Druckschrift 
9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4 Liguori Ligurien

tete, ernannte der zu Paris nicdergesctzte Unionsrath den Bruder der ermordeten Guism,den Herzog von Maycnne, zum Gencrallieutenant des Reichs und ^Anführer der liguisti-scheu Streitmacht. Die Parteiungen im Innern des katholischen Bundes, die Langsamkeitdes Herzogs und die Thatkraft des Königs brachten jedoch die anfangs mächtige Sache derLiguisten in Verfall. Weil der König von Spanien nach dem Protectorat des Bundes,vielleicht gar nach der Krone von Frankreich strebte, entschloß sich der Herzog von Mayennc,den gefangenen Cardinal von Bourbon als Karl X. zum König von Frankreich zu procla-miren. Allein der Herzog verlor am I l. März > 590 bei Jvri l 0900 M. nebst seinem gan-zen Geschütz, und nun waren, obgleich sich auch im März 15SI der Papst Gregor XlV. fürdie Ligue erklärte, die Fortschritte Heinrich'sIV. nicht mehr aufzuhalten. Nachdem derselbeim Juli 1593 zum Katholicismus übergctrcten, öffnete ihm das unter der Tyrannei derSechzehner seufzende Paris die Thore; ein Mitglied nach dem andern verließ jetzt denBund. Die Lossprechung des Königs vom Bann gab der Ligue endlich den letzten Stoß,sodaß sich der Herzog von Mayenne imJan. > 596 gegen Auslieferung mehrer Sicherheits-Plätze, Bewilligung einer allgemeinen Amnestie und Bezahlung der rückständigen Kriegs-kosten ebenfalls unterwerfen mußte. Vgl. Mignet,Uistoire 6o I» Illgue" (5 Bdc-, Par.1829). Die Gewaltthätigkeit gegen die freie Reichsstadt Donauwerth im I. 1607 undandere Verletzungen des Vertrags zuPaffau (s. Religionsfriede) bewogen amä.Mai1608 die vornehmsten protestantischen Fürsten Deutschlands in dem zu Ansbach gehörigenKloster Ahausen zu einer Union zur Vertheidigung ihres Glaubens und ihrer Territorienzusammenzutreten, die jedoch nicht gegen Kaiser und Reich gerichtet sein sollte. Der Kur-fürst FriedrichV (s. d.) von der Pfalz galt später als das Haupt des Bundes. Dagegenbetrieben die katholischen Stände, vornehmlich die Bischöfe von Würzburg und Augsburg,Konstanz, Regensburg, der Propst von Ellwangcn und Leopold von Steiermark einen Ge-genbund, an dessen Spitze sich das eifrigste Mitglied, der Herzog und spätere Kurfürst Ma-xim i li an l. (s. d.) von Baiern, stellte. Die heilige^a, die das katholische Interesse auf-recht halten sollte und zu der auch Mainz, Trier und Köln traten, wurde am l O.Juli l 609zu München beschworen. Obschon das Schwert noch längere Zeit in der Scheide blieb,so war doch diese Spaltung Deutschlands der erste Schritt zum DreißigjährigenKriege (s.d.). Vgl. Stumpf,DiplomatischeGeschichte der deutschen Liga" (Erf. 1800).

Liguöri (Alfonso Maria), der Stifter der Liguorianer oder Redemptoristen(s. d.), geb. am 26. Sept. >696 zu Neapel, widmete sich anfangs der Rechtswissenschaft,wurde aber wegen eines unangenehmen Vorfalls 1722 Priester. Er schloß sich sehr baldan die in Neapel errichtete Glaubcnspropaganda an und beschäftigte sich als Missionar mitdem Unterrichte des Landvolks. Hierauf stiftete er >732 mit Genehmigung des Papstesin der Einsiedelei Sta.-Maria zu Villa Scala, in dem Urincipato citra, einen klösterlichenVerein, dessen Theilnehmer sich Glieder des Ordens vom Erlöser (il santo reäentvrs) nann-ten und zum Dienste des wahren katholischen Glaubens, sowie zum Jugendunterricht sichverpflichteten. Im I. 1762 wurde L. von Clemens Xlll. zum Bischof von Sancta AgathaGothici in dem krincipalo »Itru ernannt, von welchem Amte ihn Pius Vl. auf sein Ersu-chen 1775 entband, indem er alt, kränklich, durch Fasten und Selbstpeinigungen erschöpft,seine Geschäfte als Bischof nicht mehr glaubte erfüllen zu können. Er zog sich nun in denHauptsitz der von ihm gestifteten Congregation zu Nocera de' Pagani zurück, starb daselbstam I. Aug. 1782 und wurde am 26. Mai >839 von Gregor XVI. kanonisirt. Vgl. Jean-card,Vie 6a b. ^Ipk. 1^." (Löwen 1829; deutsch, Negensb. 1840).

Ligurien, das Land der Ligurer, eines Volks, von dessen Abstammung wir nur wis-sen, daß es weder den Iberern noch Kelten angehörte. In viele kleine Völkerschaften ge-theilt, wohnten bie Ligurer in ältester Zeit im südlichen Gallien und im nördlichen Italienvom Busen deS Mittelmeeres viel weiter landeinwärts, als später, wo sie durch die Keltenzurückgedrängt wurden, ja im Westen der Rhone, wo sie mitJberern gemischt gewohnt hat-ten. ganz untergingen. Im Osten der Rhone waren ligurische Stämme, namentlich dieSalyer oder Salluvicr noch lange Zeit den Massilicrn gefährlich, bis sie von den Nömeru125 v. Chr. unterworfen wurden und ihr Land den Anfang der gallischen Provinz bildete.Zn Italien blieb das Land südlich vom obern Po, wo die Ananen wohnten, ligurisch, und