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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
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Lintprand Liverpool 41

Handlungen heißt Liturgik, eine Wissenschaft, welche ebenso viel Geschmack als Sinnfür Religion und Kcnntniß des menschlichen Herzens voraussetzt. (S. Gottesdienst.)

Liutprand oder Liudpr and, einer der wichtigsten Quellcnschriststcller für die deut-sche Geschichte, ein Italiener, geb.um »22, bildete sich am Hofe König Hugo's und trat nachdessen Vertreibung im I. 945 in die Dienste seines Nachfolgers Berengar, in dessen Auf-träge er als Gesandter nach Konstantinopel ging, bei dem er aber doch um 955 in Ungnadefiel, worauf er sich nach Deutschland wendete. Hier lebte er in Frankfurt am Main, bis er96 l dem Kaiser Otto I. aus seinem Zuge nach Italien folgte. Er wurde hierauf Bischof vonCremona und war 965 auf der großen Synode zu Rom. Am bekanntesten wurde er indeßdurch seine abermalige Gesandtschaft an den Hof zu Konstantinopel im I. 968 im Auf-trageKaiserOtto's I., die den Zweck hatte, dem Kaiser den Besitz von Unteritalicn zu sichernund dessen Sohn mit Theophania, der Tochter des Kaisers Nicephorus, zu vermählen, abererfolglos blieb. Er starb um 979. SeineXntsporiosis, i. e. retributio" in sechs Büchern,die er theils in Italien, theils zu Frankfurt schrieb, reicht vom I. 886 bis 948, abgesehenvon dem von Einigen für unecht gehaltenen Anhänge. Nächstdcm schrieb erDe rebus^estis Ottonis Nugni undDe legatione constsntinopolitans". Einige andereihm bcigelegte Schriften scheinen unecht. Er schöpfte seine Nachrichten aus eigener An- -schaumig und den Berichten von Augenzeugen. Obschon seine Glaubwürdigkeit wiederholtin Zweifel gezogen worden ist, so muß man ihm doch in Beziehung auf seine Nachrichtenüber deutsche Angelegenheiten das Lob der Treue und Zuverlässigkeitzugestehen; wenigeraber kann man dies in Betreff seiner Mittheilungen über Italien. Sein Stil ist lebendig,die Sprache incorrect. Seine geschichtlichen Werke wurden zugleich mit dcm Widukind vonFrecht (Bas. >532), dann von I. Neuber in den8criptores rerum xerm." (Ers. >584;neue Ausl., >726, Fol.); der Gesandtschaftsbericht zuerst von P. Canisius (Jngolst. 169?,4.) und zuletzt von Hase als Anhang in seiner Ausgabe des Leo Dlakonus (Bonn >828)herausgcgeben. Die neueste und beste Ausgabe seiner sämmtlichcn echten Werke besorgtePertz in den , Monuments 6ermsome iristorics" (Bd. 3, Hannov. 1839, Fol.). Vgl.Köpke,1)e vits et scripti» Imitprsndi" (Berl. >842).

Livadien heißt jetzt nach der Stadt Livadia oder Lebadca, im alten Böotien am Fußedes Helikon, das alte Hellas (s. d.) oder Mittelgriechcnland. Es wird begrenzt im Nor-den von Thessalien und Epirus, im Süden vom Meerbusen von Korinth und Ägina, imOsten vom Ägeischen und im Westen vom Jonischen Meere, umfaßt die alten LandschaftenAttika, Megaris, Böotien, Phocis, Lokris, Doris, Ätolien und Akarnanien und bildet jetztden nördlichen, continentalcn Theil des Königreichs Grie che nland (s. d.).

Liverpool, nach London die größte brit. Handelsstadt, der Bevölkerung nach diedritte Stadt in England, in der Grafschaft Lancaster, am Ausflusse des schiffbaren Merscyin das Irländische Meer, hat 223999 E., die vorzüglich mit Handel, namentlich inBaum-wolle, wovon jährlich an >9 Mist. Ballen umgesetzt werden, ferner mit Schiffahrt, aberauch mitGewerben aller Art, Tabacksspinnen, Zuckersicden, Bierbraucn, Eiscngießen u. s. w.sich beschäftigen. Mit allen wichtigen Häfen Großbritanniens, sowie mit Amerika, Ost- undWestindien und Brasilien ist L. durch Dampf- und Packetbootsverkehr, mit den großenFabrikstädten des Inlandes durch Kanäle oder Eisenbahnen in Verbindung gebracht. NachManchester, dessen Hafen es gleichsam bildet, führt eine höchst kunstreiche Eisenbahn, dieauf hohen Dämmen durch tiefe Moräste und Thälcr und mittels eines 6799 Schritt lan-gen, mit Gas erleuchteten Tunnels unter der Stadt weg zum Hafen sich zieht. Manrechnet, daß die Stadt den zwölften Theil der Schiffahrt Großbritanniens, den vierten Theildes auswärtigen Handels, die Hälfte des Handels von London und fünfAchtel des afrikan.Handels von Großbritannien besitzt. Sie hat > 7 Dampfboote und mehr als > 099 eigeneSchiffe und jährlich laufen über >2999 Schiffe in den Hasen ein. Amphitheatralisch liegtsic an einen Hügel gebaut in einer Landschaft, die mit niedlichen Landhäusern geschmücktist; der schönste Stadttheil ist der östliche, mit dem Wallgarken auf dem Normt pieassnt,einem der besuchtesten Spaziergänge, von welchem aus man die Stadt selbst, den Hafenund die Landhäuser übersehen kann. Der Hasen mit 25 Docks, von welchen der Princes-,Clarence- und Wellington-Docks die schönsten sind, ist ein Meisterstück der Kunst, und die