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Englische Sprache und Literatur
streng wissenschaftliche Werke, selbst in der gegenwärtigen Zeit mit frommen Betrachtungenverbrämt erscheinen, und nirgend ist es für den ein öffentliches Amt bekleidenden oder sehrbekannten Mann so unrathsam, durch Entwickelung naturhistvrischer Thatsachen der bibli-schen Autorität entgegenzutreten. Zumal sind Geologen zu großer Vorsicht und Umgehungengezwungen; der tüchtige Buckland wurde noch vor wenigen Zähren durch unbekannte Um-stände veranlaßt, eine Art Widerruf der eigenen Lehren zu schreiben, der schwerlich redlichgemeint sein kann und in einem misglückten Versuche besteht, die buchstäblich genommenebiblische Schöpfungsgeschichte mit der gegenwärtigen Wissenschaft in Einklang zu bringen.Der gedeihlichen Entwickelung der höhern Naturgeschichte hat in England außerdem nochdie Abneigung der Gelehrten gegen die Art der Spekulation entgegengestanden, welcherDeutschland so viele wirkliche Resultate verdankt. Man wird daher selbst in den besten engl.Schriften dieses Gebiets selten einer durchgedachten philosophischen Ansicht begegnen, häufigwol aber dem Tadel Dessen, was man in England, mit einem feststehenden Worte „Träumeder metaphysischen Deutschen" nennt. Sehr großen Schaden hat endlich der Dilettantismusgethan, der nirgend so verbreitet ist als in England, wo eine große Zahl unabhängig le-bender und unbeschäftigter Leute zur Naturgeschichte und dem Sammeln gegriffen hat undgelehrte Gesellschaften in ihre Schriften die Mittheilungen reicher Mäcene aufnehmen, auchwenn sie nichts Brauchbares enthalten. Im Ganzen genommen besteht daher der Werthder engl, naturgeschichtlichen Literatur mehr in der Anhäufung eines aus allen Weltthcilenherbeigeschafften, unglaublich großen Materials, und in den fast immer vortrefflichen Ab-bildungen, als in Verarbeitung und Kritik. Oft fehlt die letztere so vollständig, oder es istder Gegenstand mit so vornehmer Gleichgültigkeit gegen ausländische Arbeiten abgehandelt,daß selbst kostbare Werke nur dann brauchbar werden, wenn der Besitzer auf dem Continentesich die Mühe genommen, sie zum eigenen Gebrauche durchzuarbeiten. — Die Botanik(s. d.) genießt eine große Gunst, und wird durch überaus reiche Privatgärten gefördert, jedochmeist nur als systematische, nicht als physiologische Pflanzenkunde, für welche sich Wenigeinterefsiren, und in welcher allein Nob. Brown (s. d.) und John Lindley Großes geleistethaben. Um so reicher ist die engl. Literatur an Prachtwerken aus dem Gebiete der beschrei-benden Botanik, theils Floren, wie die indische und nepalesische von Wallich, die javanischevon Horsfield, theils Monographien, wie die Zapfenbäume und Cinchonen von Lambert, dieScitamineen von Roscoe, die Orchideen von Lindley, dieselben von Bateman, die Farrn-kräuter von Greville und viele andere, theils Sammelwerke, wie das von Wm. Curtis l774begonnene und von Hooker noch fortgeführte, weit über 3000 Tafeln enthaltende „Lotsnicalmsgsrine" und viele andere von Andreas, Sweet, London und Loddiges. Zu den verdien-testen Schriftstellern in diesem Fache gehören, außer den Genannten, noch Geo. Don, Adr.Hardy - Haworth, Lewis Westen Dillwyn, Dawson Turner, John Bellenden-Gawler, JohnStockhouse, Dav.Don, G. A. Walker-Arno« und Geo.Bentham. — Im Gebiete der Zoo-logie (s. d.) haben die Engländer es zwar gleichfalls nicht an Prachtwerken fehlen lassen,wie John Gould's luxuriöse Monographien der Tukane, Kängurus, ncuholländischen Vögel,Curtis' brit. Entomologie, Swainson's ornithologische Werke, Lewin's austral. Vögel, Andr.Smith's südafrik. Zoologie u. s. w. beweisen; allein ein recht wissenschaftlicher Geist, den je-doch die zahllosen Correspondenten der zoologischen Zeitschriften nicht theilen, hat nur erstseit etwa 20 Jahren sich hervorgethan und wiegt in den bessern Werken jetzt entschieden vor.Der Weg, den einst Hunter mit so viel Glück verfolgte, blieb lange Zeit unbctreten, alleindafür hat sich England jetzt mehrer vergleichender Anatomen zu rühmen, die, wie R. Owen,den Gelehrten des Continents gleich stehen und sich durch ihre Arbeiten und großartigenEntdeckungen bleibendes Verdienst erwarben. Philosophischen Geist zeigte der EntomologMac Leay, der freilich ein auf Zahlen beruhendes System erschuf, welches von vielen geist-losen Nachbetern, wie den vielschreibcnden R. Swainson, mißverstanden und zum Spiclwerkgemacht wurde, aber noch immer Beifall findet. Daß es ihnen Ernst sei um die Herstellungeiner wissenschaftlichen Zoologie, bewiesen in den letzten Jahren Aarrell durch seine britischenFische und Vögel, Richardson durch seine nordamerikanische Zoologie, G- R. Gray durchdie Arbeiten überReptilien und dieThiere Indiens, W. Kirby und W. Spence als Entomo»