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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
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17
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Linguistik 17

Lebensfchicksale, wurde am 14. Juli >736 zu Nhcims geboren. Er studirtc zu Paris dieRechte, ging 1751 mit dem Herzoge von Zwcibrücken nach Deutschland und in der Folgemit dem Prinzen von Beauvan nach Portugal, wo er sich mit der span. Sprache und Lite-ratur bekannt machte. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich erregte er Aufsehen durch eineUistnirc lli, siede <l'^Iex!>n»li-e" (Amst. 1762). Zugleich begann er Streitigkeiten mitden Ökonomisten und Philosophen jener Epoche, deren Abgeschmacktheiten er durch beißen-den Witz und scharfe historische Kritik bekämpfte. In kurzer Zeit erschienen von ihm dieUistoirs riss revolutions cls l'omp!,« roin." (2 Bde., Par. 1766), ,,'1'Iisarie <1ss lois ci-viles" (3 Bde., Par. 1767) undUistoiro impnrtislo (Iss äösuitss" (Par. 1768). Durchdiese Schriften, in denen er großen Neichthum des Wissens und Kühnheit und Schärfe derIdeen verrieth, zog er sich vollends den bittersten Parteihaß zu. Da ihn seine Feder nichthinreichend nährte, war er am Parlament zu Paris Advocat geworden. Auch in dieser Ei-genschaft machte er sich durch ausgezeichnete Proceßführung bekannt und erregte durchseineErfolge und die Art, wie er seinen handwerksmäßigen Collcgen begegnete, den Haß undden Neid derselben, sodaß ihn das Parlament von der Liste der Sachwalter strich. Er nahmnun sein schon früher begonnenesäouriml cls politi^ne et cks litterature" (17-1476;177778 von Laharpefortgesetzt) Wiederaus, mußte jedoch seine scharfe Feder sehr baldniederlegen und Frankreich verlassen. L. ging zu Voltaire nach Ferney, der ihn aus Furchtgut aufnahm, und aus der Schweiz nach England, wo er seine berühmten und berüchtigten^nimles politiyues, dviles et litteraires" (177792) herauszab. Schon nach einigenJahren erhielt er durch Vergennes die Erlaubniß zur Rückkehr nach Frankreich. Er sahsich jedoch hier in seinem journalistischen Wirken so gehemmt, daß er freiwillig nach Brüs-sel auswanderte und dort die Annalen in einer in der That ausschweifenden Weise fort»setzte. Er griff alle Stände, alle Parteien an und zog sich mit seinem anonymen Mitarbei-ter Mallet-du-Pan (s.d.) zahllose Feinde zu. Dennoch wagte er in Paris zu erscheinen,wurde aber durch eine lettre «1e rucket (s. d.) in die Bastille gesteckt. Erst nach zweiJahren erhielt er die Freiheit zurück. Er floh nach London und erwarb sich in hohem Gradedie Gunst des Publikums, indem er durck die IL"siast!lIe" (Lond. 1783)die Geheimnisse des franz. HofdespotiSmus enthüllte. Auch ließ er die Annalen wiedererscheinen, doch trat er jetzt so gemäßigt auf, daß die Zeitschrift keine Abnehmer mehr fandund dieser Industriezweig erloschen schien. Hierauf suchte er sich beim Kaiser Joseph II.beliebt zu machen und schrieb in dessen Verwickelungen mit den Holländern die6onsicke-rutions sur I'ouverture äs I'Lscuut" (2 Bde., 1 787). Der Kaiser ließ ihn nach Wien kom-men und gab ihm Geld und ein Adelsdiplom mit der Erlaubniß, die Annalen zu Brüsselungehindert fortzusehen; auch wirkte er ihm eine sichere Reise nach Frankreich aus. L. er-schien zu Paris und nahm einen Streit gegen den Herzog von Aiguillon wieder auf, dessenProceß er früher geführt und den er eigentlich vom Schafot errettet hatte. Er verlangtefür seine Sachwaltcrschaft ein Honorar von 5U069 Livres; das Parlament sprach ihmindcß nur die Hälfte zu. Nach seiner Rückkehr nach Brüssel vertheidigte er mit Eifer denAufstand der Brabanter und mußte darum das Land verlassen. Er ging wieder nach Pa-ris und griff hier in seinen Annalen, gegen das Volksinteresse, die Nationalversammlunghöchst unwürdig an. Als der Convent zusammentrat, sah er bald, daß die Zeit des Feder-kriegs vorüber sei und er verbarg sich in der Umgegend von Paris. Allein die Jakobinerkundschafteten ihn aus und stellten ihn vor das Nevolutionstribunal, das ihn zum Todeverurthcilte, weil er den Tyrannen zu London und Wien geschmeichelt und das Brot, dasNahrungsmittel des Volks, beschimpft habe. In der That hatte er eine Abhandlung überdie Schädlichkeit des Brots als Nahrungsmittel geschrieben. Er starb am 27. Juli 1794mit großer Standhaftigkeit. Die Zahl seiner politischen, juristischen, schöngeistigen, philo-sophischen und physikalischen Schriften und Flugblätter ist außerordentlich groß.

Linguistik» vom lat. lingim, d. h. Zunge oder Sprache, nennt man das Studiumder Sprachen in Hinsicht ihrer Verwandtschaft, Ähnlichkeit u. s. w. und die Sprachen-kunde (s. d.) selbst, die erst zu Anfang dieses Jahrhunderts durch Erforschung der bedeu-tendsten asiat. und europ. Sprachstämme, namentlich des Sanskrit, Verdeutschen undCvnv.-Lex. Neunte Aufl. IX. 2