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Ein wesentliches Verdienst aber erwarb er sich um die Kritik und sachliche Erklärung derlat. Klassiker, des Plautus, Valerius Maximus, Vellejus Paterculus, Livius, des Philo-sophen und Tragikers Sencca, und vor allen andern des Tacitus, den er vollständig imGedächtnisse hatte und zum Muster seiner eigenen Darstellung wählte, deren lästige Ge-schraubtheit und Affectation von seinen Nachahmern, die man Lipsianer nannte, nochüberboten wurde. Aus der großen Zahl seiner Schriften heben wir außer denAusgaben dergenannten Schriftsteller die zunächst zur Kritik gehörenden „Variarum lectiooum libri III"(Antw. 1569); ferner „Xnti<juarum lectionum libri V" (Antw. 1575; 2. Ausg-, Leyd.1596) und „Lpistolicarnm Huaestionum libri V" (Antw. 1577) hervor; sodann das anherrlichen Ideen reiche Werk „De constautia in pnblicis malis" (Antw. 1584, 4; deutschvon Dillenius, Lpz. I8V2). Sehr zahlreich endlich sind auch seine Briefe, die zum Theildurch ihn selbst als „Lpistolae selectae" (2 Bde., Leyd. 1586—90) und von Burmanngesammelt erschienen (5 Bde., Amst. 1727, 4.). Seine „Opera omuia" erschienen in achtBänden (Antw. 1585, 4; 2.Ausg., 4 Bde., 1637, Fol.) und in vier Bänden (Wesel 1675).Vgl. Miräus, „Vita läpsii" (Antw. 1609).
Liqueur, ein aus dem lat. Iicp,or gebildetes franz. Wort, welches ursprünglich eineFlüssigkeit bedeutet, nennt man gewöhnlich feine, über gewürzhaft riechende Substanzenabgezogene und mit Zucker versüßte Branntweine. Man hat einfache und doppelte Liqueurs,sogenannte Cremes, Öle, Ratafias, Rosoglios, Elixire, Aquavits u. s. w. Die bestenLiqueurs in Deutschland liefern Danzig, Stettin, Berlin, Breslau, Hamburg, Dresden,Manheim, Wien, Triest u. s. w.
Liquor anodynus (lic^uor anocl^nus mineralis Hotlmanni), Schwefeläther-geist oder Hoffmann'sche Tropfen, sind ein sehr gebräuchliches Arzneimittel, das ausSchwefeläther und höchst rectificirtem Weingeist besteht und vorzüglich schnell belebend,erregend und durchdringend auf das Nervensystem wirkt, weshalb es bei Ohnmächten,Schlagflüssen, Lähmungen, Schwindel und Krämpfen innerlich wie äußerlich, sowol alleinals auch mit andern Arzneien verbunden angewcndet wird. Die Bereitung desselben lehrteFriede. Hoffmann (s. d.). , , .. .
Lire oder Lira, eine iE Silbermünze im Werth von 20 Soldi, ist jetzt die Münz-einheit Italiens, wie der Franc in Frankreich. Beide haben seit Napoleon gleichen Werthund Geltung. Es gibt doppelte und fünffache Lirestücke, welche letztere ganz dem ecu äecing t'rancs entsprechen; ebenso gibt es halbe und Viertellire. In früherer Zeit prägtenital. Staaten auch 1'/, Lirestücke, Lirazza genannt, im Werth von 30 Soldi, und halbeLirazza zu 15 Soldi. Die halbe Lira nannte man Lireta.
Liscow (Christian Ludw.), der bedeutendste Satiriker und beste Prosaist der Deut-schen vor Lessing, geb. am 26. Apr. 1701 zu Wittenburg im Mecklenburgischen, studirtein Jena die Rechte und war um >730 Hauslehrer in Lübeck. Später lebte er in Hamburg,wo er enge Freundschaft mit dem Dichter Fr. von Hagedorn schloß; dann begleitete ereinen Adeligen nach Frankreich und England. Seit >740 fungirte er als preuß. Lcgations-secretair in Mainz; doch Mißverhältnisse halber mit seinem Chef trat er > 74 l als Privat-secrctair des Ministers Brühl in sächs. Dienste, wurde hierauf als Secretair im Staats-dienste angcstellt und 1745 Kriegsrath. Um dieselbe Zeit hcirathete er eine Witwe, mitwelcher er das Gut Berg vor Eilenburg erhielt. Was über seinen politischen Einfluß indieser Zeit erzählt wird, scheint rein erdichtet. Im I. >749 wurde er in den Proceß gegenden bei den sächs. Finanzen beschäftigten Schotten Bishopfield verwickelt. Nicht sowol eineStrafe für erwiesene Vergehen als für seine Freimüthigkeit scheint die Verurtheilung zusechsmonatlichem Gefängniß, das jedoch erlassen wurde, und Amtsentsetzung gewesen zusein. Seitdem lebte er mit kurzer Unterbrechung still auf seinem Gute, wo er am 30. Oct.1760, vom Schlage getroffen, am Schreibtisch starb. Seine Papiere wurden wahrschein-lich vernichtet. Erließ seit >735 verschiedene satirische Schriften erscheinen, die er 1739ohne Nennung seines Namens in der „Sammlung satirischer und ernsthafter Schriften"vereinigte; die neue, von Müchler besorgte Ausgabe derselben (3 Bde., Berl. > 806) istmangelhaft. An der Echtheit der 1803 von Pott herausgegebenen Schrift „Über die Un-nothigkeit der guten Werke zur Seligkeit" zweifelt man. Mehre der echten Schriften sin-