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9 (1846) Ligny bis Mösien
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Lindner (Friede. Wilh.)

ben, seineBeziehungen mWürtemberg zu verändern, genug er verließ Stuttgart und nahmwieder eine Zeit lang seinen Aufenthalt im Elsaß. Von hier begab er sich 1825 nach Mün-chen, wo er die Ncdaction derPolitischen Annalen" übernahm. Allmälig fing man an,sich zu überzeugen, daß L. eigentlich keiner politischen Partei, noch weniger einer Factionangchöre und nie Demagog gewesen sei. Wit, genannt Dörring, Görres und Börne grif-fen ihn hart an und überhäuften ihn zum Theil mit Schmähungen; doch trug dieses inrrdazu bei, daß man sich in höhern Kreisen mit L. mehr und mehr aussöhnte. Man ließ ihngewähren und sein Talent wurde gerechter anerkannt und weniger angcfochten; ja die bair.Negierung ertheilte ihm den Titel eines Legationsrathes. So kam es dahin, daß man L.sogar des Übertritts zum Servilismus beschuldigte. Wie dem aber auch sei, seine politischenSchriften werden stets als klassisch gelten. Als l832 dieBair. Staatszeitung" begann,übernahm L. die Redaktion derselben; doch bestand das Blatt nur kurze Zeit, worauf erWieder nach Stuttgart zurückkehrte. Hier ließ er noch die SchriftEuropa und der Orient"(Stuttg. >83ö) undSkythien und die Skythen des Herodot" (Stuctg. >841) erscheinenund starb daselbst am 1 >. Mai >845.

LeAdner (Friede. Wilh.), Dvctor der Theologie und ordentlicher Professor der Kate-chetik und Pädagogik an der Universität zu Leipzig, gcb am > 1. Dec. >779 zu Weida imneustädter Kreise, erhielt seine Vorbildung zur Universität auf der Stifts- undKlosterschulezu Zeitz, wo ihm als Primaner der Rector Müller bei Vakanzen oft Wochen und Monatelang in den untern Elasten Lehrstunden übertrug, wodurch seine Neigung zum LehrfacheNahrung erhielt. Aus der Universität zu Leipzig studirte er anfangs hauptsächlich Philo-logie, später Theologie. Seine pädagogische Laufbahn begann er als Mitarbeiter am Til-lich'schen Institut in Leipzig. Jm I. >804 wurde er Hülfslehrcr und nach Ablehnungmehrcr auswärtiger Rufe, unter andern als Rector nach Neustrelitz, > 896 ordentlicherLehrer an der neugegründeten Bürgerschule zu Leipzig. Im Z. > 898 habüitirte er sich beider Universität, und ungeachtet sehr ehrender Rufe nachBasel (>8I0), Königsberg (>8II)und Stettin (>812) erhielt er doch erst >815 eine außerordentliche Professur der Philo-sophie und erst 1825 die ordentliche der Katechetik und Pädagogik, > 826 aber von Königs-berg aus die theologische Doctorwürdc. Einen Ruf nach Dorpat im I. > 828 und wieder-holte Auffoderungen, vorzüglich seit > 833, eine Schulrathsstelle in Preußen anzunehmen,lehnte er aus Liebe zu seinem Vaterland ab. Um die Organisation der leipziger Bürger-schule hat er sich viele Verdienste erworben; sein Plan (1828) zu einer zweckmäßigen Or-ganisation deS gesammten Schulwesens in Sachsen kam aber in Folge der Ereignisse de-I. l 83V nicht zur Ausführung. Im Z. >844 wurde er hauptsächlich wegen Differenzenmit dem Vorstände derBürgerschule als Lehrer dieser Anstalt, welche Stelle er neben seinerProfessur beibehalten hatte, pensionirt. L.'s Verdienste um die Pädagogik sind sehr bedeu-tend. Er hat, Einer der Ersten, in Gelegenheitsschristen und in seinen akademischen Vor-trägen das Christenthum als Princip der Erziehung geltend zu machen gesucht, und diegenetische Methode für allen Unterricht empfohlen und ausgebildet. Von seinen hierhergehörigen Schriften sind hauptsächlich zu nennen seine DissertationenI)e metlwclo gsne-tica" (Lpz. l898) undIle ülilbus et jiraesicküs artis paeckitgogicae secunckilm princijnaäoctrinoe cllrist." (Lpz. >825), sowie seine im Geiste der genetischen Methode bearbeite-ten Lehrbücher über Religion, Gesang, Arithmetik, Geschichte, deutsche Sprache, die zumTheil mehre Auflagen erlebten. Seine theologische Wirksamkeit seit > 825 war vorzüglichder praktischen Theologie zugewendet. Sein WerkDie Lehre vom Abendmahl nach derSchrift" (Lpz. 1331) erfuhr sehr abweichende Beurtheilungen. Der ihm gemachte Vor-wurf des Mysticismus ist nicht begründet, wol aber steht er auf Seiten der symbolgläubi-gen Orthodoxie. Als vieljähriges Mitglied des Kunst- und Gewerbevereins in Leipzig warer für Verbreitung richtiger Ansichten über Gewerbfreihcit und Zünfte sehr thätig; docherfuhr er dabei viel Widerspruch, sodaß er zuletzt als Dirigent des Vereins abtrat. SeitI8V6in die Freimaurerloge Apollo zu Leipzig ausgenommen und sehr bald zu allen wich-tigen Ämtern befördert, kämpfte er sehr eifrig, als er in der Freimaurerei eine blos deistischeRichtung als die vorherrschende zu erkennen glaubte, in besondernVorträgengegendieselbe»n, und da dies fruchtloS.blieb, verließ er die Loge und schrieb das weit verbreitete und in