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LipS Tullian LipsiuS
Wendung für die Kunst gewonnen, der ihn durch Schellenberg in Winterthur im Nadirenund Aßen unterrichten ließ. Schon im ersten Jahre lieferte L. gute Arbeiten. Auch seineVersuche im Ölmalen sielen nicht minder glücklich aus. Besonders aber erlangte er alsKupferstecher Nuf, namentlich durch seine vielen Arbeiten zu Lavater's „PhysiognomischenFragmenten". Als diese Arbeit beendigt war, reiste er l 782 nach Nom, um sich daselbstnoch weiter auszubilden. Hier machte ihn Goethe 1786 im Namen des Herzogs vonSachsen-Weimar den Antrag, Dircctor der Zeichenakademie zu Weimar zu werden. L.folgte diesem Nufe 1798 und wäre vielleicht für immer daselbst geblieben, wenn ihn nichtKrankheitsumstände genöthigt hätten, 1794 in sein Vaterland zurückzukehren. Er lebtemm in Zürich und beschäftigte sich mitZeichnen und Kupferstechen. Die Zahl seinerStichebeläuft sich auf 145V; unter den größern sind der heilige Sebastian nach van Dyk, dasBacchussest nach Poussin und die Anbetung der Hirten nach Carracci die vorzüglichsten.Er starb am 5. Mai 1817. — Jak. L., ein Schüler des Vorigen und ein ebenfalls aus-gezeichneter Kupferstecher, der sehr viel gearbeitet hat, starb am 3. Mai 1333.
Llpö Tullian, auch Phil. Mengstein, Elias Erasmus Schönknecht und derWachtmeister genannt, einer der berüchtigtsten Raubmörder, geb. zu Strasburg 1675,war der Sohn eines Offiziers in lothring. Diensten und trat, zum Soldatenstande bestimmt,zuerst ebenfalls in lothring. Dienste. Später ging er in kaiserliche Dienste bei einem Dra-gonerregiment, welches in den Niederlanden stand, und wurde Wachtmeister. In Folgeeines Duells mit einem Kameraden, den er tödtlich verwundete, floh er 17 02 nach Prag undwurde hier in eine Diebsbande gezogen, mit der er sich nach Dresden wendete. Nachdem»r mehrmals ergriffen, mit großer Verwegenheit sich aus der Hast befreit hatte, wurde erseiner vielfachen Räubereien und einiger Mordthaten wegen 1715 in Dresden hingerichtet.
LipslUs (Justus), eigentlich Joest Lips, ein berühmter Philolog und Kritiker des16. Jahrh., weniger geachtet als Mensch, der Zeitgenosse von Scaliger und Casaubonus,geb. am 18.Oct. 1547 zu Overyssche bei Brüssel, studirte, nachdem er den ersten Unterrichtin Brüssel und Ath, dann bei den Jesuiten in Köln genossen hatte, zu Löwen die Rechte.Nebenbei widmete er sich mit großer Vorliebe der Alterthumskunde, und begab sich 1567zunächst nach Rom, wo er in dem Hause des Cardinals Granvella als Secretair Aufnahmeund Schutz fand und während dieser Zeit die Bibliotheken und den Umgang mit den aus-gezeichnetsten Gelehrten fleißig benutzte. Hierauf kehrte er nach Löwen zurück, wendetesich aber bald nach Wien, wo er mit Busbecq in Bekanntschaft trat. Er befand sich auf derRückreise in seine Heimat, als er den durch die damaligen Kriegsbedrängnisse hcrbeige-führten Verlust seines Erbes erfuhr, daher er im I. 1572 die ihm angetragene Professurder Beredtsamkeit und der Geschichte auf der Universität zu Jena annahm, nachdem ervorher scheinbar zum Protestantismus übcrgetreten war. Aber schon nach zwei Jahrenverließ er in Folge heftiger Streitigkeiten mit seinen College» diese Stelle, ging wieder nachLöwen zurück, wo er mit Beifall Vorlesungen hielt, und bekam nun 1579 den Lehrstuhlder Geschichte zu Leyden. Hier wirkte er 13 Jahre lang, wurde aber wegen Intoleranz inseinen politischen und religiösen Grundsätzen, zumal da er sich auch in seinen Schriften„De uns i-eligivne" und „koliticvrum libri IV" als katholischen Zeloten und ultramonar-chischen Schriftsteller zeigte, zuletzt genöthigt, sein Amt, um dem allgemeinen Hasse zu entge-hen, nicderzulegen, woraufer, nachdem er sich wieder zur röm. Kirche bekannt hatte, zwei Jahrein Lüttich und Spaa lebte. Endlich erhielt er auf Empfehlung der Jesuiten abermals eineAnstellung in Löwen und noch kurz vor seinem Tode, welcher am 23. März 1606 erfolgte,wurde er zum Historiographen des Königs von Spanien ernannt. Bei aller Ausschweifung,Eitelkeit und Unbeständigkeit im religiösen Glauben, den er dem jedesmaligen Aufenthalts-orte und den Verhältnissen, in denen er lebte, anzupassen wußte, besaß dieser auch durchsein vielbewegtes Leben merkwürdige Mann einen tief eindringenden Verstand, großenScharfsinn und außerordentliche Belesenheit. Er verschaffte der damals gesunkenen röm.Literatur ein bleibendes Übergewicht für die folgende Zeit. Seine schriftstellerischeThätigkeit,bei der man im Allgemeinen strenge Ordnung und Einheit vermißt, erstreckte sich theils aufErläuterung von Gegenständen aus dem öffentlichen und Privatleben der Alten, theils aufErörterung einzelner Punkte der Theologie und alten Philosophie, namentlich der stoischen.