42 Liverpool (Charl. Jenkinso», Graf von)
hier befindlichen Waarcnspeichcr haben zum Thcil >2—13 Stockwerke. Auf den Werftenarbeiten in der Regel gegen 3000 Zimmcrleute; die größteThätigkeit aber herrscht hier zurKriegszcit, da in L. die meisten Kaperschiffe ausgerüstet werden. Neben l 3 anglikanischenKirchen hat sie eine schot. Kirche, drei Kapellen für Dissenters, vier für Methodisten, zweifür Anabaptisten, drei katholische, eine Quäkerkapellc und eine Synagoge. Die ansehnlich-sten Gebäude sind das Stadthaus mit einer prächtigen, durch korinth. Säulen gezierten Fa-cade, über welcher sich eine kühne, leichte Kuppel erhebt; die Börse, ein drei Stockwerk ho-hes, drei Seiten eines Vierecks bildendes Gebäude, vor welchem ein dem Lord Nelson er-richtetes Denkmal steht; der prächtige Verkaufsbazar, welcher einen Flächeninhalt von12300 lüEllen hat, mit Gas erleuchtet und durch > 16 eiserne Pfeiler in fünf Gänge abge-theilt wird, und die St.-Georgskirche, deren Dach, Fenster, Thüren, Pfeiler, Galerie undEmporkirche ganz aus Gußeisen sind. Unter den vielen literarischen Anstalten sind zu nen-nen das 1109 eröffnete Athenäum, ein schönes, drei Stock hohes Haus, wo man alle engl.Zeitschriften und eine Bibliothek findet; das Lyceum, eine ähnliche Anstalt, ebenfalls miteiner Bibliothek; der berühmte botanische Garten, den man für den schönsten und reichstenin England hält; das königliche Institut, wo die schönen und die mathematischen Wissen,schäften gelehrt werden, und viele gelehrte Vereine. Auch gibt es in L. eine treffliche Blin-dennnterrichtsanstalt, ein gut eingerichtetes Krankenhaus mit einer bcsondern großen Ab-theilung für Seeinvaliden und deren Frauen und Kinder, mehre Armenhäuser und anderewohlthätige Anstalten. L. war 1594 ein Ort von 130 Häusern; im J. 1100 zählte es5000 E-, 1130 schon 12000, 1160 bereits 26000, 1110 gegen 56000, und 1811—21stieg die Einwohnerzahl auf 132000. Auch in neuester Zeit noch schreitet die Bevölkerungin gleichem Maße wie früher fort, nur daß dieselbe sich jetzt mehr über die benachbartenDörfer verbreitet und diese zu großen Flecken anschwellt. Ein volles Fünftel der Bevölke-rung wohnt in engen, dunkeln und feuchten Kellern, deren es 1862 in der Stadt gibt, oderin den 2210 Höfen (courts), welche kleine Plätze sind, die, nach allen vier Seiten zuge-baut, nur einen schmalen, meist überwölbten Zugang haben. Der Verkehr in dem Hafenvon L. hat sich zwischen 1818—33 vervierfacht.
Liverpool (Charl. Zenkinson, Baron Hawkesbury, Graf von), ein brit.Staatsmann, geb. am 10. Mai 1121 in der Grafschaft Oxford, der Sohn des Oberst Zen-kinson, studirte auf der Universität zu Oxford, machte sich zeitig als Dichter und Publicistbekannt und erhielt bei Lord Bute, dem Günstlinge Georg's III., die Stelle eines Privat-secrctairs. Da er als ein brauchbares Talent das Vertrauen Bute's erwarb, so erhob ihn der-selbe nach dem Eintritt ins Ministerium 1161 zum Unterstaatssecretair. Zugleich trat Zen-kinson für den Flecken Cockermouth ins Parlament, wo er mit lebhafter Beredsamkeit diePolitik seines Gönners vertheidigte. Er wurde hierauf Schatzmeister der Artillerie, dannSecretair des Schatzes, legte aber dieses Amt nieder, als 1165 an Grenville's StelleRockingham die Leitung der Geschäfte übernahm. Als das wirksamste und gefürchtctsteMitglied der Camarilla, welche den König umgab, mußte er fortan den Haß und den Spottder patriotischen Partei erdulden. Unter der Verwaltung Grafton's wurde er 1166 wiederSchatzsecretair, 1161 Lord der Admiralität und H12 unter dem Ministerium North Vice-schatzmeister von Irland. Seinem geheimen Einfluß schrieb man ganz besonders das Ver-fahren und den Krieg gegen die nordamerikan. Colonien bei, und 1118 übernahm er auchdas Departement des Kriegs, das er unter heftigen Debatten bis 1182, wo sich das Cabi-net auflöste, behielt. Unter der Verwaltung Pitt's wurde er Kanzler des HerzvgthumsLancaster, 1186 Baron Hawkesbury und Präsident des Handelsraths, 1196 aber Grafvon L. Kränklichkeit halber mußte er 1801 sein Amt niederlegen. Er starb am I I. Dec.1808. Unter Anderm gab er eine Sammlung der Friedensverträge von 1638—1183heraus (3 Bde., Lond. 1185). — Sein Sohn, Rob. Banks Zenkinson, GrafvonL,, geb. am 1. Juni 1110, war gleich dem Vater durch Talent und Kenntnisse ausgezeich-net. Nachdem er seine Studien zu Oxsord vollendet, ging er auf Reisen und wohnte inFrankreich den ersten Ereignissen der Revolution bei. Nach der Rückkehr kam er 1191 insUnterhaus und zeigte sich hier als gemäßigter Tory und Anhänger der Regierung. Im Z.1796 wurde er Geh. Rath und Mitglied des Handelsraths. Als solcher vertheidigte er mit