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768 Enkaustik Ennemoser ^

(Wien 132 4),Das Bild der Nemesis" (Wien 182 5),Über den Umgang mit unS selbst"(Wien 1829),Don Tiburzio" (Wien 1831),Dorat's 2^od" (Wien 1833),VonderBeurtheilung Anderer" (Wien 1835),Kermes und Sophrosyne" (Wien 1838),Überdie Freundschaft" (Wien 1840) undÜber Bildung und Selbstbildung" (Wien 1842) .

einen scharfen Beobachtungsgeist beurkundet. Noch bedeutender war er als Kunstkritiker, ,besonders im dramatischen Fache; wir erwähnen seineMelpomene oder über das tragische i

Interesse" (Wien 1827),Briefe über Eoethe's Faust" (Wien 1834),Über deutsche >

Zeitmessung".(Wien 1836),Studien über Lope de Vega Carpio" (Wien 1839) und das §polemisch-satirische MerkchenDie Epistel des O.. Horatius FlaccuS, über die Dichtkunst, fürDichter und Dichterlinge gedolmetscht" (Wien 1841). Er selbst ist als Dichter in gebun- !dener Nede nur einmal aufgetreten in seinem frühesten DruckwerkDie Blumen, ein Lehr-gedicht" (Wien 1822).

Enkaustik (griech.), eigentlich Einbrennungskunst, nannten die Alten sowoldie Kunst, die Schreibtafeln (s. Diptychon) mittels eines Spatels und des Feuers mitWachs zu überziehen, als auch diejenige Art der Malerei, deren Bindemittel durch Wärmeschmelzbar ist, umso die Farbenaufträge in die Unterlagen eindringen und mit diesen sich innigund dauernd verschmelzen zu lassen. (S. Wachsmalerei.)

Enkratiten, s. Gnosis. !

Ennemoser (Jos.), bekannt als medicinisch-philosophischer Schriftsteller, wie durchseinen Lebensgang und seine magnetischen Euren, wurde zu Hinterste im tiroler LandgerichtPasseyer am 15. Nov. 1787 geboren. Ein Bauerssohn und unter sieben Brüdern derLiebling des Großvaters, der ihn in früher Jugend zu sich nach Schönau nahm, hatte er vonseinem achten Jahre an die Ziegen desselben und dann die Kleinrinder dreier Gemeinden aufden Alpen zu hüten. Nachdem er nebenbei in der Dorfschule überraschende Fortschritte ge-macht hatte, erhielt er nach vielfacher Einwendung die Erlaubniß zu studiren, wozu er durch §

den damaligen Curator zu Hinterste, im Kloster Trasp in Graubündten und auf den Gym- >

nasien zu Meran und zu Trient die Vorbereitung erhielt. Seine akademischen Studienmachte er seit 1806 zu Innsbruck, bis sie der Krieg im I. 1809 unterbrach. Als Studentwar E. mit Andreas Hofer, dem Wirth auf dem Sande, bekannt und auch von ihm unter-stützt worden. Beim Ausbruch des Kriegs folgte er demselben als dessen Gcheimschreibcrund zeichnete sich an dessen Seite, wie als Anführer seiner Landsleute auf mehrfache Weist ,rühmlichst aus. Nach Beendigung des Kriegs ging er, um seine Studien zu vollenden, erstnach Erlangen, dann nach Wien. Die Hindernisse, die er hierbei fand, und der Mangel anSubsistenzmitteln hatten ihn zu dem Entschlüsse gebracht, einen andern Lebenspfad zu suchen,als er einen Kaufmann aus Altona kennen lernte, der ihn mit auf Reisen nahm. Ein Lands-mann, den er in Berlin fand, setzte ihn in den Stand, seine medicinisch-philosophischen Stu-dien wieder aufzunehmen. Als 1812 der Krieg gegen Rußland ausbrach, wurde er nebstein paar andern Tirolern nach England gesendet, um hier Unterstützung für Tirol zum Auf-stande gegen Napoleon zu suchen. Auf die Nachricht von dem Ausgange des russ. Feldzugseilte er über Schweden nach Preußen zurück, hatte aber unterwegs auf der Ostsee das Un-glück, im Sturme Schiffbruch zu erleiden, und wurde nach vierzehntägiger Irrfahrt auf fastwunderbare Weise zu Kalmar von Lootsen gerettet. In Folge des Aufrufs Friedrich Wil-helm's III. trat er als Offizier mit seinen Landsleuten und Freunden in das Lützow'sche Frei-korps, für welches er mit ganz besonderer Thätigkeit nebst seinem Freunde Jak. Riedel eineCompagnie Tirolerjäger sammelte, die er mit diesem während des Kriegs in denJ. >813und 1814 anführtc. Auch erhielt er vor der Schlacht bei Leipzig wiederholte Sendungen indas Hauptquartier des Königs von Preußen und hatte längere Zeit die Kriegspolicci unterdem Befehle des russ. Obersten von Heidecker zu besorgen. Später zeichnete ersichimLützow'-schen Corps namentlich an der Stecknitz, bei Lauenburg, bei Mölln und Ratzeburg gegen dasDavoust'sche Corps aus. In der Belagerung Jülichs hielt er bei einem Ausfälle der Fran-zosen im März 1814 mit seiner Compagnie ein ganzes Bataillon über zwei Stunden auf,bis das entfernte Corps berbcikam und den Feind zurückschlug, und empfing zur Belohnungdas Eiserne Kreuz. Nach dem pariser Frieden und der Rückkehr aus Frankreich nahm erseinen Abschied und ging wieder nach Berlin, wo er seine Studien beendete und 18 > 6 als