75L Englische Sprache und Literatur
ftrS willen Brougham's „Discourse on natural tlicolo^" (Lond. 1835) und Paley's „Na-tural tlieolo^" (neue Ausg. von Brougham und Bell, Land. 1836). — Die Rechts ge-lehrsam ke kt beschränkt sich in England so sehr auf Kenntnis des einheimischen Rechts, unddieses besteht so ausschließend in der parlamentarischen Gesetzgebung und definitiven Ent-scheidung einzelner Rechtsfälle (Präjudicien), daß die juristische Literatur kaum der Wissen-schaft angehört, wenigstens meist auf Gesetzsammlungen, specielle Rechtsfragen und Angabepraktischer Hülfsmittel zurückkommt. Eine anerkannt werthvolle Ausnahme macht dasWerk von Wills „On tk« rationale ok circumstantial eviäence" (Lond. 1838). — DieMe di ein fängt erst neuerlich an, und zwar seit der 1832 begonnenen „O^clopeäia okpractica! meäicine", sich vom wissenschaftlichen Standpunkte aus zu bewegen. Bis dahinhielt sie sich .an den praktischen. Diesen nehmen daher auch die ältern Schriften der berühm-testen engl. Ärzte ein, wie Abercrombie und Gooch, und Dasselbe ist der Fall mit den spätemSchriften der geachtetsten Wundärzte, Abernethy (s. d.), Cooper (s. d.) und Brodie.Dagegen verfolgen die neue Richtung Grant („komparative anatomx", Lond. 1835), Ro-stock („llirtor^ okweäiciae",Lond. 1835), Clark („Dreatise on pulmonary consumption",Lond. 1835), Copland („Dictionary ok practica! meäicine", Lond. 1835), Todd („ki>-clopeäia ok sostom^ anä pli^sioloxx", Lond. 1835), Scudamore (,,1'ke goiit", Lond.1835), Combe(,,?ii)-8iolog)' okäigestion", Lond. 1836), Johnson („Lconom^ okkesltli",Lond. 1836), Millengen („Ouriosities ok meäical experience", Lond. 1837)^ und Verith(„Olianges procluceä in tlie nervouz System civilisation", Lond. 1839). — Unter denStaatswissenschaften sind vorzüglich Nationalökonomie und StaatSwirthschaftslehrevon Adam Smith (s. d.), Ricardo, Malthus (s. d.) und Mac Culloch (s. d.) ausge-bildet worden, Letzterer am bekanntesten durch die „krincipler ok political econamz," (Lond.1831) und sein reichhaltiges „Dictionarz ok commerce sncl Navigation" (Lond. 1832).Mit Benutzung dieser Autoritäten hatPorter den Gegenstand bis auf die jüngsteZeit herab-gesührt in seinem ebenso fleißig gesammelten als lichtvoll geordneten „IRe progress ok tk«nativ»" (Lond. 1836—43).
Die höhere Mathematik, namentlich die Astronomie, fand in England würdigeRepräsentanten in Ferguson („Die Astronomie nach Newton's Grundsätzen", deutsch vonAirchhof, Berl. 1794), Bradley („DracticsI geometr;-", Lond. 1835), Mudie („Uopulsrrnatdemsticr", Lond. 1837), Herschel(s. d.), Airy („Populaire physische Astronomie,deutsch von Littrow, Stuttg. 1839), Challis, Dunlop, South und Brinkley. — Eine treff-liche Einsicht in den frühem und gegenwärtigen Zustand der Naturwissenschaften ge-währt Herschel's preliminarx clisconrse on tlie stiicl/ ok natural plliiosupii)'" in Lard-ner's „Osbinet cxclopeilia". Die Physik (s. d.) erhielt durch Aater's „Beobachtung derPendelschwingungen", Dalton 's (s. d.) und Ure's „Untersuchungen der Dämpfe und Gase",Leslie's(s. d.) „Entwickelung der Gesetze der Wärme-Entstrahlung", Herschel's Schrift„Die Theorie des Lichts" (deutsch von Schmidt, Stuttg. 1831), Brewster's (s.d.) Be-obachtungen über die Polarisation des Lichts, Poung's Bestreben, diese Erscheinung ausder Undulationslehr« zu erklären, und Webster's „Llemeotz ok pti^sics" (Lond. 1837)wichtige Bereicherungen. — In der Chemie (s. d.) leuchteten früher als die ausgezeichnet-sten Namen Pott, P r i e st l e y (s. d.), B l a ck (s. d.) und C a v e n d i s h (s. d.), dann HumphryDavy (s. d.), Brande, D alt on (s. d.), Wollaston (s. d.), Farad ay (s. d.), Ure („0>c-tionarx ok cbemistrzk", Glasg. 1823; deutsch, Weim. 1825), Graham („Lehrbuchder Chemie", deutsch von Otto, Braunschw. 1846), und Hume („Okemical attrsction",Lond. 1842). — Die Naturgeschichte (s. d.) schritt keineswegs in gleichem Maße inEngland vorwärts. Man bekümmerte sich in England, gleichviel ans welchem Grunde, we-nig um die neuen und Vieles umändernden Ansichten, die in Folge wichtiger und zahlreich»Entdeckungen auf dem Continente die Oberhand gewannen. Diese Unbekanntschaft mit derFachliteratur des Auslandes, die zum Theil noch jetzt engl. Naturforschem zum Vorwürfegemacht werden kann, veranlaßte, daß man in England mit Anfang dieses Jahrhundertssehr hinter den Deutschen und Franzosen zurückblieb. Theils aus Bequemlichkeit, theils ausGründen einer sehr übel angebrachten Religiosität hing man steif an dem Veralteten. Nir-gend hat die sogenannte Physikotheologie ihr Ansehen so behauptet als in England, w»