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l6 Lingam Lin.quet
Lingckm heißt, im Sanskrit mit der Bedeutung Phallus (s. d.), bei den IndierndaS Symbol der allgemeinen zeugenden und schaffenden Kraft der Natur, welches die Ge-schlechtstheile des Mannes und Weibes in ihrer Vereinigung darstellt. Die VerehrungdesLingam ist aber in Indien nicht alt, sondern in dem orgiastischen Siwadienste entstanden.
Lingkrd (John), ein bekannter engl. Geschichtschreiber, war zu Anfänge diesesJahrhunderts katholischer Priester zu Newcastle am Tyne in der Grafschaft Northumber»land. Als Schriftsteller trat er zuerst mit der Schrift, „Outkolic vinclicsteck"
(1805) auf, worin er seine Glaubensgenossen gegen protestantische Schriftsteller zu ver-theidigen suchte. Dasselbe that er in den Streitschriften „Vocuments os sscortLin tlle Sen-timent« of britisli catliolics in former n^es" (Lond. 1812) und ,,8trieturss on I)r.Unrsk's eom^nrative vieve of Ille cliurclies «fLn^Isnil snllltnme" (Lond. 1815). Durchdiese Streitigkeiten auf das Gebiet der Geschichte geführt, befestigte er sich leicht in einerStimmung, mit welcher Unparteilichkeit und Wahrhaftigkeit nicht vereinbar waren, sobalddas Parteiinteresse mit ins Spiel kam. DieseRichtunZ zeigte sich schon in seinen verdienst,lichen, aus fleißigerForschung hervorgegangenen,,^nti<iuities oftlle snFlo-saxo» cluirclr"(2 Bde., Land. 1809), entschiedener aber und beharrlich verfolgt trat sie hervor in seiner„Histvn okLnAlkinst tili tlie revolution ofI688" (8 Bde , Land. 1819—31,4., und 14Bde., 8.; deutsch vom Freiherrn von Salis, fortgesetzt von Berly, 14 Bde., Franks. 1828—33). Die Absicht, die katholische Kirche und Geistlichkeit in England gegen protestanti-sche Geschichtschreiber zu vertheidigen, findet allerdings in den ersten Bänden dieses Werksweniger Gelegenheit, scharf hervorzutreten; sobald aber die Reformation als ein entschei-dendes Moment in das Volksleben eintritt, wird die Parteilichkeit des Geschichtschreibersum so verführerischer, je größer seine Sachwaltergewandtheit ist und je gründlichere Kennt-nisse dazu gehören, den unredlichen Darsteller zu erkennen, der bei dem täuschenden Scheineder Unbefangenheit bald Thatsachen verschweigt, bald künstlich verschleiert, bald absichtlichentstellt. In den letzten Bänden des Werks, welche die Geschichte der Stuarts auf demengl. Throne erzählen, ist L. bei aller Hinneigung zu Karl II. und Jakob U. weit unpar-teiischer, und es ist diese Partie des Werks auch durch gute Benutzung der Quellen reich anneuen Aufschlüssen. Wo er in die Geschichte Schottlands hinübergeht, hat er sich vieleUnrichtigkeiten zn Schulden kommen lassen. Sein Stil ist klar und einfach und in denspätem Bänden des Werks gebildeter als in den früher«, wo die verfehlte NachahmungGibbon's störend wirkt; doch sinkt er oft unter die historische Würde und erhebt sich fast niezu kräftiger Lebendigkeit. Sein Werk hat im Auslande fast mehr Aufsehen erregt, als inEngland, wozu besonders auch die Bemühungen der Ultramontanen beigctragen haben.Nach der Vollendung desselben besuchte er das Festland und hielt sich einige Zeit in Romauf, wo er große Auszeichnung genoß.
Liugen, eine Grafschaft im ehemaligen wcstfäl. Kreise, mit gegenwärtig 25000 E.,zerfällt in die obere und in die niedere Grafschaft; jene gehört zum Kreise Tecklen-bürg des preuß. Regierungsbezirks Münster; diese, 0 OM. mit 21000 E-, zur hannov.Landdrostei Osnabrück. Die Grafschaft bildete früher einen Bestandkheil der GrafschaftTecklenburg (s. d.) und wurde gewöhnlich als sogenannte Herrlichkeit den Nebenlinien desgräflichen Hauses zu Theil, bis sie, in Folge des Beitritts ihres Besitzers und der Achterklä-rung desselben, durch Kaiser Karl V. als eröffntes Reichslehen eingezogen und 1548 demGrafen Maximilian von Büren in Lehen gegeben wurde. Die Vormünder der einzigenhinterlassenen Tochter des Grafen von Büren, die sich nachmals an den Prinzen Wilhelm I.von Nassau-Oranien vermählte, verkauften die Grafschaft wieder an Karl V., der sie nun1555 sammt Burgund seinem Sohne, Philipp II., Könige von Spanien, überließ, der auchim Besitz blieb, bis der Prinz Moritz von Nassau-Oranien sich mit Gewalt ihrer bemäch-tigte. Zwar kam sie 1605—32 nochmals in die Hände der Spanier; doch nach dem Abzugderselben wieder an Nassau-Oranien. Nach dem Tode Wilhelm's III., Königs von England,erbte sie der König von Preußen, der sie wieder mit Tecklenburg vereinigte. Im 1.1809 wurdesie zum Großherzogthum Berg geschlagen und 1810 mit Frankreich vereinigt, 1814 wie-der an Preußen zurückgegeben, das 1815 die niedere Grafschaft an Hannover abtrat.
Linguet (Sim. Nie. Henri), bekannt durch seine literarische Polemik wie durch seine