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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
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Literatur Lithauen 37

Städten. Auch entstand im Schoosc de- Vereins das Project von Wandergesellschaftcndeutscher Schriftsteller, als dessen erstes Ergebniß die am 27 . 29 . Apr. 1845 in Leipzigabgehaltenc erste deutsche Schriftstcllcrversammlung anzuschcn ist, die sich hauptsächlichmit der Berathung eines Gesetzentwurfs über die Rechte der Schriftsteller und Verleger be-schäftigte, worüber eine Denkschrift den deutschen Regierungen überreicht werden soll.

Literatur heißt die Gcsammtheit der durch Schrift oder Sprache mitgethcilten oderfortgepflanzten Geisteserzeugniffe, und kann, sofern Alles, was von Wissenschaft und Ge-lehrsamkeit vorhanden ist, in jenen Geisteswerkcn vorliegt, in gleicher Bedeutung mitWissenschaften (s. d.), z. B. Geschichte der Literatur, oder mit Gelehrsamkeit(s. d.), z. B. Literaturzeitung, und insofern Gelehrsamkeit hauptsächlich aus Büchern ge-schöpft wird, mit Bücherwescn gebraucht werden. Jede Nation hat ihre eigene Literatur,die man mit dem Namen Nationallitera tur (st d.) bezeichnet, und unter denjenigenVölkern, die eine nach den verschiedensten Richtungen hin am meisten ausgebildeteLiteraturbesitzen, nennen wir außer den alten Griechen und Römern besonders die Italiener, Spa-nier, Franzosen, Engländer und Deutschen. (S. Literargeschichte.) Der AusdruckLiterat, den die Römer vorzugsweise von einem Sprachkenner, Grammatiker oder Kri-tiker gebrauchten, hat in neuester Zeit eine weitere Bedeutung erhalten, da man jeden Ge-lehrten oder wiffensckaftlich gebildeten Mann überhaupt, besonders insofern er die schriftstel-lerische Laufbahn gewählt hat,darunter versteht (stauch Literatenverein); ein Litera-tor hingegen wird Der genannt, welcher sich mit Kenntniß des Bücherwesens beschäftigtoder eine bedeutende Summe solcher Kenntnisse sich erworben hat. (S. Antiqu are.)

Literaturzeitungen, st Zeitungen und Zeitschriften.

Lithauen, früher ein dem poln. Reiche unterworfenes Großherzogthum, bestandvor der Theilung Polens aus drei Ländermassen, nämlich I) ans dem eigentlichen L. oderLitwa, welches die Woiwodschaften Wilna und Troki bildete; 2) aus dem HerzogthumSainogiticn (s.d.), und 3 ) aus dem lithanischen Rußland oder den Woiwodschaften, dieL. infrüherer Zeit denNussen abgenommen hatte, nämlich dem altenPolesien, Schwarzrußlandoder Nowogrodek und Weißrußland oder Minsk, Mcisclaw, Witebsk, Smolensk, Polozkund polnisch Liefland. Durch die Theilung Polens ist jener beinahe 5099 mM. umfassendeLändersirich zwischen Rußland und Preußen so gethcilt worden, daß Rußland daraus diefünf Gouvernements Wilna, Grodno, Mohilew, Witebsk und Minsk bildete, während diepreuß. Erwerbungen von L. gegenwärtig den Hanptbcstandtheil des ostpreuß.Regierungs-bezirks Gumbinnen ausmachen. Die Lithauer, wozu auch die Letten in Liefland, die Kurenin Kurland und die alten Bewohner Ostpreußens gehören, sind wahrscheinlich slaw. Ur-sprungs, der sich freilich im Laufe der Zeit durch Vermischungen der Lithauer mit andernVölkerstämmen sehr verwischt hat. Sie kamen früh in Kämpfe mit Rußland, dem sieanfangs gehorchten, von dem sic sich jedoch schon im l2. Jahrh. losrissen. Um 1235 wirdNingold als erster Großherzog von L. genannt. Ein Jahrh. später erlangte das Land einehohe Bedeutung. Der Großfürst Gedimin (st d.) nahm den Russen 1329 ganz Wol-hynien, Kijowien (Kiew), Sewerien (Nowgorod Sewersk) und Czerniechovien (Tscher-nigow) ab, und sein Nachfolger Olgcrd stand sogar drei Mal vor den Thoren Moskaus.Der Sohn des Letzter», Jagello (st d.), das Haupt des Jagellonenstammes, vereinigte1386 L. mit dem poln. Reiche, dessen Thron er bestieg, in der Art, daß das Wahlrecht derlithanischen Großfürsten den poln. Königen zustehen solle, während unter SigismundAugust 1569 auf dem Reichstage zu Lublin von beiden Völkern einmüthig beschlossenwurde, daß beide Länder von nun an für immer Ein Land ausmachen sollten. Durch dieTheilungen Polens, besonders durch die beiden letzten in den I. 1793 und > 795 , wurdejenes Vcrhältniß indcß wieder aufgehoben, worauf dann die Abtretungen an Rußland undPreußen erfolgten. Das Klima in L. ist gemäßigt und gesund, dieLuft rein, das Land flachund von vielen Sümpfen, Haiden und Sanddünen durchzogen, doch auch mit ergiebigenStellen für den Landbau. Die Düna, der Dnjepr, Njemen, der Prypiat und Bug sindfischreiche Ströme. Berühmt sind die kleinen, doch starken und muthigen lithauischenPferdc,nicht minder die Elennthiere und Auerochsen, die cs noch in den hiesigen Wäldern, besondersin der Bia low iczerh aide (s.d.) gibt, wo auch viele Bären, Wölfe, Luchse, Füchse, wilde