Jakobiucrordcn Jakobiten 613
s Molilins und Gohier beschützten den Club als eine Stütze der Republik; allein S icye s (s. d.)
- in Verbindung mit Fauche (s. d.) ließ ihn schließen, worauf sich die Mitglieder in die
" Straße Bac zurückzogen. Hier wurden endlich die Jakobiner im Aug. > 799 als geschlos-
sene Partei zum lctztenMale zersprengt. Nach den Ereignissen vom l 8. Brumaire (s.d.),wo die politische Gewalt dem früher« Jakobiner Bonapartc zusiel, suchte Fouche die con-spirircnden Überbleibsel der alten Jakobiner mehrmals in ihren Schlupfwinkeln auf undließ sie ins Gefängniß werfen oder deportiren. Mit Befestigung der monarchischen Gewaltmußte nun der Jakobinismus, der in seinen Bestrebungen, Einrichtungen und Mitgliedernan den alten Nevolutionsclub anknüpfte, gänzlich verschwinden. Der Name Jakobiner istjedoch seitdem ein stehender Begriff geworden und man bezeichnet damit nicht nur die Wüth-riche einer entfesselten Demokratie, sondern überhaupt alle, die in Fanatismus und Ver-brechen den bestehenden öffentlichen Zustand Umstürzen wollen. In diesem Sinne wurdennach der Restauration der Bourbons jene Adelige und Priester Jakobiner genannt, welchedie beschworene Verfassung unterdrückten, den Pöbel zu Greueln aufrciztcn, die Deputie-ren verletzten und das Land durch Kerker und formlose, blutige Proccssc in Furcht undj Schrecken setzten. Vgl. „ivioniteur „Iiiversel" (1790—99), Thiers, „Ilistoiro cke In! volution t'ran<;aise" (10 Bde., Par. 1823—27) und „1^05 äucnbiiir clepiim I789su5-^ «pi'a ce jour" (Par. I 822).
' Jakobinerorden nannte man in Frankreich auch die Domini caner (s. d.).
Jakobiten nannten sich dieMon ophy fiten (s.d.) nach dem Mönche Jakob Bara-^ dai oder Zanzalos, gest. 578, der sie, nach ihrer Zerstreuung, unter Justinian's Regierung^ ui einer selbständigen Neligionspartci wieder vereinigte. Sie hatten in Syrien, Ägyvchn' und Mesopotamien zahlreiche Gemeinden mit Bischöfen und Patriarchen, und vermochtensich unter der Herrschaft der Araber, die sich seit der Mitte des 7. Jahrh. des Orients be-mächtigten, um so eher zu behaupten, da sie sich sowol von der griech. wie von der röm.
. Kirche getrennt. Da jedoch die ägypt.Jakobiten später die Gunst der Araber misbrauchtcn,1 so kam es 135T zu einer Verfolgung, die sehr Vielen das Leben kostete. In ihrer Reli-gionsübung nunmehr eingeschränkt und von ihren asiat. Brüdern allmälig getrennt, bilde-ten die ägypt. Jakobiten seitdem eine besondere Sekte, die noch jetzt unter dem NamenKopten (s. d.) besteht. Innere Uneinigkeiten und politische Ursachen veranlaßtcn um die-selbe Zeit eine Absonderung der abyssin. und armen. Monophysiten. Die Jakobiten in Sy-rien und Mesopotamien, gegenwärtig aus etwa 30 —30,oou Familien bestehend, habensich, ungeachtet mancher Einigungsversuche der röm. Kirche, bis auf die Gegenwart alseine unabhängige Sekte behauptet. Sie stehen unter zwei Patriarchen, von denen dereine zu Diarbekr die syr., der andere im Kloster Saphran bei Mardin die mesopotam. Ec-! »winden regiert. Die Gewohnheit der Bcschneidung vor der Taufe und den Lehrsatz vonder einigen Natur Christi, weshalb sie Monophysiten heißen, haben sie mit den Koptenund Abyssiniern gemein; in Verfassung und Liturgie aber weichen sie weniger als die übri-gen monophysitischen Gemeinden von der orthodoxen griech. Kirche ab.
Jakobiten heißen in England die politischen Anhänger des 1689 vom Thronevertriebenen Königs Jakob ll. (s. d.), sowie seines, von den katholischen Mächten als. Jakob III. (s. d.) anerkannten Sohnes, und seines Enkels, des Prätendenten KarlEduard (s. d.). Viele Engländer und Schotten, die Erstem aus katholischem Interesse,die Letztem aus Liebe für die angestammte Dynastie, gingen mit Jakob ll. nach Frankreichund förderten hier unter Beihülfe des franz. Cabinets die Jntriguen und Expeditionen,welche dem männlichen Zweige des Hauses S t u art (s. d.) die brit. Krone wicdervcrschaf-fen sollten. Die Namen Macdonald, Walsh, Fitzjames, Berwick, Hamilton u. A., sinddurch diese Flüchtlinge in Frankreich heimisch geworden. Von größerer Bedeutung als diese1 Ausgewanderten war indessen die Partei, welche die vertriebene Dynastie unter den engl,s Tories und in Schottland behielt. Der ganze Adel Hochschottlands blieb jakobitisch, indem^ er das Interesse des Landes mit dem der Dynastie vermischte. Durch den Widerstand derJakobiten kam die Union zwischen Schottland und England erst >707 zu Stande. DieKönigin Anna (s. d.) war, im Einverständniß mit den engl. Großen, gar nicht abgeneigt,ihrem Stiefbruder, Jakob IN-, die brit. Thronfolge vor den, entferntem Hause Hannover