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Liszt
mußte cr 1813 das Vaterland verlassen und erst 1817 durste er dahin zurückkehren, wo erim folgenden Jahre eine Anstellung als jLehrer der Mathematik zu Bilbao fand. Im I.
182» ging er nach Madrid, um die Redaktion der Zeitschriften „lLI censor" und „Li im-zmreiill" zu übernehmen. Im I. 1821 gründete cr ein.Erziehungsinstitut zu Madrid;
1828 redigirtc er die de kazona" und 1830 die „Lstsleta de 8an-8el>astiilu";
1833 wurde er Nedacteur der „Kureta de 5ladrid" und 1837 half cr das Athenäum zuMadrid mit begründen. Unter seinen im Drucke erschienenen Werken sind hervorzuheben„kvesms" (Madr. 1822; 2. Aust., 2 Bde., 1837 ; in einer Auswahl in Wolfs „klarest»de riinss modernus custeliunus"); „'k'roras escogidos de Io- mesores iiabüstas citSteilL-nos ei, prosu V verso" (2 Bde.), eine Mustersammlung der span. Poesie und Beredtsam-keit; „'l'rutudo de mutemütic-is znir-is ^ mixtus", das in Spanien verbreitetste Lehrbuchüber alle Theilc der mathematischen Wissenschaften, und „Ocrso de kistoriu universal",eine Bearbeitung von Se'gur's „Idistoire universelle", mit vielen Zusätzen und bis auf dieneueste Zeit fortgesetzt. Auch schrieb er einen Supplementband zu Mariana's und Mikia-na's „Uistoria de Lspaüa" und „Llementos de üistoria sntigua" (Madr. 1845). Alslyrischem Dichter ist es ihm wie Keinem gelungen, die altspan.Glut, Üppigkeit und Farben-pracht mit dem geläuterten Geschmack, der Neflexionstiefe und der eleganten Form der Mo-dernen zu vereinen. Die Natur hat ihn mit lebendiger Phantasie, tiefem Gefühl und fei-nem Sinne für das Schöne ausgestattet, und er hat diese Anlagen durch verständiges Stu-dium der Classiker des Altcrthums und des Vaterlandes ausgebildet. Seine Nachahmun-gen des Hora; sind vortrefflich; selbst in dem Gebiete der altspan. Lyrik, worin sie unüber-troffen dasteht, nämlich der geistlichen Gcfühlspoesie, hat er des Alten Würdiges in seinen„Poesie» saxradas" geleistet; in seinen „koeslus ülosöücas" findet sich echte Lebensweis-heit und milde Humanität im Blütengewande der Dichtung; seine Sonette sind nicht nurdurch eine bewundernswürdige Vollendung in der Form und im Ausdruck, sondern auchdurch Prägnanz des Gedankens und epigrammatische Pointe ausgezeichnet, und selbst seine„poesms ililiorosss rmscrednticss" überraschen durch geistreiche Anmuth und fesselndurch den Reiz des Versbaus. Endlich ist er auch als Kritiker ausgezeichnet durch seinefür die Geschichte des span. Dramas höchst wichtigen „I^eceiones de literstura drumüticaespuuolu" (Madr. 1830, 4.) und „Lmss^os litersrios ^ critlcos" (2 Bde., Sevilla 1844,4.), eine Sammlung seiner kleinern kritischen Aufsätze.
Liszt (Franz), der größte Clavierspieler und nächst Paganini wol der größte Virtuosder neuern Zeit überhaupt, ein Repräsentant des modernen Virtuosenthums, der dasselbein seinem einseitigen Übermaß und in seinen glänzendsten, wie in seinen Schattenseiten aufsKlarste reflectirt, wurde am 22. Oct. 1811 in dem ungar. Dorfe Neiding geboren. SeinVater, ein Rcchnungsofficiant des Fürsten Esterhazy, war selbst hinlänglich musikalisch ge-bildet, um die erste Entwickelung des jungen Talents zu leiten. Im neunten Jahre spielteL. in Ödcnburg zum ersten Male öffentlich ein Concert von Ries und eine freie Phantasieund erregte allgemeines Staunen. Durch die Unterstützung der Grafen Amade und Sa-pary, die ihn in Presburg hörten, wurde der Vater in Stand gesetzt, nach Wien zu gehen,wo Czerny den Unterricht des jungen L. übernahm und auch Salieri sich für ihn interessirteund ihn in der Harmonik unterwies. Nach 18 Monaten eifriger Studien trat er in einemvom Vater veranstalteten Concerte, und auch hier mit dem glänzendsten Erfolge auf. Dar-aus ging der Vater mit ihm nach Paris, um ihn im Conservatorium seine Bildung vollen-den zu lassen, wo cr indeß von Cherubim als Ausländer abgewiesen wurde. Doch das Ta-lent des jungen Künstlers brach sich selbst Bahn. Er spickte vor dem Herzog von Orleans,und bald war der geistreiche, kecke Knabe der Liebling der glänzenden pariser Welt. Künst-ler, Gelehrte, hohe Personen, schöne Damen huldigten dem Abgott dcsTages, und wol mages nur der Strenge des Vaters, der auf unablässiges Üben drang, zuzuschreiben sein, wenndas geistige Sein des Knaben nicht geradezu vernichtet wurde; daß aber diese Lebcnsepochenicht ohne Einfluß bleiben konnte, ja daß dieser Beifallsstrudel, in den er gerissen wurde,für ihn entscheidend werden mußte, das ist ebenso erklärlich als unleugbar. Nachdem cr zweiMal nach England gereist war, wo er gleiches Aufsehen erregte, wurde > 825 eine Oper vonihm in der Lcsdemis ro/sl aufgeführt, die jedoch ohne nachhaltigen Erfolg vorüberging.