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Er verkaufte daher die eine Hälfte seines Antheils an dem erwähnten Unternehmen undging zunächst nach Hamburg, da er aber hier keinen Unternehmungsgeist fand, nach Leipzig,das sein Blick sogleich als den Punkt erkannte, von welchem die Bewegung ausgehen undwo der größte Theil des deutschen EiscnbahnsystemS sich concentriren müsse. Nachdem erhier die Strecke zwischen Dresden und Leipzig bereist, die erfoderlichen statistischen Notizeneingezogen und die Localverhältnisse gehörig erkundet hatte, ließ er das Schriftchen „Überein sächs- Eisenbahnsystem, als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystemsund insbesondere über die Anlegung einer Eisenbahn von Leipzig nach Dresden" (Lpz.
1833) erscheinen. Der viel zu niedrige Anschlag der Kosten in diesem Plane ist wol zumTheil in guter Absicht geschehen, um nicht von vorn herein abzuschrecken. Doch gegen denihm gemachten Vorwurf, daß er die in Amerika herrschenden besondern Verhältnisse vondenen in Deutschland nicht gehörig unterschieden, rechtfertigte er sich in seinem „Eisenbahn-Journal" (Lpz. 1835—36) und in der Schrift „Über ein deutsches National-Transport-System" (Altona 1838). Obgleich mannichfache persönliche Differenzen später L. von derwirklichen Betheiligung an der Ausführung der leipzig-dresdner Eisenbahn ausschioffen,so ist er doch unbezweifelt als der wahre Veranlasser und Urheber dieses Unternehmens an»zusehcn, welches den Anstoß zu einer früher nie geahmten Entwickelung der Transportver-hältnisse in Deutschland gab. Daß L. später durch Verluste in Amerika genöthigt wurde,auch pecuniaire Vortheile bei den von ihm angeregten Unternehmungen zu suchen, hat ihmganz ungerecht zu dem Verdachte verhelfen, daß er nur ein Speculant sei, oder im Soldeder industriellen Partei stehe. Diese Verdächtigung nöthigte ihn, sich von öffentlichen Din-gen zurückzuziehen und literarische Beschäftigung zu suchen. Aus Gesundheitsrücksichtenging er, nachdem ihn die leipzig-dresdner Eisenbahngesellschaft in Anerkennung seiner Ver-dienste eine Entschädigung votirt hatte, >837 nach Paris, kehrte aber nach einigen Jahrenwieder zurück und gründete in Augsburg das „Zollvereinsblatt" als Organ seiner Partei.Im I. 184-t ging er, die Redaction des Blattes interimistisch in andere Hände legend,nach Wien, wo er eine sehr gute Aufnahme fand. L. ist der unerschütterlichen Ansicht, daßcs die Aufgabe jeder Nation seft vor Allem ihre eigenen Hülfsquellen aller Art zum höch-sten Grade der Selbständigkeit und harmonischen Entwickelung zu bringen, und daß diesePflicht selbst kosmopolitischen Zwecken vorangehe. So lange noch die eigene Industriediese Höhe nicht erreicht habe, müsse man sie durch Schutz unterstützen; der nationaleZweck dauernder Entwickelung productiver Kräfte stehe über dem pecuniairen Vortheileeinzelner Elasten von Individuen. Die Durchführung dieser Ansicht ist Aufgabe der gan-zen Thätigkeit L.'s. Er läßt sich dabei zu mancher Einseitigkeit verleiten, hat überhauvt dieRücksichtslosigkeit des Parteimanns und stößt dadurch vielfach an; aber er wirkt vielfachanregend und wird mehr zu Umgestaltung der Nationalökonomie beitragen, als die Gelehr-ten glauben wollen. Daß er es mit seiner Sache nicht wahr und redlich meine, ist nirgend zuerweisen. Die deutschen Erfolge im Eisenbahnwesen und die neuesten Regungen der Jndu-striellen sind größtentheils sein Werk, obgleich man ihn nicht immer dabei zu nennen pflegt.
Lista y Aragon (Don Alberto), der ausgezeichnetste unter den gegenwärtigen Dich-tern Spaniens und nicht minder berühmt als Mathematiker, wurde am 15. Oct. 1775 inTriana, einer Vorstadt von Sevilla, geboren. Seine armen Altern nährten sich durch denBetrieb einer Seidenbandfabrik; auch er mußte diese Profession erlernen und sie selbst nochin den ersten Jahren seiner Studien neben diesen fortbetreiben, um sich die Mittel zu ver-schaffen, seinen Wissensdrang zu befriedigen. Er studirte auf der Universität zu Sevillaund machte namentlich in der Mathematik so bedeutende Fortschritte, daß er in seinem 15.Jahre zum Professor der Mathematik an der Lehranstalt der Gesellschaft der Landesfreundezu Sevilla ernannt wurde, und in seinem 2». an dem nautischen Collegium von San-Telmodaselbst. Im I. 1803 erhielt er den Lehrstuhl der Philosophie an dem Collegium von San-Jsidoro, 1806 den von der Gesellschaft der Landesfreunde gegründeten der schönen Wissen-schaften und 1807 die Professur der Rhetorik und Poetik an der Universität zu Sevilla.Sowol durch seinen mündlichen Unterricht als auch durch seine trefflichen, fast in allen Schu-len Spaniens eingeführten Lehrbücher hat er wesentlich zur Bildung der Jugend beigetra-gen. In Folge der ftanz. Invasion verlor er seine Stellung in Sevilla; als ^trsncessäc»