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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
Seite
45
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Livius Andronicus Livins (Titus) 45

Vom Lande, wohin er tief beleidigt gegangen war, rief man ihn zurück, um ihm für dasI. 207 das Consulat zu übertragen, das er mit Widerstreben annahm, aber zum Woyldes Staats führte, indem erdenHasdrubal, der seinem Bruder Hannibal zu Hülfe kam, amMctaurus mit seinem College« C. Claudius Nero vereinigt besiegte. Als er mit demselbenim 1.20 t Censor war, brach nicht nur die frühere Feindschaft zwischen Beiden aus, sodaßsiedie censorischen Strafen gegeneinander anwendcten, sondern L. versetzte auch, um den frü-her erlittenen Schimpf zu rächen, alle Tribus der röm. Bürger, mit Ausnahme einer ein-zigen, die nicht für seine Verurtheilung gestimmt hatte, in den Strafzustand der Ärarier.Sein Freigelassener war Livius Andronicus (s. d.).

Livius Andronicus, der Vater der dramatischen und epischen Poesie unter denRömern, ein geborener Grieche, wahrscheinlich aus Tarent, und später Freigelassener desM. Livius Salinator, dessen Kinder er unterrichtet haben soll, lebte in der Mitte des3. Jahrh. v. Chr. und verfaßte nach griech. Mustern in einer noch ziemlich rauhen und un-gebildeten Sprache und in dem altrüm. saturninischen Versmaße außer einer Übersetzungder Odyssee und andern epischen Dichtungen namentlich eine große Anzahl von Trauer-spielen, welche in Nom auf die Bühne gebracht wurden. Die Bruchstücke, die wir noch be-sitzen, sind zuletzt von Bothc in denDoetus sceniei lat." (Vd. 5, Halberst. > 823) gesam-melt und von Düntzer (Köln 1835) besonders herausgegcben worden. Vgl. Osann,DoDivii ^nilronici ritii" in den-^nuiectn critien" (Bcrl. 1810) und Döllen,De vitulävü^tlroinci" (Dorp. 1838).

Livius (Titus), einer der vorzüglichsten röm. Geschichtschreiber, gcb. zu Padua imI. 50 v. Chr., kam unter Augustus, dessen beständigen Schuhes er sich später erfreute,nach Nom, und kehrte nach dem Tode desselben wieder in seine Vaterstadt zurück, wo er imI. >8 n.Chr.starb und noch im.Jahrh. ein prachtvolles Denkmal erhielt. Ein bleibendesund schöneres Denkmal aber setzte er sich selbst durch seine röm. Geschichte, die, auf Sagenund ältere Schriftsteller, wie Fabius Pictor u. A., gegründet, den Zeitraum von der An-kunft des Äncas in Italien bis zum I. 10 v. Chr. umfaßt und deren Ausarbeitung chnüber 20 Jahre beschäftigte. Dieses Gcschichtswerk ist mit vragmatischerKunst und in einervollendeten rednerischen Form geschrieben, obgleich Asinius Pollio nach dem ZeugnisseQuinctilians eine gewisse Patavinität, d.h. sprachliche Eigcnthümlichkeiten des Geburtsortesdes L-, darin entdecken wollte. Es bestand ursprünglich aus > 42 Büchern, die man späterwieder nach Dekaden, d. h. Abteilungen von zehn Büchern, bezcichnete, von denen abernur im Ganzen 35 Bücher, nämlich die zehn ersten und das 21. 45., sich erhalten haben,während von den übrigen Büchern nur kurze Jnhaltsanzcigcn oder Auszüge, die sogenannten/rrguinoiitu" oderlPitomue", vorhanden sind, die man dem Florus (s. d.) zuschrcibtund die in neuerer Zeit von Freinsheim (s d.) zur Verfertigung seiner Ergänzungenoder8»i>i>>ementn" benutzt worden sind. Die Bemühungen der später« Gelehrten, dasWerk des L. in seiner Vollständigkeit hcrzustellen, sind nur zum Theil von Erfolg gewesen,da bis jetzt nur die fünf letzten Bücher aus einer Handschrift der Bibliothek des KlostersLorsch bei Worms durch Sam. Grnnäus (Bas. 1531) und in neuester Zeit Stücke von cinzel-nenBüchern, namentlich das 33.Buch aus einer bambcrgerHandschrift, zuletzt von Kreyssig(Meiß. >830), bekannt gemacht worden sind. Nach der ersten Ausgabe (Rom 1400, Fol.)wurde» die Werke des L. am besten bearbeitet von I. F. Gronov (3 Bde., Leyd. >645 undAmst. >070), Clericus (10 Bde., Amst. >710), Drakenborch (7 Bde., Amst. und Utr.1730>6,4; wieder abgedruckt, 15 Bde., Stuttg. l 82028) und zuletzt von Alschefski(Bd. I3, Berl. >841 fg.). Unter den Handausgaben nennen wir die mit einemii»m IH,im" versehene Ausgabe von A. W. Erncsii (5 Bde., Lpz. 1700; zuletzt ver-bessert vonKrey.ssig, Lpz. > 82327), die von Stroth und Döring (7 Bde., Gotha 1700>813), von Nuperti (7 Bde., Gott. 18070), von Baumgarten-Crusius (3 Bde., Lpz.182520), von Raschig, mit I. Bckker's Textreccnsion (3 Bde., Berl. 182030), unddie kleinere Ausgabe von Alschefski (4 Bde., Verl. 184243). Gute deutsche Über-setzungen besitzen wir von Konr.Heusingcr (5 Bde., Braunschw. 1821) und Örtel (8 Bde-,3. Aust., Stuttg. 1844). Vgl. Kruse,De llcie Divü recte aestimsncju" (2 Abth-, Lpz-