenrathe. Das >646 vom Kaiser Ferdinand III. erkaufte Herzog-thum Sagan in Schlesien wurde >786 an den Herzog Peter Biron von Kurland veräußert,dagegen die Majoratsherrschaft Raudnitz im rakonitzer Kreise in Böhmen vom Kaiser Jo-seph II. zum Herzogthum erhoben. Durch die Enkel des erwähnten Wenzel Eusebius, Phi-lipp und Georg, theilte sich das Geschlecht wieder in eine ältere und eine jüng e re Linie,die noch bestehen und beide, außer der Fürstenwürde, den Titel eines Herzogs von Raudnitzführen. Die ältere Linie besitzt Raudnitz, Chlumetz, Bilin, Liebshausen mit der Som-merresiden; Eisenberg, etwa 38 mM. mit 90000 E. und 450000 Fl. Einkünfte; die jün-gere zu Marzin residirende Drhowel, Sedlitz, Tschischew, Melnick u. s. w., etwa 10 mM.mit 30000 E. und I500K0 Fs. Einkünfte. Das gegenwärtige Oberhaupt der alternLinie ist der Fürst Ferd in an d, Obersterblandschatzmeister in Böhmen, geb. 1797; dasder jünger» der Fürst Georg Franz, geb. 1835, der 1842 unter Vormundschaft sei-nem Vater Aug. Longin folgte.

Die Familie zeichnete sich bis zur Schlacht am Weißen Berge ebenso durch feurigeVerteidigung der alten Verfassung und Freiheit Böhmens wie nachher durch unwandel-bare Anhänglichkeit an das Kaiserhaus aus. Historisch merkwürdige Mitglieder derselbensind: Bohuslaw L., aus der Linie Hassenstein, geb. >462,gest. >510. Er war einer dergelehrtesten Männer seiner Zeit und machte sich um die böhm. Literatur und Cultur io

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