Englische Maaren Enk von der Burg 767
Actricen fixe Gehalte. Der Ertrag der Vorstellungen wurde, nach Abzug der Kosten, in 2VPortionen getheilt, von welchen dem Direktor I», die andern lv der Gesellschaft zugingen.Das Zuverlässigste über die Entwickelung der engl. Bühne findet sich in den Originalwerkenvon Shelone, Steevens, Need, Chalmers und Collier; auch inHawkins' ,,'l'I>e or^in ns Ilieenglisli clrsma" (3 Bde., Oxs. 1773).
Englische Maaren nennt man vorzugsweise die in Manchester verfertigten Baum-wollenwaaren und die sogenannten kurzen Maaren, welche aus Birmingham und Sheffieldin den deutschen Handel kommen. Was die engl. Maaren im Allgemeinen anlangt, die ingroßer Menge ausgcführt werden (s. Deutscher Handel) und sich durch Güte und Wohl-feilheit auszeichnen, so haben Ursachen vereint ihnen den Vorzug vor denen des Festlandes,namentlich in früherer Zeit auch Deutschlands verschafft, und eine falsche Annahme ist es,wenn man glaubt, daß ein bloßes Verbot derselben die deutschen Fabrikate alsbald zu einergleichen Güte und Wohlfeilheit führen werde. Die Bedingungen der Vortrefflichkeit der engl.Fabrikate liegen in der engl. Staatsverfassung, die jedes Individuum in seinen Rechtenschützt und sichert, und ihm die volle und freie Entwickelung aller seiner Anlagen und Talenteerlaubt; in der nationalen Gesetzgebung durch das Parlament; in der durch diese Verfassungbedingten, nothwendig auch auf Kenntniß des Praktischen gerichteten Ausbildung der Staats-beamten; in dem Gemeingeist des engl. Volks, der alle große Ideen, die die Nationalwohl-fahrt befördern können, großherzig unterstützt; in der glücklichen Lage des Landes, der uner-meßlichen Schiffahrt, und der dadurch mannichfaltig erregten und beförderten großen Thä-tigkeit und sich wechselsweise unterstützenden Industrie. Endlich haben auch die unerschöpf-lichen Steinkohlenlager und die dadurch leichter als anderwärts mögliche Benutzung derDampfmaschinen, welche in allen Fabriken, Manufakturen und Gewerben mit dem größtenNutzen angewcndet werden, den bedeutendsten Einfluß sowol auf die Wohlfeilheit als aufdie Tüchtigkeit der engl. Maaren.
Engltssren heißt das in England aufgekommene Verfahren, nach welchem den Pfer-den, namentlich den Kutsch - und Reitpferden, der Schweif gekürzt wird, was in der Regeldurch einen Thierarzt geschieht. Die Nothwendigkeit des Englisirens hat man darin suchenwollen, daß dadurch die weniger gut gestalteten Schweife verschwinden, daß Wagen undReiter weniger beschmuzt werden und auch der Schweif sich reinlicher erhält; doch sind dieskeine Gründe, die diese barbarische Operation entschuldigen können, denn nicht nur, daßdurch das Englisiren das Pferd seiner schönsten Zierde verlustig geht, so macht man sich aucheiner doppelten Thierquälerei schuldig, indem einmal die Operation mit Schmerzen ver-bunden ist, dann aber auch das Pferd jeder Waffe entbehrt, um in der heißen Jahreszeitsich seiner Peiniger, der Fliegen, Bremsen u. s. w., entwehren zu können.
Engymeter, s.Diastimerer.
Enharmönisch hieß in der altgriech. Musik dasjenige der drei Klanggeschlechtcr, beiwelchem das Tetrachord in zwei Vierteltöne und einem Ditonus (großen Terzie) getheiltwurde. (S. Chromatisch und Diatonisch.) In der heutigen Musik nennt man da-gegen enh armenisch die Aufeinanderfolge zweier Töne oder Akkorde, die nur in Namenund Schrift, nicht im Klange verschieden sind, z. B. cis und lles. Der enh arm onisch eWechsel wird da angewendet, wo durch Ausweichung in entfernte Tonarten zu viele Ver-setzungszeichen die Übersicht erschweren würden.
Enk von der Burg (Mich. Leop.), ein scharfsinniger Denker und feiner Kritiker,wurde am 28. Jan. 1788 zu Wien geboren, wo er die Gymnasialstudien am Josephinum,die philosophischen an der Universität zurücklegte. Mehr durch äußere Nöthigung als ausinnrrm Beruf trat er 1810 in den geistlichen Stand und wurde hierauf Professor an demGymnasium zu Melk. Der Glaube, auch als Lehrer verkannt zu werden, führte bei seinerohnehin verbitterten, lebensmüden Gemüthsstimmung am 11. Juni 1843 sein plötzlichesund beklagenswcrthes Lebensende herbei. Unter günstigem Verhältnissen wäre E. wahr-scheinlich ein ausgezeichneter Dichter geworden; der Kampf mit denselben verleidete ihm dasSelbstschaffen, und durch die Skepsis und Polemik wurde er Psycholog und Kritiker. Inder ersten Richtung hat er mitunter Vortreffliches geleistet, so hat er in seinen philosophischenRomanen und psychologischen Untersuchungen: „Eudopia, oder die Quellen der Seelenruhe',