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4 (1845) D bis Entern
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764
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764 Englisches Theater

tanischen Bestandtheile des Parlaments der Meinung Derer sein, welche Cromwelfls und derPuritaner Zorneifer gegen die Theater hauptsächlich den schamlosen Vorstellungen beimessen.Wenn auch einigermaßen in Verbindung mit dem finstern Geiste religiösen Misfallens antheatralischen Schaustücken überhaupt, so ging dieser Beschluß, obschon in verschwiegenerWahrheit, doch eigentlich aus der schlauen, staatsklugen Absicht hervor, Schauspielern undSchauspieldichtern die Gelegenheit zu benehmen, ihrer Gewalt über das Gcmülh des Volkszur Einflößung von Begriffen und Bestrebungen sich zu bedienen, welche den Begriffen undBestrebungen eines puritanischen Parlaments entgegenstanden und seine Autorität bedroh,tcn. Gerade Das aber ist das vollgültigste Zcugniß für die Bedeutendheit der damaligen Bühneund ihren Einfluß auf das Volk. Auch mußte das Verbot unterm 22. Oct. 16-17 dahin ge.schärft werden,alle Dawidcrhandelnde als Bösewichte in das gemeine Hundeloch zu wer-fen", ehe die vollständige Schließung der Theater erlangt wurde.

Hierauf schlummerte die dramatische Kunst bis zur Wiederherstellung des König-thums durch Karl II., am 29. Mai 1660. Eine seiner ersten Regierungshandlungen warenzwei Patente zu Bildung zweier Schauspielcrgesellschaften, das eine für Sir Will. Dave-nant (s.d.), 160568, das andere für Henry Killigrew und deren Erben und Nachbesitzcr.Weil Killigrew sich im königlichen Theater Drurylane ansiedeltc, hießen seine SchauspielerleillK's servnnts", und weil Davenant das Herzogstheater in Lincolns-Jnn-Ficlds be-zog, seine Gesellschaftvulce's compnnz-". Drurylane hat seinen Namen, seinen Freibriefund den Nus einer Nalionalbühne bis auf die Gegenwart behauptet, Lincolns-Jnn-FicldSsein Patent und seinen Ruf an Cvvcntgarden abgegeben. Eine weitere wichtige Neuerungunter Karl II. war, die weiblichen Rollen, die bis dahin von Männern und Knaben reprä-sentirt waren, an Schauspielerinnen zu geben. Aber nicht genug, daß der gleichzeitigin die Kunst übergegangcne sittenlose Hofton die höhere dramatische Poesie beeinträchtigte,Davenant, durch Killigrew's bessere Leistungen in seiner Einnahme gekürzt, warf einenMehlthau auf die schöne Blüte und vergiftete den Sinn für klassische Reinheit, indem erSpcctakelstücke und in Musik gesetzte Dichtungen, überhaupt Das auf die Bühne brachte,was seitdem unter dem Namen dramatische Opern geht, die er mit den kostbarsten Scene-rien und den glänzendsten Anzügen, mit den sangfcrtigsten Sängern und den gliederge-wandtesten Tänzern ausstattete. Vgl. Hogarth,lVlsmoirs ok tl>e innsicsl dramu" (Lond.1838). Das hat fortgewuchert bis zur Stunde,., und von jener Zeit an beginnt der Verfallder engl. Bühne. Die Charakteristik des dem Übel sich damals zuwendcnden Geschmacksliefert John Dryden (s. d.), 16311701, in seinen an die 30 zählenden Opern, Lust,und Trauerspielen. Vergebens warf Thom. O tw ay (s. d.), 1651 85, in seinem?re-serveä Venice",Tke ni-pkun" u. s. w-, vergebens Nathanael Lee, 1657 95, in seinenTragödienNero",17>e priucess nk Oleve",Tbeodosius" und^lexnncker tbe 6rest"sich dem Strome entgegen. Zwar bahnte später das Trauerspiel in edler Haltung und mora-lischer Tendenz sich wieder Eingang; aber es declamirte und bewegte sich in den steiflcin-wandenen Formen der franz. Schule. So Addison's (s. d.)Oslo" (1717), ein Stück,das seine ungemein beifällige Aufnahme zumeist der Whigpartei schuldete, in deren Sinneder Dichter-Staatssecretair es geschrieben. So Thomson's eisigkalteSopkooisbe"; so dieSchöpfungen eines Doung, Glovcr und Masson, unglücklicher Nachahmer der unbegriffcnenantiken Tragödie. Nik. Nowe (s. d.), gest. >718, wollte zurück auf die frühere Bahn. Waser in diesem Willen schrieb, trug das Gepräge tiefen, innigen Gefühls; aber weil er nichtdurchdrang, er der Einzelne gegen Viele, ließ auch er vom Bessern ab. Einen glücklichemWeg schlug George Lillo, 16931739, ein mit seinen häuslichen und bürgerlichen Trauer-spielenOeorge Lsrmvell",.^11 kor love",^rckou okL'eversbam",8ilvn", Nsrius" undLImeriL"; nur hat er den Weg zum Versinken und Ersticken tief mit Blumen bestreut.Bevor die Lustspieldichter denselben Weg des Bürgerthums und der Häuslichkeit wählten,verdienen sie für die Zierlichkeit und Sittlichkeit ihrer Producte nicht eben Lob. Von KönigKarl bis auf Königin Anna schritt die Jmmoralität des Lustspiels weiter und weiter, bis sieam Schluffe des 17. Jahrh. ziemlich am Endpunkte angekommen war. Wurde in dieserZeit ein neues Stück angekündigt, so forschte jede sittsame Frau, ehe sie zur Vorstellung ging,ob sie es ohne Erröthen wagen dürfe, und gerieth zufällig die Neugier mir der Sittsamkeit in