Lilybäum Lima« 7
Dienste ein Jahrgcld gab. Der König von Schweden, dessen er in seinem astrologischenAlmanach rühmend gedacht hatte, schenkte ihm 1659 eine goldene Kette. Nach der Restau-ration wurde er aufBefehl des Parlaments verhaftet, weil man Kenntniß von den Geheim-nissen der Republikaner bei ihm vermuthete; auch wurde er über Diejenigen befragt, diebei Karl's I. Hinrichtung waren gebraucht worden. Bald nachher erhielt er Begnadigungund zog sich in die ländliche Einsamkeit zurück, wurde aber >666 wieder zu einem Verhörvorgeladen, weil man aus einigen Hieroglyphen in seinem Almanach geschlossen hatte, daßer über die Ursachen des großen Brandes in London unterrichtet wäre; aber er wollte vondiesem nichts wissen, wiewol er versicherte, das Ereigniß vorausgeschen zu haben. SeineLebensgeschichte ist ein sehr unterhaltendes Buch, worin er schlau zwischen Wahrheit undLüge hindurchzusteuern weiß, und selten dieser sich mehr hingibt als nothwendig ist, um sei-nen Ruf als Astrolog zu bewahren.
Lilybäum hieß bei den Alten die westlichste Landspitze Siciliens, jetzt Capo Boeobei der Stadt Marsala; von der nächsten afrik. Spitze Cap Bon ist cs 15 M. entfernt, so-daß die Erzählung der Alten, ein besonders scharfsichtiger Man» habe von L. aus die auSdem noch entferntemHafen von Karthago laufenden Schiffe zählen können, als eine Fabelerscheint. Die Karthager gründeten bei L. um 356 v. Chr. eine Stadt, die den gleichen Na-men trug und vorzüglich mit griech. Einwohnern bevölkert wurde. Stark befestigt und mitvortrefflichem, jetzt aber herabgekommencm Hafen galt sie ihnen als Hauptstützpunkt ihrerHerrschaft in Sicilien. Zm ersten pun. Kriege wurde sie von den. Römern belagert,aber erst im Frieden ihnen überliefert, und lange blieb sie als bester Übergangsork nachAfrika im Wohlstand.
Lima, die Hauptstadt des ehemaligen span. Vicekönigreichs Peru und gegenwärtig dersüdamerik. Republik gleiches Namens, liegt an derKüste des Stillen Meers in einem ziemlichwohlangebauten Thale von mildem Klima, am Nimac, der eine Meile unterhalb der Stadtmündet, und zählt 7069» E. Sie ist von einer durch 3-1 Basteien flankirten Mauer auSBacksteinen umgeben, wird von geraden Straßen durchschnitten, deren aus Holz und Back-steinen oder Lehm gebaute Häuser wM» kssr Erdbeben selten mehr als ein Stockwerk haben.Außer den mehr durch ihre Überladung mit edeln Metallen und Steinen als durch edleBauart merkwürdigen 65 Kirchen zählt sie wenig Gebäude von Bedeutung; die ansehn-lichsten sind das Regierungsgebäude, der erzbischöfliche Palast, das Universitätsgebäude,das Andreashospital, die Münze, das Theater und der Circus für die Sticrgefechte. Da-gegen ist sie durch eine Menge wissenschaftlicher Anstalten berühmt, obgleich dieser Ruhmjetzt mehr in dem Namen als dem innern Werth derselben besteht. Es gibt hier eine 1553von Karl V. gestiftete Universität, die älteste in ganz Amerika, fünfGymnasien, eine Sckiff-fahrtsschule, mehre andere UnterrichtSanstalten und drei öffentliche Bibliotheken, worunterisie Nationalbibliothek die reichste ist; auch ist L. der Sitz eines Erzbisthums, des ältestenin Südamerika, sowie des Congrcsses und der obersten Regierungsbehörden der Republik.Die Stadt ist die reichste im ganzen span. Südamerika, obschon ihr Reichthum seit der Ne-publikanisirung desselben und dem Versiegen der metallischen Hülfsquellen des Landes ge-gen früher bedeutend abgenommen hat; doch ist sie noch immer der Mittelpunkt eines be-deutenden Handels, der sowol landeinwärts mit den innern Provinzen Perus, als mit allenHäfen der Südsce und Europas über Callao betrieben wird. Diese, am Stillen Meere ge-legene, von L. drei Stunden entfernte und mit demselben durch eine schöne Straße verbun-dene Stadt, auch Bucnavista genannt, bildet die Hafenstadt L.S, zählt gegen 6600 E. undist sehr stark befestigt. L. wurde 1585 von den Spaniern unter Pizarro gegründet, die ihmden Namen Ciudad de los Neues gaben. Furchtbar wurde es am28.Oct. !746 von einemErdbeben verwüstet, das in wenigen Stunden fast die ganze Stadt vernichtete; noch schlim-mer erging es bei dieser Gelegenheit dem alten Callao, das nebst allen im Hafen liegendenSchiffen vom Meere verschlungen wurde, sodaß sich von seinen 3600 E. nur zwei retten konn-ten. Noch kann man, wenn das Meer ruhig ist, die Ruinen des alten Callad auf dem Mee-resgründe sehen. Das gegenwärtige Callao wurde seitdem in der Nähe des alten aufgebaut.
Liman wird, besonders im Gegensatz zur Delta- und Haffbildung, die eigenthüm»liche, oft zu einem breiten Meeresarm erweiterte Mündung eines Flusses genannt, der ge«