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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
Seite
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Linden-rog Llndner (Fricdr. Ludw.) 13

besserung der Gehalte gering dotirtcr Prediger und Schullehrer im Königreich Sachsenund im Herzogthum Sachscn-Altcnburg. Groß und allgemein anerkannt sind die Ver-dienste, die er sich durch seine humane Mäßigung, freisinnige Denkart,vielerprobte Eeschäfts-thätigkeit und unerschütterliche Rechtlichkeit um das Königreich Sachsen erworben. Dabeiist er seinem ursprünglichen Vaterlande Altenburg ununterbrochen der treuste und um-sichtigste Leiter und Rathgeber. Als Landtagspräsident sprach er hier im Juni >832 dasgewichtige Wort aus,daß der Regent als Monarch durch Macht und Ansehen seststehen,das aristokratische Princip aber untergehcn müsse". Eine auffallende, höchst erfreulicheErscheinung ist es, in dem großen Staatsmanne zugleich den ausgezeichneten Gelehrtenvereint zu sehen, zumal in einer Wissenschaft, welche, in ihrcrTiefe erfaßt, leicht dazu führenkann, ihre Pfleger der Welt und ihrem Treiben zu entziehen. Unter seinen Schriften, welcheden gründlich gebildeten Astronomen bekunden, erwähnen wir dieTabies barometri<inespaar lacililcr Itz calciil clcs Nivellement» et des mesnres lies lmntenrs ;>sr le barn-metre" (Gotha >809);Talmine Veileris" (Gotha >810, 1.);Talmlae Nortis"(Eisenb. >81 l, 1.);Investigatio novo orlntoe a Nercuria circa solsm eiescrstrtae"(Gotha 18t3,-1.) undGeschichte der Sternkunde im ersten Jahrzehcnd des 19. Jahrh."(Gotha 1811); auch setzte er Zach'sMonatliche Korrespondenz der Erd- und Himmels-kunde" (>807>4) fort und gab mit Bohnenberger gemeinschaftlich dieZeitschrift fürAstronomie und verwandte Wissenschaften" t6 Bde., Tüb. > 8 > 818) heraus.

Lindenbrog oder Lindenbruch (Erpold), lat. auch Tiliobroga genannt, ein zuseiner Zeit berühmter Geschichtsforscher, gcb. > 5-10 zu Bremen, gest. >616 zu Hamburg,ist namentlich als Herausgeber der8cri;,toresrerum German, septentrionalium" (Franks.1609 und 1630, Fol.; 3. Ausg., vermehrt von I. A. Fabricius, Hamb. >706, Fol.), derChronik von des Kaisers Karl's des Großen Leben und Thaten" (Hamb. > -593, 1.) undderHistoria regiim vamae" (Leyd. 1595,1.) bekannt. Seine beiden Brüder zeichne-ten sich als Philologen aus; der ältere, Heinrich L., welcher von 1570 1612 lebte,lieferte eine werthvolle Bearbeitung des Censorinus (Hamb. >611, 1., und Leyd. 1512);der jüngere, Friedrich 8-, geb. > 575, gest. >618, machte sich um die Erklärung und Kri-tik des Terentius, Statius, Ammianus Marcellinus, der Priapeja u. s. w. verdient. Vgl.Leben der berühmten lündenbroKioriim" (Hamb. 1723).

Lindner (Friede. Ludw.), ein bekannter politischer Schriftsteller, geb. am 23. Oct.1772 zu Mitau in Kurland, wo sein Vater Friedrich L. ein angesehener Arzt war, stu-dirtc in Jena Medicin und ging, nachdem er daselbst die medicinische Doctorwürde erlangthatte, nach Wien und später nach Brünn, wo er in der Folge sich mehr und mehr von derArzneikunst abgezogen fühlte. Nach mancherlei Wechsel der Verhältnisse, worin bald lite-rarische Thätigkeiten, bald politische Richtungen ihn beschäftigten, kehrte er nach Deutsch-land zurück und lebte nun eine Zeit lang in Erfurt und dann in Weimar, wo er mit Ber-trich in literarische Verbindung trat. Zum Professor der Geographie und Statistik in Jenaernannt, sah er sich bald bei der im I. 1811 herrschenden Aufregung als ein fast unbeding-ter Verehrer Napoleon's vielfachen Anfeindungen ausgesetzt und zog sich deshalb in dasPrivatleben zurück. Das allgemeine Aufsehen, welches es machte, daß ein geheimes Buk-lctin Kotzcbue's, das ihm 1817 zufällig zu Gesichte gekommen war und das er in Abschrifteinem Freunde mitgetheilt hatte, im Druck erschien, nöthigte ihn, sich nach dem Elsaß, demGeburtslande seiner Frau, zu wenden. Später nahm er seinen dauernden Aufenthalt inStuttgart, wo er unter Anderm mitCotta eine neue ZeitschriftDie Tribüne" unternahm.Gleichzeitig schien er im engsten Vertrauen eines deutschen Hofes zu stehen und dessen In-teresse lebhaft zu fördern. Allgemein wenigstens war die Meinung, daß solchen Verhält-nissen dasManuskript aus Süddeutschland" entsprungen sei, welches 1820 mit fingirtemDruckort, herausgegeben von Georg Erichson, erschien, und durch die Kühnheit der Ansichtund Sprache, sowie durch die Art der Mittheilungcn das größte Aufsehen erregte. Reisennach Frankreich und England gaben ihm neue politischeNahrung. Indessen konnte er sich,als isolirter politischer Schriftsteller, auf dem künstlichen Standpunkte einer rein süddeut-schen Politik unmöglich lange halten. Das Erscheinen der Sammlung seiner pikantestenAufsätze unter dem TitelGeheime Pavierc" (1821) mag vielleicht dazu beigetragen ha-