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9 (1846) Ligny bis Mösien
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Sille Lilly

cher entweder ein unbcblätterter oder beblätterter Stengel entspringt. Die großen, gewöhn»lich schön gefärbten Blüten stehen einzeln oder in Ähren, Trauben und Büscheln beisammen.Man besitzt mehre Prachtwerke über die L.; eines der gelungensten gabRcdoute. Viele ge-deihen im freien Lande, andere aber, zumal die aus Tropenländern stammenden, verlangeneinen Platz im Elashause und besonders umsichtige Behandlung, wenn sie zum Blühen ge-bracht werden sollen, was dennoch bei vielen oft in mehren Jahren nicht Einmal gelingt.

Lille, niederländ. Nyssel, die Hauptstadt des franz. Departements des Norden,eine der wichtigsten Festungen Europas, zwischen der Lys und der schiffbaren Deule, diedurch die Stadt fließt, hat vortreffliche Umgebungen und 80000 E. Die Stadt ist gut ge-baut, besonders in dem neuern Theilc; unter den öffentlichen Plätzen zeichnet sich aus derParadeplatz, und unter den breiten, gut gepflasterten, des Nachts erleuchteten Straßen dieKönigsstraße. Unter den öffentlichen Gebäuden sind zu erwähnen die alte Moritz-, die Ste-phans- und die Peterskirche, das schöne 1430 gebaute Rathhaus, die prächtige Kornhalle,das große Hospital, das Schauspielhaus, das Zeughaus, die Armenanstalt für 800 Kinderund die großartige Hauptwache. L. ist der Sitz der Departementalbehörden, einer Militair-division, eines Tribunals der ersten Instanz, eines Handelsgerichts und einer Handelskam-mer; es hat eine Börse, eine Münze, eine Akademie der Literatur und schönen Künste, eineZeichen- und Malcrschule, eine Wundarzneischnle, eine schöne Bibliothek, einen botanischenGarten, eine Gemäldegalerie und wichtige Fabriken in wollenen Zeuchen, Leinwand, Spi-tzen, Baumwolle, Taback, Leder, Papiertapeten, Glas und Fayence; Zuckerraffinerien,große Baumwollenspinnereien, Kattundruckereien, Garn - und Lcinwandbleichen und Ba-tistmanufacturen. In der Nähe der Stadt befinden sich mehr als hundert Ölmühlen. DerHandel mit Colonialwaaren, Getreide und Öl ist bedeutend, und die Tulpenzucht wird hierbeinahe so stark wie in Harlem getrieben. Spargel und Melonen werden von hier bis Pa-ris versandt. Die Citadelle, das Werk Vauban's, ist ein Meisterstück der Befestigungskunst.L. wurde 863 von Balduin I., Grafen von Flandern, erbaut und bestand anfangs nur auseinem Schloß, das von seiner Lage zwischen den zwei Flüssen die Insel, I'isle, woraus spä-ter der Name Lille entstand, genannt wurde. Mit wenigen Unterbrechungen gehörte es fort-während den flandrischen Grafen und ihren Nachfolgern aus dem Hause Burgund undÖstrcich bis i667, wo cs Ludwig XlV. eroberte, der es auch im aachener Frieden behielt.Zwar wurde cs 1708 vom Prinzen Eugen nach einer hartnäckigen Belagerung «erobert,doch mußten es die Östreichcr in Folge des utrechter Friedens von 1713 wieder an Frankreichzurückgeben. Jm J. 17 92 wurde die Stadt von den Ostreichen; beschossen, doch ohne Erfolg.

Lilllput ist bei Swift inEulliver's Reisen" und bei einigen andern Satirikern derName eines erdichteten kleinen Ländchens, dessen Bewohner, die Lillipu te r, nicht größerals ein Daumen sein sollten. Die Dichtung scheint eine Nachahmung der bei den altenDichtern vorkommcndcn Pygmäen (s. d.).

Lilly (William), ein berühmter engl. Nstrolog, geb. 1602 zu Diseworth in der Graf-schaft Lcicesier, ging in früher Jugend nach London, wo die Noth ihn zwang, in Dienste zutreten. Er wurde 1624 Buchhalter eines Kaufmanns, der nicht schreiben konnte, und hei-rathete nach dessen Tode die Witwe, die ihm ein Vermögen von 1000Pf. Sterl. zubrachte.Seit 1632 beschäftigte er sich mit der Astrologie und verschaffte sich eine Abschrift der ,,^r»notoim" von Cornelius Ä gripp a (s. d.), aus welcher er die Lehre von den magischenKreisen und den Geisterbeschwörungen schöpfte. Bald nachher erhielt er von dem Dechantdes Capitcls zu Wcstminster die Erlaubniß, gemeinschaftlich mit einem Hofuhrmacher undeinem Manne, der sich auf den Gebrauch der Wünschelruthe verstehen wollte, einen verbor-genen Schatz in der Westminstcrabtei zu suchen. Sie gingen in nächtlicher Stunde anSWerk, wurden aber durch einen heftigen Sturm abgeschreckt, de» L. später höllischenGeistern zuschrieb, die er gebannt haben wollte. Seit 1644 gab er bis zu seinem Todejährlich seinenNerlinus rmßücu»" heraus. Während des Bürgerkriegs trat er auf dieSeite des Parlaments und wußte seine astrologischen Weissagungen mit großer Schlau-heit auf die Leichtgläubigkeit seiner Zeitgenossen zu berechnen. Er wurde 1648 mit Boo-ker, einem andern Astrologen, in das Lager bei Colchester geschickt, um daS ^Kriegsvolkdurch Weissagungen zu «rmuthigen, und erlangte so großen Ruf, daß man ihm fiir sein«