Lithurgik Littrow 39
hervortreten, auseinanderweichen und so eine Art Zange mit drei Fangen darstellen. Inner-halb dieser Röhre ist wieder ein Bohrer verborgen, der ziemlich beweglich sein muß. Hierzukommen noch verschiedene weniger wesentliche Apparate, welche durch Fixirung des In-strumentes und Angabe der Beschaffenheit des Steines der Operation mehr Sicherheitgeben. Diese selbst wird nun, abgesehen von den Vorbereitungen, als Gewöhnung derHarnröhre an die Aufnahme dieses etwas umfangreichen Instrumentes, Einspritzungenin die Blase u. s. w., auf die Art bewerkstelligt, daß man die Röhre, in welcher die beidenandern Jnstrumcntstücke verborgen liegen, durch die Harnröhre bis in die Blase und anden Stein führt, hierauf vorsichtig die zweite Röhre vorschiebt und sich mittels der Fängederselben des Steines bemächtigt und ihn festhält, sodaß der nun vorwärts bewegte undgcdrehete Bohrer die Zertrümmerung ausführen kann. Das Instrument wird sodann,nachdem Bohrer und Fangzange an ihren früher« Ort zurückgezogen werden sind, heraus-genommcn und die Operation in Zwischenräumen von mehren Tagen so oft wiederholt, bissich keine Steine mehr finden. Die Instrumente sowie die Operationsmethode selbst habendurch Amnffat, Leroy, Meirieux, Heurteloup, Wattmann, Wenzl, Jacobson u. A. nochmancherlei Veränderungen erfahren, welche sich jedoch sämmtlich auf dasselbe Principstützen. Zwar gibt cs noch Fälle, in denen die Lithotritie nicht angewcndet werden kannund deshalb der Stcinschnitt vorzuziehcn ist, jedoch ist die Ausführung der letztem Operationdurch die Erfindung der erstem bedeutend eingeschränkt worden.
Lithurgik nennt man die Lehre von der mechanischen Verarbeitung und Benutzungder Producte des Mineralreichs, also mit Ausschluß der Hüttenkunde, obgleich der Namediese Beschränkung nicht gibt. Sehr brauchbar istBlum's „Lithurgik" (Stuttg. 184V).
-— Lithurgik in kirchlicher Beziehung, s. Liturg.
Litisdenunciation ist diejenige proceffualische Handlung, durch welche die einePartei, in der Regel der Beklagte, einen Dritten, an den sie Regreßansprüche hat, von demerhobenen Rechtsstreite in Kenntniß setzt und ihn zur Unterstützung in der Vertheidigungdes ihr bestrittenen Rechts auffodert. Dies ist dann unbedingt nothwendig, wenn der be-treffenden Partei eine Sache, die sic von einem Dritten erworben hat, von einem Viertenwieder evincirt werden soll; hier kann der Besitzer nur Ersatz von seinem Vormanne fodern,wenn er ihm „litem denuncirt" hat.
Litorale, d. i. Küstenland, heißt vorzugsweise das Ungar. Küstenland, das sich ineiner Länge von ungefähr sechs Meilen am Adriatischen Meere an der nördlichsten KüsteDalmatiens von Fiume im Norden bis Novi im Süden hinzieht, 6'/r OM. mit 2vvvv E.enthält. Die Hauptstadt ist Fiume (s. d.); als Freihäfen sind zu erwähnen die StädteBuccari (s. d.) und Porto Ne mit 1700 E. und zwei Castellen, die den Hafen schützen.Das Litorale gehörte früher zu dem Militairdistricte von Kroatien; KaiserJoseph ll. schluges 1776 zu Ungarn und übergab es einer Civilregierung, um den Handel und den Abzugder Ungar. Landeserzeugnisse zu befördern. Von 1809—14 stand es unter franz. Herr-schaft und machte einen Theil der Jllyrischen Provinzen aus; im I. 1814 kam es wiederan Ostreich, doch wurde es erst 1823 von neuem mit Ungarn vereinigt.
Litötes (griech.), eigentlich Geringfügigkeit, heißt eine rhetorische Figur, nach wel-cher man einen scheinbar verkleinernden Ausdruck wählt, um die Sache desto mehr hervor-zuheben, z. B. „nicht ungeübt^ statt „sehr erfahren", „nicht häßlich" statt „angenehm".Häufig bedient man sich der Litotes aus Bescheidenheit, besonders im Gebrauche derDemi-nutiva, bisweilen auch in der Ironie. (S. M eio sis.)
Litre, s. Maße und Gewichte.
Littrow (Jos. Joh. Edler von), einer der populairsten Astronomen, wurde am 13.März 1781 zu Bischofs-Teinitz in Böhmen geboren, wo sein Vater als Kaufmann nochgegenwärtig lebt. Nach fast beständiger Kränklichkeit in seinen ersten Lebensjahren kräftigtesich seine Gesundheit so sehr, daß die erste bedeutende Krankheit seines spätcrn Lebens auchzugleich die letzte war. Aus der Schule seines Geburtsortes kam er 1794 auf das Gymna-sium zu Prag, wo er auch von >798 an studirte und im Vereine mit mehren Andern die„Propyläen" herausgab. Mit vielen seiner Mitschüler trat er in die Legion, ein vom Erz-herzog Karl errichtetes militairisches Corps, nach dessen Auflösung im 1.1801 er wieder zu