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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Erde

zu lauft« scheint, und erst seit wenigen Jahrhunderten ist es den Menschen gelungen, sichvon dieser Täuschung loszumachen. Bekanntlich war es Kopernicus, welcher die Hypotheseaufstellte, daß die Sonne ruhe und die Erde nebst den Planeten sich um sie bewege, eineHypothese, die jetzt allgemein als unumstößliche Gewißheit angenommen wird und an derenRichtigkeit keinen Augenblick mehr gezweiftlt werden kann. Ihren Weg um die Sonne legtdie Erde in einem Zeiträume von ungefähr 365'/, Tagen zurück, den wir ein Jahr (undzwar ein Sonncnjahr) nennen. Die Bahn, welche die Erde beschreibt, ist genau genommenkein Kreis, sondern eine länglichrunde, dem Kreise sehr ähnliche, krumme Linie, nämlich eineEllipse, in deren einem Brennpunkte die Sonne steht. Daraus folgt, daß die Erde nicht zuallen Zeiten des Jahrs gleich weit von der Sonne entfernt ist, und zwar steht sie ihr am näch-sten (in der Sonnennähe oder dem Perihelium) zu Anfang des Jahrs, also wenn cs für dienördliche Halbkugel Winter ist, am fernsten (in der Sonnenferne oder dem Aphelium) umdie Mitte des JahrS, wenn die nördliche Halbkugel Sommer hat. Der Unterschied zwischender größten und kleinsten Entfernung ist indeß verhältnißmäßig zu unbeträchtlich, um aufdie Wärme, welche wir von der Sonne erhalten, einen erheblichen Einfluß zu äußern, undder Unterschied der JahrSzeitcn hat eine ganz andere Ursache. Die kleinste Entfernung derSonne von der Erde beträgt 26,3200V«, die größte über 2 > Mill., die mittlere (welche derhalben großen Achse der Erdbahn gleich ist) 20,667000 M. Hieraus ergibt sich, daß derWeg, den die Erde jährlich durchläuft, über l29 Mill. M. beträgt; demnach legt die Erde(genauer ihr Mittelpunkt) in jeder Secunde ungefähr 4'/,» M. oder über 9300«» par. F.zurück, eine Geschwindigkeit, die man bester würdigen kann, wenn man bedenkt, daß einDampfwagen auf einer Eisenbahn zu einem gleich langen Wege gewöhnlich eine Stundebraucht, eine Kanonenkugel aber in der Secunde höchstens 20002300 F. zurücklegt.Außer dieser jährlichen Bewegung um die Sonne hat die Erde noch eine zweite, tägliche Be-wegung, die bereits oben erwähnte Achftndrchung, indem sie sich täglich (genauer in 23 Stun-den 56 Minuten 4 Sccundcn mittlerer Zeit) und zwar von Westen nach Osten einmal umihre Achse dreht. Die Folge dieser Umdrehung ist das scheinbare Auf- und Untcrgchen derSonne und überhaupt der Wechsel der Tageszeiten, da mit Ausnahme der beiden kaltenZonen oder der den Endpunkten der Achse zunächst liegenden Gegenden jeder Ort der Erdesich während eines Theils jener Umdrehungszeit auf der erleuchteten oder der Sonne zuge-kehrtcn, während des übrigen ThcilS auf der dunkeln oder von der Sonne abgewandlenHälfte der Erde befindet. Das Vcrhältniß zwischen der Länge des TagS und der Nacht hängtvon dem Winkel ab, den die Erdachse mit der Ebene der Erdbahn bildet. Wenn die Erd-achse auf dieser Ebene senkrecht stände, so würden überall auf der ganzen Erde Tag undNacht das ganze Jahr hindurch gleich sein, und ein Wechsel der Jahrszeitcn könnte nichtstattsinden. Allein die Erdachse macht mit der gedachte» Ebene einen Winkel von 23'/-°,die Folge dieser Einrichtung ist die Verschiedenheit der Jahrszeiten, wie sie auf der Erdestattfindet, die klimatische Verschiedenheit der einzelnen Thcile der Erdoberfläche und diemit den Jahrszeitcn zusammenhängende Ungleichheit der Tage und Nächte, die nur fürden schmalen, unter dem Äquator liegenden Strich der Erde das ganze Jahr hindurch gleichlang sind, für alle andere Gegenden aber nur an den beiden Tagen im Jahre, wo die Sonnescheinbar durch den Äquator des Himmels geht, was um den2l. März und 23, Scpt. statt-findet. Vom 21. März an entfernt sich die Sonne nach Norden zu von dem Äquator, bissie um den 2l. Juni einen nördlichen Abstand von 23V," erreicht hat, worauf sic sichdem Äquator wieder bis zum 23. Sept. nähert. Von diesem Tage an entfernt sie sich vonihm nach Süden, bis sie am,21. Dec. einen südlichen Abstand von 23'/-" erreicht hat,worauf sie sich abermals dem Äquator nähert, bis sie ihn am 21. März wieder erreicht hat.Am 21 . Juni ist für die nördliche Halbkugel der längste, für die südliche der kürzeste Tag >umgekehrt am 21. Dec. für die nördliche Halbkugel der kürzeste, für die südliche der längsteTag. (S. Iahrszeiten.) Noch mag erwähnt werden, daß die Umdrehungsgeschwindig-keit, welche offenbar von den Polen oder Endpunkten der Erdachse aus bis zu den von ihnengleichweit entfernten Gegenden des Äquators allmälig zunehmen und dort am größten seinmuß, unter dem Äquator etwa der Geschwindigkeit einer Büchsenkugel gleich ist, urdem jederEonv.-Lex. NeunteAufl. V. 4