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den Studien zurückkehrte. Die damals in der Blüte sichende Naturphilosophie beschäftigteihn eine geraume Zeit, bis er endlich die Hoffnung anfgab, auf diesem Wege zu einem fördern-den Resultate zu gelangen. Er hatte sich der Reihe nach in der Nechtsgelehrsamkeit, derArzneikunde und selbst der Theologie versucht, ohne jedoch an einem dieser Fächer bleiben-des Behagen finden zu können. Im I. 1863 wurde er Erzieher der beiden jun-gen Grafen Nenard in Schlesien. Seit dieser Zeit widmete er sich ganz der schönen Litera-tur und später der Mathematik und Astronomie, mit welchen beiden Wissenschaften er sichblos als Autodidakt bekannt gemacht hatte. Er erhielt 1807 die Professur der Astronomiean der Universität zn Krakau, 1869 dieselbe an der Universität zu Kasan und hierauf auchdie Mitgliedschaft der Akademie zu Petersburg. Nachdem er 1816 aus Rußland zurück-gekehrt, wurde er zunächst Direktor der neuen Sternwarte bei Ofen in Ungarn, und 1817Director der wiener Universitäkssternwarte, um die er sich bei der ihm eigenen Thätigkeitdie größten Verdienste erwarb. Seine Vorlesungen zeigten ihn in seiner ganzen Eigcn-thümlichkeit. Der Schule längst entwachsene Männer, söwie Ausländer zogen alljährlichnach Wien, um seinen angenehmen, faßlichen Vorträgen bcizuwohnen. Die seltene Gabeseines trefflichen Vortrages kam ihm auch bei den Versammlungen deutscher Naturforscherin Hamburg, Breslau, Jena, Bonn und Wien sehr zu statten, wo er in seinen Redenzeigte, wie sehr er es verstand, der Führer eines Vereins selbst solcher Männer zu werden.Neben mehren auswärtigen Rufen, die er ablehnte, und vielen andern Auszeichnungen,wurde er 1837 in den östr. Adel erhoben, und in demselben Jahre Director der Kaiscr-Ferdinands-Nordbahn- Er starb am 36. Nov. > 846. Ihm gebührt der Ruhm eines lie-benswürdigen, durch und durch ehrenhaften Charakters. Die Leichtigkeit und treffliche Be-handlung, mit der er das Schwierigste darzustcllen vermochte, und der schöne, echtdeutscheStil erinnern an die großen Muster, Euler und Lessing, denen er in dieser Beziehung nach-strebte. Ihm gebührt die Ehre der Erfindung der dialytischen Fernröhre. An Fruchtbarkeithat er als mathematischer Schriftsteller wenige seines Gleichen. Seine vorzüglichstenSchriften sind „Über Multiplicationskreise" (Prag 1826); „Theoretische und praktischeAstronomie" (3 Bde., Wien 1821—27); „Höhenmessungcn durch Barometer" (Wien1821); „AnalytischeGeometrie" (Wien 1823; lat., Wien 1828); „Populaire Astronomie"(2 Bde., Wien 1825; ital., Bologna 1846); „Elemente der Algebra und Geometrie"(Wien 1827); „Kalendariographie" (Wien >828); „Lebensrentcn und Witweupensionen"(Wien 1826); „Dioptrik" (Wien 1830); „Vergleichung der Maße, Gewichte und Mün-zen" (Wien 1832); „Wahrscheinlichkeitsrechnung" (Wien 1833); „Chorographie" (Wien1833); „DieDoppelsterne"(Wien >835); „ÜberKometen" (Wien 1834; 2. Aust., 1835);„Geschichte der Entdeckung der allgemeinen Gravitation" (Wien 1835); „GesammteMathematik" (Wien 1838); „Nebelmassen des Himmels" (Wien 1837); „Gnomik"(Wien 1838); „Atlas des gestirnten Himmels" (Stuttg. 1839; 2. Aust., 1841); „Ge-schichte der inductiven Wissenschaften" (3 Bde., Stuttg. 1846—42); „Kalender für alleStände" (Wien 1831—42); „Die Wunder des Himmels" (Stuttg. 1842), sein populär-stes Werk, und die „Annalen der Sternwarte zu Wien" (26 Bde., Wien 1821 —41, Fol.).— Sein ältester Sohn, Karl Ludw. Edler vo n L., war ihm seit 1831 als Adjunct zurSeite gestellt und übernahm nach des Vaters Tode die Direktion der Sternwarte.
Liturg hieß bei den Griechen Derjenige, der ein öffentliches Amt übernahm und ausseine Kosten verwaltete. Von den Prytan een (s. d.) ging das Wort in die Tempel überund später brauchte man es ausschließend im kirchlichen Sinne, daher man mit Liturgiedie Formen und die Ordnung des öffentlichen Gottesdienstes in der christlichen Kirche be-zeichnet. Im engern Sinne nennt man auch solche Bücher und Formulare Liturgien,welche daS bei dem öffentlichen Gottesdienste zu befolgende Ritual enthalten. Die Liturgieder griech. Kirche folgt dem sogenannten Kanon des heil. Chrysostomus; die der röm.-katho-lischen Kirche ist grüßtentheils das Werk Gregor's 1- (s.d.), der sie in seinem Mcßkanoufestsetzte. Die Reformation hatte in der protestantischen Kirche auch eine neue Liturgie zurFolge, die derAuordnung des katholischen Meßritus entsprach und größtentheils die deutscheSprache cinführte; doch hat sich dieselbe vielfach geändert durch neueingeführte Kirchen-agenden (s. d.). Die Wissenschaft der zweckmäßigen Einrichtung der gottesdienstlichen