Englische Kunst 743
Außerdem machten Th. Philipps, M. A. Shec, H. Howard, Will. Becchcy, > 753—1839,Jam. Ward, N. Nothwcll, H. W. Pickersgill und W. Hobday als Portraitmalcr sich be-rühmte Name». Den gegründetsten Ruhm erwarb sich der Genrcmaler Dav. W i l k i e (s. d.)durch ebenso geistreiche Erfindung als naturgemäße, kräftige und vollendete Ausführung.Im komischen Humor der Erfindung wie in Schönheit der Behandlung zeichnete sich CH. R.Leslic aus; nächstdem sind zu erwähnen E. A. Chalon, W. Mulcrady und E. Landseer, derauch als Thiermaler Treffliches leistete, besonders abevCharl. Lock Eastlakc, der in gründli-cher Zeichnung und schönem Colorit die Genannten weit, übcrtrafund besonders durch seineital. Banditen sich bekannt gemacht hat. Auch die Landschastsmalerei hatte mehre vorzüg-liche Künstler aufzuweisen, namentlich Calcott in Marinen, und Elover in Baumgrup-pen; Turner und Havell dagegen sind grell und manierirt. Die Aquarellmalerei erhielt inneuerer Zeit eine solche Ausbildung, daß die Maler in Wasserfarben eine eigene Ausstellungveranstalteten. Insbesondere thaten sich Copley-Ficlding, Wild, Prout, Nobson, Gastineau,Turner, Essex, Nash u. A. in dieser für Landschaft und Architektur bequemen Behandlunghervor. Als Miniaturmaler zeichneten sich Engleheart, Harding, Newton, Robertson, Dou-glas und Davis aus. Im Allgemeinen hat jedoch die engl. Malere- weit mehr des Mittel-mäßigen und Schlechten als des Guten aufzuweisen, und selbst unter den ersten Meisternsind nur Wenige, wie Wilkie, Philipps, Calcott, frei von Manier. Von höherer Erfindungund echtem Stile zeigt sich wenig. Das Genre wird vorzugsweise, aber zum größten Theileauf triviale Weise behandelt und die Landschaft beschränkt sich fast durchgängig auf Ansich-ten. Mehr als edle Erfindung und einfache Naturwahrheit der Darstellung wird das sogc-genannte Geistreiche des Vortrags geschäht, welches im Grunde nur die auf sinnlichen Effectausgehende Willkür ist, womit das Talent seine technischen Mittel handhabt. So kann nurwenig wahrhaft Tüchtiges und Vortreffliches geleistet werden. Der Geschmack des Publi-cums ist fortwährend alltäglichen und faden Gegenständen zugewendet, und selbst die inEngland so häufigen und reichen Sammlungen älterer Gemälde und die Nationalgaleriezu London haben im Ganzen noch wenig auf Besserung des Kunstsinns gewirkt. Die Kunstist dem Luxus der Aristokratie anheimgcgebcn. Als große Prachtwerke erscheinen Por-traitsammlungen lebender engl. Myladies, ihrer Söhnchen und Schooshündchen. Die Da-men lassen sich so sehr und auf so manicrirte Weise schmeicheln, daß die betreffenden Malernur I,s<j)--menllers, d. i. Damcnverbesscrer, genannt zu werden pflegen.
Die Bildhauerkunst hat besonders durchFlaxman (s. d.) viele Fortschritte ge-macht. Zu den bedeutendsten Talenten in diesem Kunstfache gehören außer Nollekens, Chan -trey (s. d.), Westmacott (s. d.) und Wyat, ferner Macdonald, Hollins und Carew. AlsKupferstecher sind außer den Genannten zu nennen Pether, Dixon, Browne, Green,Holloway und Webber (vorzüglich durch ihre Blätter nach Rafael's Cartons bekannt),Landseer, Freeman, Burnet, William und Edward Finden, Cooke, Govdall, John und HenryLe Keux, der den in England emporgekommenen Stahlstich mit vielem Glück anwendelc.Die engl. Landschaftstahlstiche, welche seit einigen Jahren ganz Europa überschwemmen, sindbei aller Eleganz der Behandlung doch gar zu oft unwahr und zumal im Baumschlag un-gründlich; auch pflegt der Himmel mit Wolken-, Wetter- und Lichteffecten überladen zu sein.Die Holzschneidekunst wurde durch das technische Talent eines Thom. Bewick, der sie1775 zuerst wieder emporbrachte, und durch dessen Nachfolger Th. Hood, Harvcy, Sears,Tabagg, Branstone, Clennell, Nesbit u. A. zu einer bisher ungekannten Höhe gesteigert;doch ist die Anwendung der Kupferstichmanier in derselben nicht zu billigen. Zahllose mitHolzschnitten illustrirte Werke, besonders das „Pen,>> murine" haben zu LhnlichenUnter-nehmungen auf dem Continent den ersten Anstoß gegeben. Die Lithographie erhieltin England dieselbe technische Ausbildung wie in Frankreich und die cffectvolle Behandlungder engl. Blätter verführte franz. und deutsche Lithographen zu derselben grellen Manier,die allerdings den Sinnen des ungebildeten Publicums schmeichelt. Doch sind die lithogra-phirten Sammlungen von Architekturanfichten aus England und Belgien von Haghc undNash ihrer schönen Behandlung und Staffage wegen rühmlich zu erwähnen. Vgl. AllanCunningham, „lüves okdritisil ^»inters, sculptors sncl aictiitects" (5 Bdc.,Lond. 1829 fg.)und Hamilton, engchsii scüool, u seriös ok tüe inost -qqnovecl jirockuction» m pain-