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Lippert Lips
Lippe gehörigen Amte Blomberg walteten zwischen den beiden Linien Streitigkeiten ob, diemehrmals und namentlich >812 und >818 Veranlassung zu Tätlichkeiten gaben und aufderen Ausgleichung Schaumburg-Lippe bei dem Deutschen Bunde antrug, dessen Austrägal-gericht zu Ende des 1.1838, abgesehen von einigen Nebenpunkten, ganz zu Gunsten von Lippeentschied. Der Stifter der Linie L. starb 1627 und es entstand nun wieder eine Nebenliniedes Hauses, L.-Biesterfcld, jetzt?.-Stcrnb erg-Sw alenberg genannt, gestiftet vonJodocus Hermann, die sich dann in die ÄstcL.-Bicsterfeld und L.-Weißenfeld theilte.Ihm folgten in der Hauptlinie Hermann Adolf, gest. >666; Simon Heinrich, gest.>697; Friedrich Adolf, gest. I7>8; Simon Heinrich Adolf, der >726 vonKaiser Karl VI. die reichsfürstlichc Würde erhielt, gest. >733; Simon August, gest.1782; Friedr. Wilh. Leopold, gest. >862, dem vom Kaiser Joseph II. die rcichsfürst-liche Würde förmlich bestätigt wurde; und der gegenwärtige Fürst Paul Alexander Leo-pold (s.d.), der während seiner Minderjährigkeit bis >826 unter der Vormundschaftseiner Mutter, Pauline (s. d.), stand. Durch den Beitritt zum Rheinbünde im I. > 867wurde L. zum souvcrainen Fürstenthum und als solches trat cs dann dem Deutschen Bundebei. Das I. >836 ging an dem Fürstenthum ohne auffallende Bewegung vorüber. Im
1. >831 mußte das Bundescontingent zur Verstärkung der Besatzung in der Buudes-fcstung Luxemburg ausrücken. Was der Fürstin Pauline im I. >8 >6 nicht gelungen war,kam jedoch nicht so, wie damals beabsichtigt, im I. >836 zu Stande, wo das Land am6. Apr. eine landständische Verfassung erhielt. Seitdem sind die Landtage regelmäßigabgehaltcn worden und ohne besonderes Aufsehen verflossen, mit Ausnahme des Landtagsvon >831, wo die Stände, besonders wegen des Militairbudjets, mit der Negierungin Differenzen kamen und sehr ungnädig entlassen wurden. Im I. >832 wurde dasbraunschw. Criminalgesetzbuch eingeführt; auch schloß sich in demselben Jahre, vorläufigauf zwölf Jahre, das Fürstenthum dem deutschen Zollverein an.
Lippert (Phil. Dan.), der Herausgeber der „Daktyliothek", geb. zu Meißen am
2. Sept. >762, wurde von seinem Vater, einem Beutler, zu seinem Handwerke bestimmt,da er aber das Elaserhandwerk verzöge- >716 nach' Pitna in' Nie Lehre gebracht. Als er dieWanderschaft aNkretcu sollte, änderte eine von Jugend auf genährte Neigung zum Zeichnenden Plan. Er fand in der damals aufblühcndcn meißner Pvrzellanfabrik Arbeit, und alsNebenbeschäftigung übte er sich in Federzeichnungen. Später wendete er sich nach Dresden,wo seine Methode des Planzeichnens so vielen Beifall fand, daß er 1738 beim Hauptzeug-hause und 1739 als Zeichenlehrer bei den königlichen Pagen angestellt wurde. Die Be-kanntschaft mit den Mischungen der meißner Porzellanmasse veranlaßt ihn, sich im Nach-ahmcn alterPastcn zu versuchen. Er erfand eine eigne weiße Masse, nach der gewöhnlichenAnsicht eine Kalkcrde mit Hausenblase gemischt, der er durch ein beigemischtes Fossil nebeneiner fast unzerstörbaren Dauer einen vorzüglichen Glanz zu geben wußte. Die Abdrückein dieser Masse vereinigte er in seiner „vaet^liotboea", welche 3139 Abdrücke enthält, diein 57 Tabletten und in drei Bände vertheilt sind (Bd. l u. 2, mit dem lat. Katalog vonChrist, Lpz. 1755—56; Bd. 3, mit Register von Heyne, >762, Fol.; deutsch, Bd. > u. 2,von Thierbach >767, und das Supplement >768, 3.). Das Verdienst, welches sich L.durchdieses Unternehmen erwarb, bleibt unbestritten, obgleich seine Masse in der Folge von demAufwärter beim königlichen Antikencabinet zu Dresden, Nabenstein, aufs neue erfundenund noch verbessert, die Anzahl der bekannt gemachten Steine aber durch Tafsie bedeutendvermehrt wurde. Vielleicht würde L. in später» Jahren, wo er durch fortgesetztes StudiumVieles anders anzusehen gelernt hatte, Manches besser gegeben haben, aber die Auslagenscheine» ihn abgeschreckt zu haben. Er wurde >763 Aufseher der Antiken bei der Akademieder Künste und starb am 28. März >785. Mit Schulden hatte er angefangen, und dochhinterlicß er seiner Tochter, außer dem Geheimniß der Mischung, das mit ihr 1867 undzum zweiten Male mit Nabenstein >816 abgestorben ist, ein anständiges Vermögen, dabeiein eigenes Haus in der Königsstraßc in Neustadt-Dresden, welches noch jetzt durch eineInschrift L. als den ehemaligen Besitzer bezeichnet.
Lips (Joh. Heinr.), Maler, Zeichner und Kupferstecher, geb. >758 zu Kloten in derNähe Zürichs, war anfangs zum Wundarzt bestimmt, wurde aber durch Lavater's Der-