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Llnos Linz
Linos, aus Theben, ein berühmter Sänger und Tonkünstlcr des mythischen Zcilal-ters, dessen Leben man gewöhnlich um >280 v. Chr. ansetzt, war der Sage nach ein Sohndes Apollon und Lehrer des Orpheus und Hercules in der Musik, wurde aber von letzteren,weil er ihn wegen seiner Fehlgriffe der Vcrlachung preisgcgeben hatte, mit der Cithcr erschla-gen,nach Andern von Apollon selbst, dem er sich im Citherspicle glcichzustellen wagte, getödtet.
Linse (kwvnm lens), eine zu den Hülsenfrüchtcn gehörende Culturpflanze, kommt indrei Arten vor, als gemeine Feldlinsc, als Gartenlinsc und als Provencer-l inse (?isum nckrus). Am häufigsten werden die beiden ersten Arten angcbaut. Sehrvorthcilhaft wird die Linse im Gemenge mit Getreide angebaut, wie z.B. Linsen und Gersteein vorzügliches Brotgetreide geben. DieLinsen gewähren eine sehr nahrhafte Speise; auchals Viehfuttcr haben sie einen großen Werth, doch darf man den säugenden Thieren davonnicht zu viel geben, weil sonst die Milch zu fett wird. Das Stroh der nicht überreif gewor-denen Linsen wird dem Heu gleichgeschätzt und gewährt ein gutes Kälberfutter; doch darf esseiner hitzigen Natur wegen nicht zu häufig und nur in kleinen Portionen verabreicht werden.
Lintcrnum oder Litern» m hieß eine alte Stadt in Campanicn, an der Meeres-küste, wo der ältere P. Cornelius Scipio Africanus l 83 v. Chr. starb.
Linth, ein im schweiz. Canton Glarus durch die Vereinigung dreier Bäche am Fußedes Tödi entspringender Fluß, ist besonders durch das von Escher vonderLinth(s. d.)ausgeführtc hydrotechnische Unternehmen bekannt. Die Negulirung erfolgte durch den19000 F. langen Molliscrkanal, wodurch die Linth in den Wallenstädtersee geleitet wurde,den sie bei Wesen verläßt. Die Verbindung zwischen dem Wallenstädtersee und dem Züri-chersce, in den sich die Linth unterhalb Grynau ergießt, wurde zum Schutz gegen frühereÜberschwemmungen und gegen Versumpfung durch den 5709V F. langen Linthkana*hergestcllt, wodurch zugleich der Cultur etwa 20000 Morgen gewonnen wurden.
Linz, die Hauptstadt in Ostreich ob der Ens, an der Donau, wo der Traunfluß ein-mündet, mit einer hölzernen Brücke über dieselbe, ist alterthümlich aber wohlgebaut, unddie Häuser, obwol meist mit Schindeln gedeckt, haben doch ein gutes Ansehen. Die Be-wohner, deren Zahl ohne das Militair sich auf 23500 beläuft, sind flußerst gewerbfleißigund nähren sich durch Speditionshandel, besonders mit Eisenwaaren, und durch Verferti-gung von Tuch- und Baumwollcnwaaren, Seiden - und Goldarbeiten, Spielkarten undPulver. Berühmt ist vorzüglich die kaiserliche Wollzeuch -, Tuch - und Teppichfabrik, die,obwol sie den Umfang ihrer Betriebsamkeit etwas verkleinert hat, noch immer viele Tau-send Arbeiter in der Stadt und der Umgegend beschäftigt und eine große Niederlage inWien unterhält. Die Stadt ist der Sitz der Landesregierung und ihrer Unterbehörden,eines Krcisamtes, eines >67-1 von Leopold l. errichtete» Lyceums, welches das Recht besitzt,das Magisterium und das Baccalaureat zu ertheilen, und seit 1784 auch Residenz einesBischofs mit seinem Domcapitel. Auch hat sie ein Gymnasium, eine Normalhauptkunst-schule und seit 1824 eine Taubstummen- und eine Blindenlehranstalt. Das hier beste-hende nordische Stift ist ein Institut für Katholiken aus Norddeutschland. Unter den Ge-bäuden zeichnen sich die alte ehrwürdige Zgnatiuskirche und die Matthiaskirche mit Mon-tecuculi's Denkmal, sowie das auf einem Hügel gelegene Schloß aus, worin jetzt eine Pro-vinzial-Strafarbcitsanstalt ist. Eine protestantische Kirche wurde, nach Beseitigung man-cher Hindernisse, 1844 zum Theil mit Unterstützung der Gustav - Adolf-Stiftung erbaut.Der Handel wird außer der günstigen Lage der Stadt an dem Hauptflusse der Monarchie,noch durch zwei Messen, und eine nach Budweis und Gmunden führende Schienenbahnwesentlich unterstützt. Übrigens wurde L., als der geeignetste Punkt im Donauthalc, umdie östr. Monarchie gegen Westen sicher zu stellen, da hier die gewöhnliche Befestigungsartmit ungeheuren Schwierigkeiten und Kosten verknüpft gewesen wäre, in neuerer Zeit durch32 sogenannte Maximilianische Thürme (s. d.), von denen 23 auf dem linkenund neun auf dem rechten Donauufer stehen, zu einer starken Festung und zugleich zumverschanzten Lager umgeschaffen. Im Mittelalter gehörte die Stadt zu der GrafschaftKyrnberg und 1140 kam sie mit der letzter» an Leopold VI. von Ostreich. Sie war eineZeit lang Residenz des Kaisers Matthias und Leopold's I.; im Dreißigjährigen Kriege wurdefie vergebens belagert; im östr. Erbfolgekriege aber 1741 von den Baiern erobert. Zm 3.