Ennins Ensemble 76!)
Doctor der Medici» promovirt wurde. Er sing nun an zu prakticircn und bereiste dannEngland, Holland und verschiedene deutsche Bäder. Unter der Leitung des Professors Wol-fart legte er einen ticfern Grund zu der neuen Lehre des Magnetismus. Im I. 1819 wurdeer in Äncrkcnntniß „der vorzüglichen und ausgezeichneten Dienste und der vielen Opfer, dieer für die gute Sache des Vaterlands unermüdlich gebracht" zum Professor der Mcdicin ander neuen Universität zu Bonn ernannt, wo er nun als Lehrer der Anthropologie, psychischenHeilkunde und Pathologie sich allgemeine Achtung erwarb. Um nach dem Vaterlande zurück-zukchren, nahm er 1837 seine Entlassung und ließ sich in Innsbruck als praktischer Arzt nie-der. Doch der Mangel an fast allen literarischen Hülfsmittcln bestimmte ihn, >81 l sichnach München übcrzusicdeln, wo er, seitdem als praktischer magnetischer Arzt sehr thätig,durch viele glückliche Euren einen großen Nus erlangt hat. Unter seinen Schriften erwähnenwir als Hauptwerk „Der Magnetismus in einer geschichtlichen Entwickelung dargestcllt"(Lpz. >819), das gegenwärtig unter dem Titel „Geschichte des Magnetismus" in einerzweiten ganz umgearbcitctcn und vermehrten Auflage erscheint, deren erster Theil (Lpz.>811) die Geschichte der Magic umfaßt; ferner die „Historisch-psychologischen Unterstechungen über den Ursprung und das Wesen der menschlichen Seele" (Bonn 1 821 ), „An-thropologische Ansichten zur bessern Kenntniß des Menschen" (Bonn 1828) und „Der Mag-netismus im Verhältnisse zur Natur und Religion" (Stüttg. und Tüb. 1812).
Emmis (Quintus), einer der ältesten röm. Dichter, der eigentliche Schöpfer des röm.Epos, war zu Nudiä in Calabrien um 2 in v. Ehr. geboren. Er that später Kriegsdienste,wurde in Sardinien mit dem ältern Cato bekannt und kam mit diesem nach Rom, wo erbald die Freundschaft der angesehensten Männer, unter Andern des Scipio Africanus desÄltern, gewann und das röm. Bürgerrecht erlangte. Hier unterrichtete er junge Leute ausangesehenen Familien in der griech. Sprache und Literatur, deren genaue Kenntniß zugleichden Einfluß erklärlich macht, den er auf die Bildung der lat. Sprache hatte. Fast in allenGattungen der Poesie hat sich E. versucht, und obgleich Sprache und Vers bei ihm nochranh und hart sind, was man der Zeit, in welcher er lebte, anrcchncn muß, so werden dochdiese Mängel durch die Kraft seines Ausdrucks und das Feuer seiner Sprache völlig ausge-glichen. Daher wurden auch seine Gedichte von Cicero, Hora; und Virgil hoch geschätzt, undErstcrer besonders führt in seinen Schriften sehr häufig Verse aus denselben an. Von seinenvielen Gedichten, namentlich den einem bedeutenden Epos in 18 Büchern, sowie
von seinen Tragödien und Komödien sind noch zahlreiche Bruchstücke vorhanden, welcheColumna (Ncap. I 790, -1.), besser aber Hessel (Amst. 17117, 4.), I. A. Giles (Lond. 1837)und A. de Gournay in den „lVIemoires <Io I'^cuckemic: tle <7r»ei>" (18-10) gesammelt haben.Die Fragmente der „Vnunles" wurden besonders bearbeitet von Mcrula (Lcyd. 1797, 1.)und E. Spangcnbcrg (Lpz. 182.7). Vgl. Hoch, „Ile blimiuiiorum aininliuin fr->z;iuei><i5"(Bonn 1839). Die wenigen Überreste seiner Dramen wurden von Bothe in den „LuekaeI-o. «e.eilici" (Bd. I) .zusammengestellt.
EnnodlUs (Magnus Felix), ein wegen seiner classischcn Bildung hochgeschätzter Bischvf zu Pavia, lebte um 517 n. Chr. und war ein Zeitgenosse des Bocthius (s. d.) undCassiodorus (s. d.). Außer einer Anzahl von Gedichten, welche er verfertigte, erwähnenwir besonders seine Briefe, herausgcgebcn von Sirmond (Par. >611), und seinen in einerziemlich schwülstigen und manicrirtcn Sprache verfaßten Pancgyricus ans Thcodorich, derzuleßr-sn Manso's „Geschichte des ostgoth. Reichs" (Brest. > 821 ) abgcdruckt worden ist.Seine sakmntlichen Werke erschienen zu Paris >696 und zu Venedig 1729 (Fol.).
Ens, ein Fluß in Ostreich, der Tirol und das Erzhcrzogthum Ostreich durchströmtund hier bei der ^tadt Ens im Traunkrcisc in die Donau mündet. Durch ihn wird dasErzhcrzogthum in zwei Theilc gethcilt, die das Land unter dcr Ens und das Land obdcrEns heißen; jenes umfaßt Unter - oder Nicdcröstrcich, dieses Oberöstrcich, zu welchemauch der 1816 von Baiern an Ostreich abgetretene Theil Salzburgs gerechnet wird. Daselftere umfaßt 311 UM. mit 1,311000 E-, das letztere 333 UM. mit 817000 E.
Ensemble nennt man das Ganze als solches und ohne Rücksicht auf seine einzelnenTheilc. Wenn man bei Beurtheilung eines Gegenstandes der schönen Künste auf die Wir-Eonv.-Lex. Neunte Ausl. IV. 4s>