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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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ESpinel Esplanade 99

glänzendsten Geistesgaben mit einem für die leidenschaftlichste Liebe empfänglichen Herzenvereinigte, gcb. zu Lyon am 1S. Nov. 1732, war ein außer der Ehe gezeugtes Kind der Frauvon Albion, welche von ihrem Manne getrennt lebte. Dieselbe erzog ihre Tochter öffentlichals die ihrige und würde ihr eine passende Lage gesichert haben, wenn sie nicht plötzlich gestor-ben wäre. Nach dem Tode der Mutter kam die Tochter in das Haus Vichy-Chamrond's, desSchwiegersohns ihrer Mutter, wo sie die Aufsicht über die Kinder führte, und 1752 als Ge-sellschafterin zur Marquise Du-Deffand, der Schwägerin ihrer Mutter. Beide Frauen lebtenanfangs in bester Eintracht; allein sie wurde gestört, als Aller Herzen und selbst d'Alem-bert, der geprüsteste Verehrer der Du-Deffand, der E. zu huldigen anfingen. Die Marquiseentfernte sie von sich; allein die Verstoßene hatte bereits zu zahlreiche Verehrer, die durchden Herzog von Choiseul es dahin brachten, daß der König ihr ein anständiges Jahrgeld aus-setzte. Von jetzt an trat sie in die große Welt, und die glänzendsten Cirkel wetteiferten um dieEhre ihrer Gegenwart. D'Alembert warb vergebens um ihre Liebe und konnte nie mehr alsihre Freundschaft erhalten. Der Graf von Mora, ein edler Spanier, liebte sie, ward von ihrwieder geliebt, doch schnell über den Obersten Guibert, der durch sein Verhältniß zu Fried-rich ll. bekannt ist, vergessen. Sie starb am 23. Mai 1776. Ihre „I^ettres, etc." (2 Bde.,Par. 1809; deutsch, Lpz. 1809), welche ihre Verhältnisse und den Wechsel der seltsamenLaunen der Liebe mit Anmuth und Zartheit schildern, zeugen von einer seltenen Bildung.

Espincl (Vicente), berühmt als Dichter und Musiker, wurde am 28. Dec. 1551 zuRonda im Königreich Granada geboren; er stammte aus einer altadeligen, aber verarmtenFamilie und nahm statt des Namens seines Vaters Francisco Eomez, nach einem damalsherrschenden Misbrauch den seiner mütterlichen Großmutter, Espinel, an. Er studirte zuSalamanca, ließ sich aber von der damals herrschenden Sucht nach Abenteuern verlocken,Kriegsdienste zu nehmen, durchzog nun als Soldat einen großen Theil Spaniens, Frank-reichs und Italiens und erlebte in der Thal mancherlei Abenteuer, die er in seinen „kela-ciones cks l» Villa »venturas Oel Lscuckero Llarcoo cie Obregon" (Madr. 1618, zuletzt1803; deutsch von Tieck, Bresl. 1827) erzählt. Schon damals mußte er als Dichterund Musiker sich einen Namen erworben haben; denn als zu Ende des J. 1580 für dieGemahlin Philipp's II., Anna von Ostreich, feierliche Exequien zu Mailand veranstaltetwurden, erhielt E. den Auftrag, Text und Musik dazu zu componiren, und seine Arbeit wurdeder des Anibale Tolentino vvrgezogen. Reich an Erfahrungen und Kenntnissen, aber auchan Jahren und arm an irdischen Gütern, kehrte er in sein Vaterland zurück, trat in den geist-lichen Stand und erhielt ein Beneficiat in seiner Vaterstadt Ronda und später die Stelleeines Kapellans am dortigen königlichen Hospital. Auch genoß er, wie sein Freund Cervan-tes, eine Pension von D. Bernardo de Sandoval y Rojas, dem Cardinalerzbischofe vonToledo. Doch konnte er, wie Cervantes, nie eine sorgenfreie Existenz erlangen, woran viel-leicht seine Tadelsucht und seine bissige Laune zum Theil Schuld sein mochten. Die letztenJahre seines Lebens brachte er in Madrid zu in der Zurückgezogenheit des Klosters vonSanta Catalina de los Donados, wo er auch 1633 starb. Man hat von ihm einen BandGedichte (Madr. 1591), der außer lyrischen ein großes Lobgedicht „I.» 6s8a «le lu memoria"und eine Übersetzung von Horaz's „Lpistola -»> kisones" enthält, die lange Zeit für die bestein span. Sprache galt. Auch ist er, obgleich nicht der Erfinder, doch der Verbesserer der Dc-cimen, zehnzeiliger Strophen achtsylbiger Verse, denen er eine geregeltere Form und Reim-stellung gab und die daher seitdem den Namen Espinelas tragen. Ist er auch nicht einLyriker ersten Rangs, wofür ihn seine Zeitgenossen hielten, so gehört er doch jedenfalls unterdie Bessern der cl'assischen ital. Schule; für die Nachwelt dürfte die obenerwähnte Lebens-beschreibung des Marcos de Obregon wichtiger und interessanter sein, die Lesage vielfach be-nutzt hat. Auch in der Geschichte der Musik nimmt E. einen bedeutenden Platz ein; er warVirtuos auf der Guitarre, welcher er die fünfte Saite beifügte.

Esplanade nennt man in einer Festung den unbebauten freien Raum, der absicht-lich zwischen der Stadt und den Werken der Citadelle gelassen wird und mindestens 800Schritt breit sein muß, damit der Feind, wenn er die Stadt erobert hat, nicht von den derCitadelle zunächststehenden Häusern aus den Angriff auf die erstere mit Vortheil eröffnen

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