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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
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46 Livorno Livree

1812, -1.); Lachman»,Oe sontibn8 bistarisrum D. Oivü" (2 Abth., Gott. 182228,4.) und Söltl,Titus L. in seiner Geschichte" (Münch. 1832).

Livorno, die erste Handelsstadt Italiens, im Gebiete von Pisa des GroßherzogthumsToscana, am Mittelländischen Meere, in einerniedrigen, durch Kunst trocken gelegtenGegend, hat etwa '/«Stunden im Umfange und wird zum Theilvon Kanälen durchschnitten,auf denen die Maaren bis zu den Magazinen gelangen können, weshalb man es auch Neu-Venedig nennt. Die Straßen sind gerade und gutgepflastert, aber enge und durch die hohenHäuser dunkel. Die schönste Straße ist die Strada Ferdinand«, welche, die kolossalePiazza d'Armi. durchschneidend, sich mitten durch die Stadt bis zum Hafen zieht. DieHäuser sind von Stein gebaut; doch fehlt es, da die Blüte der Stadt erst aus neuerer Zeitdatirt, den großherzoglichen Palast ausgenommen, an Palästen, wie man sie in andernital. Städten findet. Zwischen der Stadt und den sie umgebenden Vorstädten ist einschöner langer Spaziergang, gli Sparti genannt; der beliebteste Spaziergang aber istdie Ardcnza an der Meeresküste. Der Hafen, die Darsena, ist nicht groß, aber sicher, dieRhede sehr geräumig. Sie wird durch zwei festeThürme, aufFelsenklippen im Meere, unddurch ein altes Castell geschützt und hat auch einen Lcuchtthurm. Um den Hafen zieht sichein gemauerter Molo von 600 Schritt Länge. Auf dem Platze vor dem Hafen steht diekolossale Marmorstatue des Großherzogs Ferdinand's 1. Den Hafen und die Rhede, wo diemeisten Schiffe liegen, verbindet eine Brücke Die Stadt hat außer ihren sieben Pfarr-kirchen auch protestantische, griech. und armenische Bekhäuser, eine Synagoge und eineMoschee, sowie mehre Theater, ein Arsenal und außerhalb der Stadt eine vortrefflicheQuarantaineanstalt mit drei Lazarethen. Die Zahl derBewohner beläuft sich auf 80000,darunter 4500 Juden, die im Besitze großer Freiheiten sind, aber in einem besondcrnQuartier wohnen, ferner Griechen, Armenier und Türken. Die Stadt ist der Sitz einesBischofs und besitzt zahlreiche wissenschaftliche und gemeinnützigeAnstalten. Sie hat großeSalz-, Tabacks- und schön cingerichtete Ölmagazlne,Korallenfabrlken,Rosoglisbrennereien,Gerbereien, Färbereien, Papier- uud Tabackfabriken. Die Korallenfabriken allein liefernjährlich für mehr als 400000 Fl. Maaren. Der Handel, der besonders stark nach derLevante geht, ist meist in den Händen der Ausländer, namentlich der Engländer; die Ar-menier und Juden machen die Mäkler. Jährlich wird der Hafen von mehr als 6000 Schiffenbesucht und den Werth der jährlichen Ein- und Ausfuhr schätzt man auf 35 Mill. Thlr.Auch derCommissions-,Speditions- und Wechselhandel ist sehr wichtig. Mit gutem Trink-waffer wird die Stadt von Pisa aus versehen, wohin zu diesem Behufe täglich kleine Schiffegehen. L. war gegen Ende des I3.Jahrh. noch ein offener Flecken; erst seit der Zerstörungdes Hafens von Pisa sing es an sich zu heben, besonders nachdem es 1421 an Floren; ge-kommen. Aleffandro von Medici befestigte die Stadt und baute eine Citadelle; Cosmo I.erklärte den Hafen für einen Freihafen. Seitdem hob sich die Stadt mehr und mehr, bissie unter dem Großherzog Ferdinand I. zu Anfänge des I7.Jahrh. sich zur bedeutendenStadt emporschwang und nach und nach zu großem Wohlstand gelangte, der nur im Rc-volutionskriege und 1804 durch das Gelbe Fieber vorübergehend gestört wurde. In derNähe der Stadt liegt der Monte Nero, ein reizender Hügel mit mehren Villen und einemKapuünerkloster, dessen reich geschmückte Kirche ein berühmter Wallfahrtsort ist.

Livre (likrs FsIIlcs), eine franz. Ncchnungsmünzc, welche ihren Ursprung aus denResten röm. Gebräuche herleitct, die aus den altgallischen in der Karolinger Gesetze über-gingen. Dir llbra ßallica berechnete man zu2vsoli»!i, eine Rechnung, die auch für Deutsch,land Geltung hatte, welches später statt der 20 solicki 20 Schillinge berechnete. In demneuern stanz. Münzwesen ist diese Berechnung beibehalten, und es gehen auf die Livre20 Sous, wie in Italien 20 Soldi auf den Lire. Nicht zu verwechseln mit dieser librs.gallics. ist der Livre, welchen der Herzog von Orleans als Regent von Frankreich unterLudwig XV. ausprägen ließ, eine Kupfermünze von der Größe eines Guldens, welche beider damals herrschenden Geldnoth für einen Livre ausgegeben wurde.

Livree wurde in Frankreich zunächst die Kleidung genannt, welche der König beigroßen Hoflagern seiner Dienerschaft, sowie der der Königin und der Prinzen unentgeltlich