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Englisches Theater

Widerspruch, so band sie jedenfalls letzterer eine Maske vor. Das nahm so überhand, daß zu-letzt nur notorisch Unehrsame ohne Larven erschienen. Und das konnte füglich nicht anderssein, wo Stücke zu sehen waren wieDie londoner Hahnreie" (I^onckon cuclcol«!»"), aller-dings eins der anstößigsten. Es genügt, aus dieser Periode und zum Theil in die folgendeübergreifend auf die Werke, von Aphara Behn, gest. 1689 (Hs keigueck courtessns",1679), Susanne Centlivre (s. d.), 1667 17 23, Colly Cibber (s. d.), 16711757,Will. Congreve (s. d.), 16701729, George Farquhar (s. d.), 16781707, JohnGay (s. d.), 16881732 und vor Allen ,,'1'üe bexFsr's opera" hingewiesen, die fort-während mit Recht, unter gewissen Auslassungen, bei dem engl. Publicum beliebt sind.

Nach der Königin Anna Tode hatte der Übergang der brit. Krone an das Haus Han-nover in der Person Georg's I. mehre, die äußern Theaterverhältnisse wesentlich berührendeVeränderungen zur Folge, welche durch ihre Beeinträchtigung des Direktors von Lincolns-Jnn-Fields diesen auf ein Mittel sinnen ließen, sich für den Verlust zu entschädigen. Er fandcs in einer kindischen, die engl. Bühne von Weihnachten an Wochen lang entadelnden Neue-rung. Früher hatten Musik, Gesang und Tanz die Kunst des Mimen von den Bietern ge-drängt. Musik und Gesang waren inzwischen das alleinige Eigenthum der mit Anfang desJahrhunderts eingewanderten ital. Oper geworden. Also blieb nur der Tanz. Diesem mehrSinn und Bedeutung zu geben, nahm man ihm einen Theil der von der Musik geregelten Grazie,verlieh ihm dafür die Geberde, fügte das Ganze in die zusammenhängende Versinnlichungirgend einer Fabel und nannte es Pantomime oder pantomimische Darstellung. Dies dieChristmas-Pantomime, deren Ursprung man fälschlich auf die in ältester Zeit gebräuchlichenWeihnachtspossen zurückgeführt und deren Charakter, besonders seit dem Tode der als Töl-pel (clown) »«ersetzt gebliebenen beiden Grimaldi, Vater und Sohn, sich zwar ansehnlichverändert hat, die aber doch fortdauernd sich auf den londoner Theatern behauptet. DemDrama brachte der Wechsel der Herrscherfamilie keinen Segen. Weder die George nochWilhelm IV.Haben es unterstützt, und auch von der Königin Victoria hat es in Vergleich zurital. Oper zur Zeit nur Vernachlässigung erfahren. Dessenungeachtet hat es ihm an Dichternnicht gefehlt. Henry Fielding (s. d.), 1707, vermehrte das Repertoire mit28Stü-ckcn, von welchen außer dem burlesken Trauerspiele ,,1'Iwm l'kumb" und den zwei Possennie mock tloctor" undDke intriguing cksmdermsick" ein viertes jetzt kaum gekanntist. Dav. Earrick (s. d.), der berühmte Schauspieler, 171679, erwarb sich nicht alleinum Shakspeare das Verdienst, aus seinen Dramen Vieles auszumerzen, wodurch einfäl-tiger Dünkel sie verballhornt hatte, sondern schrieb auch 27 Stücke, darunter das beliebtestebligk lile beloev slairs". Sam. F o o t e (s. d.), 1719 77, nahm es mit Anlage und Ausar-beitung seiner Lustspiele nicht eben genau, verstand aber die Charaktere mit origineller Launeauszustattcn. Rieh. Cumberland (s.d.), 17321811, schrieb heitere Stücke in der zier-lichen Sprache, aber auch mit der Herzlosigkeit des Weltmanns. George Colman (s. d.),173394, zeichnete die Personen seiner 26 Theaterstücke meist treu nach dem Leben, wasihre beste Eigenschaft ist. Sheridan (s. d.) war Spötter, Menschenkenner und Hosmann,Redner, Witzling und flüchtiger Poet in seinen Lustspielen, an deren SpitzeIbe rckooi 5orsesnäul" steht. Schwächer war während dieser Zeit das ernste Trauerspiel vertreten; nen-nenswerth sind eigentlich nurDke xuml-Ier" von Moore, ausgezeichnet durch Charakteri-stik und Situation, undVirAmiu" von Francisca Brooke, gest. 1789, voll Glut und Pa-thos, Einzelnes von Aaron Hill, 16851749, ist ohneLeidenschaft aber correct.

Nur die nach allen Seiten hin gestiegenen, immer sich unbefriedigt fühlenden Ansprüchedes 19. Jahrh., der schnelle Überdruß am Neuen und das stete Verlangen danach erklären dieBehauptung, daß auch in England die dramatische Kunst unaufgehalten tiefer und tiefersinke. Es ist dies aber eine Täuschung der Zeit und muß eine sein, nicht blos weil Shak-speare, reich und herrlich wie je und von talentvollen Mimen unterstützt, kein Haus mehrfüllt, Macready's wiederholte Versuche, dem legitimen Drama die verlorene Bühnenherr-schaft zurückzugeben, schmählich gescheitert sind, sondern weil Englands schönste Dichterkräftesich dem Drama zugewendet, Erlesenes geleistet, wenig Dank und keine Aufmunterung em-pfangen und lediglich deshalb, wo es geschehen, die betretene Bahn verlassen haben. Unstrei-tig vor- nich' rückgeschritten ist die dramatische Poesie, und da sie das gethan »«begünstigt,