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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
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12 Linden Lindenau

Grundsätze der Wortforschung, angewandt auf die poln. Sprache" (Marsch. 1806); auchÄersetzte er ins Deutsche das Werk von OssolinskiKadlubek, ein historisch-kritischer Bei-trag zur slaw. Literatur" (Marsch. 1822) undPotocki's und Kolontaj's WerkBom Ent-stehen und Untergange der poln. Constitution vom 3. Mai 1791" (2Bde., Marsch. 1793).

Linden (Joh. Anton van der), ein durch seine elassische Bildung ausgezeichneterArzt des >7.Jahrh., geb. 1609 zuEnkhuysen in den Niederlanden, gest. 1663 als Professorder Medicin zu Leyden, hat sich durch mehre medicinische Werke, namentlich aber durchseine kritischen Ausgaben des Hippokrates (2Bde., Leyd. 1665; zuletzt 2 Bde., Ven. 1757)und Celsus (Leyd. 1657 und 1665), in denen man freilich oft zu große Willkür bei derFeststellung hes Textes zu tadeln hat, bekannt gemacht.

Lindenau (Bernh. Aug. von), als Staatsmann wie als Astronom gleich ausge-zeichnet, Landschaftsdirector im Herzogthum-Sachsen Altenburg und früher königlich sächs.Staatsminister und Vorsitzender im Gesammtministerium, geb. am I I. Juni 1780 zuAltenburg, wo sein Vater ebenfalls Landschaftsdirector war, erhielt von früher Jugend aneine sehr zweckmäßige Erziehung und Bildung und studirte seit 1793 in Leipzig die Rechteund Äameralia und zugleich unter Hindenburg Mathematik. Nachdem er 1798 zumDoctor der Rechte promovirt worden war, wurde er noch in de:-nselben Jahre als Assessorim Kammercollegium zu Altenburg angestellt, wo er sich indeß als junger Mann dermaßenin den Strudel derVergnügungen reißen ließ, daß ihn nur der Tod einer geliebten Freundinwieder zu erheben vermochte. Von neuem wendete er sich 1801 mit allem Ernst den mathe-matischen Studien zu. Schon früher bekannt mit dem Baron von Zach (s. d.), kam er zudiesem auf die Sternwarte auf dem Seeberge bei Gotha und übernahm 1803, als dieserdas mittägliche Frankreich bereiste, die Direction der Sternwarte. Im 1.1805 trat er zwarwieder in das Kammercollegium ein; doch als Zach >808 abging, wurde er Direktor derSternwarte. Im I. 1809 arbeitete er für das pariser Ilöpüt Fenöral Ue la guerre anTriangulirungen in Thüringen und Franken, und 1812 machte er eine Reise durch Frank-reich, Holland, einen Theil Spaniens und Italien. Im Freiheitskriege folgte er im März1813 dem Großhcrzoge von Weimar, Karl August , als Oberstlieutenant und Eeneral-adjutant nach Paris, wo er, in einem Duell lebensgefährlich verwundet, sich einer schmerz-haften Operation unterwerfen mußte. Nach dem Frieden kehrte er wieder auf seine Stern-warte zurück; doch die Nothwendigkeit einer Reform im altenburg. Kammercollegium be-wirkte abermals seinen Rücktritt ins Geschäftsleben. Er wurde >817 Vicekammerpräsident,1818 Vicclandschaftsdirector in Altenburg und < 820 Geh. Rath und Minister in Sachsen-Gotha, wo er während der Negierung des körperlich und geistig entkräfteten letzten männ-lichen Sprößlings der goth. Speciallinie, des Herzogs Friedrich's IV., mit ebenso viel Klug-heit als Rechtlichkeit die schwierigsten Aufgaben löste. Nach dem Tode desselben im I.1825 trat er für die Zeit der Eesammtverwaltung der streitigen Erblande als Gesammt-minister in den Dienst der drei Herzoge von Hildburghausen, Meiningen und Koburg.Nach der Landestheilung im I. 1826 zum Landschaftsdirector in Sachsen-Altenburg er-wählt, ging er gleichzeitig als Geh. Rath in königlich sächs. Dienste, wurde 1827 Gesandterbeim Bundestage, 1829 aber nach Dresden zurückberufen, wo er als Director der Com-merziendeputation und Mitglied des Geh. Raths eintrat. Auch erhielt er die Oberaufsichtder königlichen Museen. Bei den Unruhen in Sachsen im Sept. 1830 bethätigte sich dasallgemeine Vertrauen, welches das ganze Land in ihn setzte. Er wurde Cabinetsministerund nach Einführung der Constitution im I. 1831 Staatsminister des Innern, gab jedoch1833 das Portefeuille des Ministeriums des Innern ab. Seitdem führte er als Staats-minister den Vorsitz im Gesammtministerium; auch hatte er sich die Oberaufsicht über diekönigliche Bibliothek, die Museen und Sammlungen, welche ihm eine gänzliche Umbildungverdanken, sowie dieDirection der Akademie der Künste, der Straf- und Versorgungs-anstalten Vorbehalten. Nach dem Schlüsse des Landtags nahm er im I. 1833 seine Ent-lassung aus dem königlich sächs. Staatsdienste und wählte sein Rittergut, den Pohlhofin Altenburg, zu seinem Aufenthalte, um hier wieder seinen Lieblingsstudien zu leben.Wie er als Minister fortwährend zu Gunsten der Staatskasse aufseinen Gehalt verzichtethatte, so verfügte er auch über seine Pension zur Unterstützung für Künstler und zur Ver-