Linnö IS
Wissenhafter Forschungen, thci'lS phytographischcn, thcils allgemeiner» Inhalts, wie seine„LIementa Iiliilnsopkiao dotsnicue" (Berl. 1824), thcils auf Physiologie der Pflanzenbezüglich, wie seine „Anatomisch-botanischen Abbildungen" (4 Hefte, Berl. 1839—42,Fol.) und die „Anatomie der Pflanzen" (Berl. > 845, 4.). Als geistreichen Beobachter be-wies sich L. in seinem vielgelesenen Werke „Die Urwelt und das Alterthum, erläutertdurch die Naturkunde" (2 Bde., Berl. >829—22; 2. Ausl., 1834) und in der Fortsetzungdesselben „Das Altcrthum und der Übergang zur neuern Zeit" (Berl. >842). BeideWerke beruhen auf tiefen und vielumfassenden Vorstudien. In naturhistorischer Bestehungsind seine „Bemerkungen ans einer Reise durch Frankreich, Spanien und vorzüglich Por-tugal" (3 Bde., Kiel >891—4) noch immer wcrthvoll, wenngleich in andern Hinsichtendie pyrenäische. Halbinsel seit jener Zeit ein sthr verschiedenes Ansehen gewonnen hat.
Linne (Karl von), geb. zu Näshult i» Smaland am 4. Mai 1797, war der Scchneines armen Landpfarrers und verlebte seine erste Jugend unter dem Drucke großer Dürf-tigkeit. Auf der Schule zu Wexiö, die er von seinem zehnten Jahre an besuchte, orfene ereiner früh entwickelten Neigung zur Pflanzenwelt so viel Zeit, daß er in den gewöhnlichenSprachstudien zurückblieb und vom Vater als ungerathener, zur Theologie unfähiger Sobnbetrachtet, zu einem Schuhmacher in die Lehre gegeben wurde. Der Arzt zu Wexiö, Joh.Rothmann, hatte L.'s aufstrebenden Geist richtig erkannt und rettete ihn der Wissenschaft,indem er den Vater überredete, der Neigung des Sohnes nachzngeben, und diesen zweiJahre lang in seinen botanischen Studien unterstützte- Im I. >727 bezog L. die Universi-tät zu Lund, um Mediein zu studircn, und ging im folgenden Jahre nach Upsala, wo ihn derberühmte Olof Celsius bei Bearbeitung seines Werks über die biblischen Pflanzen zumEe-hülfen erwählte und angelegentlich an Ol. Rudbeck empfahl, dessen Gunst L. ohnehin schondurch eine Arbeit erlangt hatte, in welcher die Grundlagen des später vollendeten Sexual-systems (s. Botanik) entwickelt wurden. Von Rudbeck zum Aufseher des botanischen Gar-tens und Demonstrator erwählt und sonst kräftig unterstützt, machte L. so rasche Fortschrittein seiner Wissenschaft, daß er im 24. Lebensjahre einen^blortns nsiladckicns" schrieb. Die-sem Werke folgte die^L'kE lüpponics" (2 Bde., Amst. 1735) als Frucht einer überausbeschwerlichen, vom Mai — Nov. 1732 vollbrachten Reise von mehr als 899 Meilen. Baldnach seiner Rückkehr begab er sich nach Fahlun, wo er Mineralogie trieb und seine spätereGattin, die Tochter des Arztes Moräus, kennen lernte, die ihm die Mittel vorschoß, um inHolland zu promoviren. Er erlangte nun in Harderwyk >735 die Würde eines Doctorsder Mediein und verlebte dann in Berührung mit Bocrhaavc, Joh. Burmann und anderngroßen Gelehrten zwei Jahre thcils in Leyden, theils in Hartekamp, wo ihm Eco. Cliffortdie Aufsicht über seinen sehr reichen Garten anvertraut hatte. Der Aufenthalt in Hollandtrug viel bei zur Begründung von L.'s Ruhm, denn er gewann nicht allein die meisten Na-turforscher für seine damals noch neuen und vom Herkömmlichen sehr abweichenden Ansich-ten, sondern fand auch Gelegenheit, durch Benutzung des überaus reichen, in Gärten undSammlungen aufgehäuften Materials, die Grundzüge eines Systems der drei Reiche auf-zustellen, welches dem Bedürfnisse der Zeit entsprach und fast von allen Seiten her mitFreude begrüßt wurde. Nicht weniger als neun verschiedene, theilweis umfängliche Werkewaren die Frucht dieses zweijährigen Lebens in Holland. L. besuchte hierauf England, 1738Paris, und kehrte über Göttingen nach Schweden zurück, wo man sich so wenig um ihnkümmerte, daß er nothdürftig von ärztlicher Praxis zu leben und endlich sogar als Schiffs-arzt in die Flotte einzutreten sich genöthigt sah. Haller, früher sein Gegner, hatte ihn inGöttingen liebgewonnen und trug ihm die eigene Professur an; unglücklicherweise erhieltL. die Einladung erst nach seinem Eintritt in den Seedienst. Die Neichsräthe Tessin undHöpken nahmen sich jedoch seiner an und führten ihn bei Hofe ein, wo er durch glücklicheBehandlung von Brustkrankheitcn die Gunst der Königin Ulrike Eleonore gewann, undbald bedeutende Praxis erlangte. Durch Verwendung seiner Gönner wurde er 1739 seinesAmtes als Flottenarzt entbunden, mit dem Titel eines königlichen Botanikers zum Präsi-denten der stockholmer Akademie erhoben und 1740 zum Anführer einer vom Reichsratheveranstalteten naturhistorischen Expedition nach Öland und Gothland ernannt. Sein Wunsch