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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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711
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Galvani Galvanismus 7H

alten Ämter nach Venedig zurück, wo er 1785 starb. Besonders glücklich war er im Fachkomischer Opern, deren er gegen 50 schrieb.

Galväni (Aloisio), geb. zu Bologna am 9. Sept. 1737, studirte anfangs Theologie,widmete sich aber später dem Studium der Anatomie und Physiologie und wurde 1762 Pro-fessor der Anatomie zu Bologna. Der Beifall, welchen seine Abhandlung über die Uringc-fäße der Vögel fand, führte ihn zu dem Entschluß, die Physiologie der Vögel vollständig zubearbeiten; doch beschränkte er sich später auf die Untersuchung ihrer Gehörwerkzeuge. DerZufall führte ihn zu der Entdeckung des nach ihm benannten Galvanismus (s. d.). Aufeiner Reise, die er nach Sinigaglia und Nimini machte, war er so glücklich, der Ursache derbei dem Krampfsische sich zeigenden elektrischen Erscheinungen auf die Spur zu kommen.Als er während der Revolution den Beamteneid zu leisten sich nicht entschließen konnte, ver-lor er sein Amt, lebte hierauf in der Zurückgezogenheit auf dem Lande und starb am ä. Dec.I 798. Er schriebDe viribus eleetricitatis in motu musculsri" (2. Aust., Bologna 1792).

Galvanismus ist Elek tricität ss. d.), die sich nur durch die eigenthümliche Artihrer Erregung von der gewöhnlichen Elcktricität unterscheidet, indem sie durch bloße Berüh-rung ungleichartiger Leiter, namentlich ungleichartiger Metalle, entsteht. Wenn sich z. B.ein Stück Zink und ein Stück Kupfer wechselseitig berühren, so wird das Zink positiv, dasKupfer ebenso stark negativ elektrisch, welche Elcktricität durch empfindliche Elektroskope(s. Elektrometer) zur Wahrnehmung gebracht werden kann. Verbindet man die beidenungleicharugcn Metalle, während sie sich an einem oder mehren Punkten metallisch berüh-ren, an andern Stellen durch eine Flüssigkeit, was man z. B. bewirken kann, indem manzwischen zwei aufeinander liegende Platten eine feuchte Tuch - oder Pappscheibe einschicbt,so jedoch, daß sich die Platten noch an einem Rande berühren, oder indem man beide Plattenin ein Gefäß mit Flüssigkeit taucht und mit ihren obern Rändern zusammenneigt oder durcheinen Draht verbindet, so erhält man die Anordnung der sogenannten geschlossenengalvanischen Kette. In einer solchen finden die entgegengesetzten Elektricitäten einenWeg durch die Flüssigkeit und den Draht hindurch, sich zu vereinigen; aber in dem Maßeals ihre Vereinigung erfolgt, entwickeln sich auch durch die fortdauernde Berührung neueQuantitäten entgegengesetzter Elcktricität, die sich wiederum durch die Flüssigkeit vereinigenu. s. w., sodaß auf diese Weise eine continuirliche Strömung entgegengesetzter Elektricitätennach entgegengesetzten Richtungen entsteht, die sich in jedem Augenblicke vereinigen und vonneuem wieder erzeugen. Dieser Vorgang ist cs, den man mit dem Namen des el ek irischenoder galvanischen Stroms bezeichnet. Die Wirkungen, welche die geschlossene galvani-sche Kette auf Leiter, die sich in ihrem Kreise befinden, zu äußern vermag, lassen sich in vierElasten bringen, von denen jedoch manche nur dann in deutlichem Grade erscheinen, weimman, statt ein einziges Paar metallischer Platten anzuwenden, deren mehre mit Zwischen-einbringung feuchter Leiter auf eine der nachher anzugebenden Arten verbindet. Diese vierElasten von Wirkungen sind: l)Die physiologischen Wirkungen. Das einfachsteBeispiel derselben ist, wenn man ein kupfernes Geldstück über, ein silbernes unter die Zungelegt, und beide Geldstücke sich vorn vor der Zungenspitze berühren läßt. Indem hier die ent-gegengesetzten Elektricitäten sich durch die Zunge hindurch vereinigen oder, wie man sagt,der Strom durch sie hindurchgeht, empfindet dieselbe einen eigenthümlichcn Geschmack. Lei-tet man galvanische Ströme durch Theile des Körpers, so treten nach Maßgabe der Stärkedes Stroms schmerzhafte Empfindungen und krampfhafte Contractionen der Muskeln ein.Die Sinne empfangen dadurch eigenthümliche Eindrücke, je nach ihrer Natur. 2) Die eh e -mischen Wirkungen. Sie zeigen sich am einfachsten darin, daß, wenn man zwei, mitden Polen einer galvanischen Säule in Verbindung stehende Metalldrähte in eine Röhrevoll Wasser leitet, södaß die Spitzen derselben in geringem Abstande voneinander bleiben,der zwischen ihnen durch das Wasser hindurchgchendc Strom eine Zersetzung desselben in derArt bewirkt, daß sich Sauerstoff an dem mit dem positiven Pole (Zinkpole), Wasserstoff andem mit dem negativen Pole (Kupfcrpole) in Verbindung stehenden Drahte entwickelt.Auch alle andere chemisch zusammengesetzte Körper lassen sich solchergestalt durch hinlänglichkräftige Säulen in ihre Bestandthcile zersetzen. Dabei scheidet sich stets der eine Bestand-theil, bei Metollsalzlosungen das Metall, am negativen, der andere am positiven Pol aus.