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»ach einer ruhigen Stellung, welche ununterbrochene Forschung gestattete, wurde 1741 er»füllt durch eine mcdicinische Professur in Upsala, welche er 1742 mit der botanischen Pro-fessur vertauschte. Bis wenige Jahre vor seinem Tode lebte er in ziemlich einförmiger Weisein Upsala, bewies aber während dieses Zeitraums eine fast beispiellose Thätigkeit, indemer, außer einer Reihe neuer Auflagen seiner früher» Werke, nacheinander Beschreibungenseiner naturhistorischcn Reisen durch Schweden, eine Flora (>745) und eine Fauna vonSchweden (>746), eine lUateria meckica der drei Reiche (1749 — 52), seine berühmte„PIiiI(>s<>I>Ilm tintanica" (1751), ein noch gegenwärtig vollgültiges Gesetzbuch, die beschrei-benden Verzeichnisse von mehrengroßcn Naturalicnsammlungcn, besonders aber das Haupt- ^werk, die „8;,ecies plantarnm" (1753), hcrausgab. Neben diesen umfänglichen Werken 'lieferte er in jenem Zeiträume noch an 260 akademische Eelegenhcitsschriftei; und eine sehrgroße Zahl von wichtigen und sorgfältig gearbeiteten Abhandlungen, die in den Schriftender Socicläten zu Stockholm, Upsala, Petersburg, London u.s.w. sich finden. Vom Schlag-flusse 17 74 und nochmals 1776 getroffen, verbrachte er die letzten vier Lebensjahre in trau-riger Schwäche des Geistes und Körpers und starb am 10. Jan. 1778.
L. gehört zu den großen Reformatoren, welche die Geschichte der Wissenschaft zwarin allen Zeiten, aber in keiner zahlreich aufzuweisen hat. Begabt mit einem logischen Ver-stände von seltener Schärfe und einer ungewöhnlichen Gabe der Beobachtung, Auffassungund Kombination, löste er die schwierigste Aufgabe, die je ein Naturforscher sich gesetzt hat,die Anordnung nämlich eines für jene Zeit sehr großen, aber in der unglaublichsten Ver-wirrung daliegenden Materials, und mußte zu diesem Zwecke nickst allein fast jeden einzel-nen dieser Gegenstände genau untersuchen, sondern leitende Grundsätze entdecken, und so-gar eine Kunstsprache erfinden, die nichts weniger als willkürlich, sondern auf Forschungund Erkcnntniß beruhend, ein Meisterwerk genannt werden darf, und trotz der sonstigen -Fortschritte der Wissenschaft, noch jetzt in den meisten Fällen ausreicht und von den Nach- .folgern festgehalten wird. Ein größerer Botaniker als Zoolog, wirkte dennoch L. sehr ge-deihlich auch für hfe letztere Wissenschaft, die sich in noch weit größerer Verwirrung befandals die Pflanzenkunde. Daß L.'s systematische Anordnung beider Reiche, ungeachtet desWiderspruchs einiger, thcilweise sehr unwürdiger Gegner, vielen Beifall fand und endlich,mit Ausnahme Frankreichs, in allen Ländern angenommen wurde, folgte theils aus demschwergefühlten Bedürfnisse einer umfassenden Anordnung überhaupt, theils aus der gro-ßen Faßlichkeit des L.'schen Systems. Wenn es lange nach L.'s Tode von Vielen versuchtworden ist, des großen Forschers Verdienste herabzusetzen und ihm namentlich eine höhereund freiere Naturanschauung abzusprechen, so ist die spätere Zeit gerechter gewesen und haterkannt, wie überall in L.'s Schriften geistreiche Andeutungen sich finden, aus welchen manauf ein Verständniß des inncrn Zusammenhangs der Organismen und Kenntnisse desBaues und der Lebensthätigkeiten der einzelnen schließen darf, welche weit tiefer waren, als^ur einfachen Herstellung des künstlichen Systems erfoderlich gewesen sein würde. Wie un-übersehbar die Fortschritte der Naturwissenschaften gegenwärtig auch sind, und wie sehr dieBegriffe und Grundsätze in denselben sich verändert haben, so blicken alle redlichmeinendeNaturforscher dennoch stets mit Ehrfurcht auf den kritisch anordnenden, geistreichen, seinenPflanzen und Thieren mit unendlicher Liebe ergebenen, unermüdlich fleißigen Schwedenund ehren in ihm den Begründer eines neuen Zeitalters ihrer Wissenschaften. Noch wirdin Upsala L.'s Zimmer in seinem ursprünglichen Zustande erhalten, und seine von Byströmverfertigte Bildsäule ziert den einfachen Garten, während Karl XIV. ihm zu Ehren 1319 ?in Näshult eine Schule errichtete. Vgl. Stövcr, „Lebensbeschreibung Karl von L.'s" (Hamb.1792); „L.'s Aufzeichnungen über sich selbst", mitAnmerkungenvonAfzelius(Ups. 1823;deutsch von K. Lappe, Bert. 1826); Fee, „Vie cke Ollsrl. cke I>." (Par. 1832) und „H-lisei epistolae ack ckacyiiili.", hcrausgegeben von Endlicher (Wien 1841). — Sein Sohn,Karl von L., geb. zu Fahlun >742, seit 1760 Demonstrator am königlichen Garten zuUpsala, >763 außerordentlicher Professor der Medicin und Botanik daselbst, >766 Sub» ^stitut seines Vaters, 1778 Nachfolger desselben, gestorben >783, lieferte mehre sehr brauch- 'bare botanische Schriften, erweckte aber nicht die Hoffnung, daß er einst seinen Vater »oll- ^kommen ersetzen werde. Die Familie L.'s ist gegenwärtig ausgestorben.