-18 Lloyd Lobau
unter dem Namen R. Nelleto (das Anagramm von Llorcnte), ein wichtiger Beitrag zurAufklärung der Katastrophe in Spanien von 1808; und seine „Selbstbivgraphie" (Par.1818 ). Auch gab er mehre gedruckte und ungedruckte Werke des Las Casar in franz.Übersetzung heraus (Par. 1822).
Lloyd (Henri), ein berühmter Parteigänger und Taktiker, geb. 1729 in der engl.Erafschaft.Wales, wo sein Vater Landprediger war, trat sehr jung in brit. Militairdienste,nahm aber dann, da er sich keine Offizierstelle kaufen konnte, seine Entlassung und wurdeFührer der Sohne des Herzogs von Drummond. Als Freiwilliger wohnte er mit ihnen17-15 der Schlacht bei Fontenoi bei; dann ,machte er mit ihnen eine Reise durch Deutsch-land. Nach einem längern Aufenthalte in Ostreich, wo ihm seine taktischen Kenntnisse undsein militairischer Blick bald Gönner erwarben, wurde er Adjutant des Generals Lascy.Er machte einen Theil des Siebenjährigen Kriegs mit und stieg bis zum Oberstlieutenant.Händel, die er sich durch seinen rauhen Charakter zuzog, hinderten seine weitere Beförde-rung; er verließ die östr. Dienste und trat, trotz seiner Erklärung, dem Könige von Preu-ßen nicht dienen zu wollen, unter die Fahnen dieses Monarchen und wurde Generaladju-tant des Herzogs von Braunschweig. Nach dem Hubertusburger Frieden nahm er seinenAbschied und erhielt dann mehre geheime diplomatische Sendungen. An der VerbindungKönig Georg's Hl. mit einer Mecklenburg. Prinzessin hatte er großen Antheil und erhieltdafür eine jährliche Pension von 500 Pf. St. Als später der Krieg zwischen Rußland undder Pforte ausbrach, begab er sich nach Petersburg, wo ihm Katharina II. ein Commandoübertrug. Insbesondere zeichnete er sich bei der Belagerung von Silistria im Z. >774 aus.Plötzlich aber verließ er die russ. Dienste, da man, wie cs sehr wahrscheinlich ist, der zwei-deutigen politischen Rolle, welche er sein ganzes Leben hindurch spielte, auf die Spur kam.Er trieb sich nun wieder wie früher umher und besuchte Italien, Spanien und Portugal.In Gibraltar gab er dem Commandanten Elliot(s. d.) Nathschläge zur Vertheidigungdieses Platzes, deren Benutzung demselben so großen Ruhm erwarb. Hierauf beschäftigteer sich in England mit Ausarbeitung seiner Memoiren, die ihm jedoch von dem Ministe-rium im Manuscript um ziemlich hohen Preis abgekauft wurden. Kurz darauf verließ ersein Vaterland von neuem und lebte nun als Privatmann bei Huy an der Maas. Hierstarb er am 19. Juni 1783, und sogleich erschien, wie man sagt, ein engl. Commissair, der,unter dem Vorwände einer Schuldsoderung, seine sämmtlichen Papiere in Beschlag nahm,unter denen sich ein völlig ausgearbeiteter und höchst durchdachter Plan zu einer Landungfremder Truppen in England befand. Dennoch ist dieses Werk (1798) gleich einigen an-dern von ihm später in Druck erschienen. Seine unvollendete „Geschichte des Siebenjähri-gen Kriegs" (2Bde., Lond. 1781) diente Tempelhoff als Grundlage seines größer» Werksund wurde auch von Jomini in dem „Irsitö ries grancles Operation« militaires" benutzt.
Lloyd's Kaffeehaus, im Börsengebäude zu London, wurde sehr bald der Ver-sammlungsort der vornehmsten Kaufleute, Versicherer und Versicherungsmäkler. Der leb-hafte Verkehr und die Anstalten zur Unterstützung desselben machten später eine Theilungder Zimmer nöthig. Nur einige derselben sind dem Publicum geöffnet und dienen, wie ur-sprünglich, als Kaffeehaus, zu den andern aber haben nur die Abonnenten Zutritt. Da-selbst findet man alle in engl. Sprache in Amerika, Afrika, Asien und Australien erschei-nende Zeitungen, von den europäischen aber nur die aus Gibraltar und Malta. Die ge-nauesten Listen über Ankunft und Abgang von Schiffen in allen Theilen der Welt werdendaselbst gehalten; auch wird eine Classification aller engl. Schiffe zum Behuf der Versiche-rung fortwährend geführt, nach welcher man sich in allen engl. Häfen in und außer Europarichtet. Die Gesellschaft hat Agenten in allen nur einigermaßen bedeutenden Häfen, welcheihr von jedem den Handel und die Schiffahrt betreffenden Ereignisse im Bereiche ihresWirkungskreises Mittheilung machen, die sofort angeschlagen und, sofern sie wichtig ist,durch die „lloz-ck's list" veröffentlicht wird.
Lobau (Georges Mouton, Graf von), Marschall von Frankreich, wurde am 21.Febr. 1770 zu Pfalzburg in Lothringen geboren. Eigentlich für den Handelsstand be-stimmt, trat er 1792 in ein Bataillon Freiwilliger, bei welchem er durch riesenhafte Gestaltund unerschütterlichen Muth Aufsehen erregte. Noch in demselben Jahre wurde er Lieute->
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