154 Exil Exorcismus
der Exhaustionsmethodc, die den Alten die Stelle der Analysis des Unendlichen ver-trat, ist in hohem Grade interessant und lehrreich, dabei ganz geeignet, uns mit hoher Ach-tung für die strenge Gründlichkeit und den großen Scharfsinn der alten Mathematiker zuerfüllen. Sie zerfällt eigentlich in vier Methoden, die man thcilS aus dem Euklides, theilsaus den Schriften des Archimedes kennen lernt.
Exil heißt die Verbannung, wodurch Jemand genöthigt wird, die Stadt oder dasLand zu verlassen, wo er sich bis dahin wesentlich aufhielt. Das Exil war namentlich imAlterthum sowol als Strafe als auch als Mittel, sich Verfolgungen und Untersuchungenzu entziehen, insbesondere bei politischen Bewegungen, gewöhnlich; im letzter« Falle hieß csfreiwilliges Exil. (S.Deportation und Verbannung.)
Exirnirter Gerichtsstand, s. Gerichtsstand.
Exmission, d.i. Hcraussetzung aus der Wohnung, ist eine Art der Execution, welchestattfindet, wenn Jemand zur Räumung einer Wohnung rechtskräftig verurtheilt, diesemErkenntniß nicht nachkommt.
Exmouth (Edward Pellew, Viscount), brit. Viceadmiral, geb. zu Dover am l 9.Apr. 1757, trat 1770 in brit. Seedienst und focht 1777 auf dem Champlainsee in Nord-amerika. Mit dem capitulirendcn General Bourgoync gefangen, jedoch auf Ehrenwort ent-lassen, wurde er 1779 Lieutenant, 1789 im Kriege gegen Frankreich verwendet und >782zum Capitain befördert. Von 1786—89 war er auf Neufundland stationirt; im I. 1791wurde er auf Wartegcld und beim Ausbruche des stanz. Revolutionskriegs 1799 wieder inActivität gesetzt. Als Befehlshaber einer Fregatte nahm er das erste stanz. Linienschiff undzeichnete sich bei jeder Gelegenheit ebenso sehr durch Muth und Entschlossenheit wie durchMilde und Wohlwollen gegen seine Untergebenen aus. Im I. >794 erhielt er das Com-mando über das westliche Geschwader, und 1799 blockirte er Rochefort im Interesse derzweiten unglücklichen Unternehmung der stanz. Royalisten. Hierauf wurde er 1891 Marine-oberst und 1892 vom Flecken Barnstablc als Tory ins Parlament gewählt. Beim Wieder-beginn des Kampfs gegen Frankreich blockirte er die feindliche Seemacht zu Fcrrol und em-pfing 1894 mit dem Range eines Contreadmirals der Weißen Flagge das Commando derStation in Ostindien, wo er die dän. Besitzungen eroberte. Im I. >819 zum Viceadmiralernannt, schloß er mit seiner Flotte die Schelde, und 1814 wurde er unter dem Titel LordExmouth von Canontrige zum Pair ernannt. Als Commandeur der engl. Seemacht imMittelländischen Meere wirkte er nach Napolcon's Rückkehr von Elba für Wiedereinsetzungder Bourbons in Neapel. Von den Barbareskenstaaten erlangte er 1816 ohne Waffen-gewalt dieFrcilassung der Christensklavcn, Frieden mitSardinien und Neapel, Anerkennungder Jonischen Inseln und das Versprechen, sich des Korsarcnhandwerks zu enthalten. AlsAlgier nicht Wort hielt, kehrte er in Verbindung mit einer niederländ. Flotte unter dem Vice-admiral van Capellen nach Algier zurück, ging auf der Höhe des Molo in Angesicht derstärksten Landbattcrien vor Anker und zwang, da Güte nicht fruchtete, durch das Bombar-dement vom 27. Aug. 1816 den Dei zu Erneuerung des Vertrags, wofür er von seinemKönige mit der Würde eines Visco-unt, von verschiedenen Continentalmächten mit Orden,von England durch das Parlament mit der engl. Bürgerkrone belohnt wurde. Die >817ihm verliehene einträgliche Stelle des Hafcncommandanten von Plymouth legte er nach dreiJahren nieder und lebte dann im Schoost seiner Familie auf seinem Landsitze Teignmouthbis zu seinem Tode, am 23. Jan. 1833.
Exorcismus (griech.), d. i. Beschwörung unter Anrufung der Götter, heißt bei denKirchenvätern das Beschwören böser Geister bei dem Namen Gottes oder Christi, aus einemMenschen, den sie besessen hatten, auszusahren. Die Beschwörer hießen Exorcisten. Nachd/m zu Jesu Zeit im Morgenlande weit verbreiteten Dualismus hielt man nämlich alleÜbel und auch Krankheiten für Wirkung böser Geister, und die Juden glaubten, daß Stumm-heit, Epilepsie, Mondsucht, Krämpfe, Wahnsinn, kurz alle Krankheiten, bei denen der Menschseiner selbst nicht mächtig war, davon herrührten, daß der Kranke von einem bösen Geiste be-sessen sei. Durch besondere Formeln oder Zaubersprüche glaubte man indeß die bösen Gei-ster zwingen zu können, den Kranken zu verlassen. Dies war gemeine Meinung bei den Ju-den zu Jesu Zeit, die besonders Zauberformeln, die von Salomo erfunden sein sollten, ge-