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7 (1846) Heim bis Juwelen
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Jäger

Jägerndorf

Freuden wanderte er nach Nom, bat den Papst um Erlaß der Strafe wegen seiner E»l.wcichung und um Dispens vom kanonischen Alter, mußte jedoch Jahre lang auf die Er-füllung seiner Wünsche hoffen. Inzwischen hatte er die ital. Literatur so lieb gewonnen,daß er nach erhaltener Priesterweihe noch länger in Florenz zu bleiben beschloß und deshalbdie Stelle als Beichtvater bei den Deutschen daselbst annahm. Seine ital. Übersetzungvon Büsching'sErdbeschreibung" (Flor. >770) brachte ihm zwar bei den Italienern denRuf eines Gelehrten; doch eine fehlgeschlagene Hoffnung bestimmte ihn, nach seinem Va<terlande zurückzukehren, wo er durch den Kurfürsten von Mainz als Direktor am katholi-scheu Gymnasium zu Erfurt angestellt und 1775 als Privatbibliothekar der HerzoginAmalie nach Weimar berufen wurde. Er starb am 1. Febr. 18»-t. Durch seine Bearbei-tung von Tiraboschi's8toris elella letteraturu ital." (3 Bdc., Lpz. 177781) trug erviel bei zur genauern Kcnntniß der altern ital. Literatur. SeinItal. Wörterbuch"machte das Bedürfniß eines bessern nur fühlbarer, und seineSprachlehre" kam durchFernow in Vergessenheit. Sein Sohn, Ferdinand I., geb. zu Weimar I78st, er-warb sich den Ruf eines nicht unbedeutenden Malers. Er war der Schüler Tischbein s inKassel, bildete sich dann in Wien und Paris weiter aus, erhielt 1801 den Professorkitelund lebte dann 180610 in Italien, zumeist in Rom. Als Fahnenträger machte er denFreiheitskrieg mit und starb 1820. KarolineJ., die Schwester des letzter«, geb.znWeimar 1778, wurde zur Ausbildung ihres seltenen Talents für die Tonkunst von derHerzogin Amalie nach Manheim gesendet, hier von Beck und Zffland unterrichtet und dar-auf als Hofsängerin am Weimar. Theater angestellt. Durch ihre außerordentliche Schön-heit, wie durch ihre seelenvolle Stimme, ihren trefflichen Vortrag und ihr im Tragischenergreifendes Spiel riß sie Alles zur Bewunderung hin. Auch gewann sie die Neigung de-Großherzogs Karl August, der sie mit dem Rittergute Heigendorf beschenkte und zur Frauvon Heigendorf erhob. Ihrem mächtigen Einflüsse soll sogar Goethe gewichen sein, indemer, um ihr gänzlich das Feld zu räumen, von der Verwaltung der Bühne zurücktrat, aufwelche sie von da an bis zum Tode des Großherzogs den größten Einfluß ausübte. Späterlebte sie abwechselnd in Berlin und Manheim und auf ihrem Gute.

Jäger sind eine der wichtigsten Truvpenarten und durch die vorzügliche Sicherheitihres fernhin treffenden Schusses ebenso zum Angriff wie zurVertheidigung geeignet. Siehaben nicht die Bestimmung, in Masse zu fechten, weil dadurch die Wirksamkeit des Ein-zelnen beschränkt und die für denselben nothwendige Deckung durch geschickte Benutzung de-Terrains unmöglich werden würde; im Nothfall zur Masse vereinigt, bedienen sie sich beiauf der Büchse zu befestigenden Hirschfängers zur Vertheidigung. Ihr Schuß ist auf Ivo200 Schritt gegen den einzelnen Mann als sicher zu betrachten, und kann bis KvvSchritt noch mit Wahrscheinlichkeit des Erfolgs angewendet werden. Durchschnittene-Terrain zu vertheidigen, ist ihrer Eigenthümlichkeit besonders angemessen; in offenemebenem Terrain werden sie besser durch Tirailleurc erseht, weil sie zu keinen raschen Be-wegungen geeignet sind, die ihnen die Ruhe beim Schuß nehmen würden. Vorzüglichwichtig ist ihr Dienst im Belagerungskricgc, wo sie die Artilleristen des Feindes durch ihrFeuer lichten und an kräftiger Geschützbedienung hindern.

Jägerndorf, ein gegenwärtig theils zum leobschüher Kreise des Regierungsbezirk-Oppeln der preuß. Provinz Schlesien, theils zum troppauer Kreise des östr. Schlesiens ge-höriges Fürstentum, ehedem ein Bestandteil des Herzogtums Ratibor-Troppau, wurdezu Ende des 15. Jahrh. durch eine Erbsonderung zu einem eigenen Fürstenthum gestaltetund kam bald darauf in Besitz eines Freiherr« von Schellenberg, dessen Söhne es aber1512 an den Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg verkauften. Nach dem kin-derlosen Ableben desselben siel es 1603 an den Kurfürsten Joachim Friedrich von Bran-denburg, der seinen nachgeborenen Sohn Johann Georg damit apanagirte. Letzterer wurde>623 als Anhänger des von den Böhmen erwählten Königs Friedrich geächtet und seinesLandes verlustig. Obschon nun nachmals Kaiser Leopold 1. den Kurfürsten Friedrich Wil-helm wegen seiner Ansprüche aufJ. entschädigte, so nahm hoch König Friedrich», vonPreußen jenen Verlust zum Vorwand des ersten Kriegs mit Ostreich und erlangte im dar-auffolgenden Frieden auch einen Theil dieses Fürstentums mit der Hauptstadt Leobschütz-

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