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4 (1845) D bis Entern
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Englische Kunst

und nächst zahllosen Portraits auch ganze Folgen historischer Darstellungen gemalt habensoll; Anton Moor unter Maria; Fcderigo Zucchero, Lucas de Heere und Cornelius Katelunter Elisabeth, in deren letzten Jahren sich zuerst auch Engländer, wie Hilliard und Oliver,als Miniaturmaler auszeichneten. Die Glasmalerei wurde häufig von engl. Künstlern, je-doch mehr als Handwerk denn als Kunst geübt. Jakob I. zog den Holländer Mytens nachEngland und begünstigte die Kunst; ebenso noch Karl 1., welcher die von Jakob angelegtenSammlungen eifrig bereicherte, und erst Rubens, dann Van Dyk an seinem Hofe mit Ehrenaufnahm. Van Dyk's kurze, aber glänzende Thätigkeit als Maler des Königs scheint derPortraitmalerei in England den Vorrang über die Historienmalerei für die ganze Folgezeitgesichert zu haben. Gleichzeitig mit ihm und fast gleich vorzüglich arbeitete in SchottlandGeorg Jameson, ebenfalls ein Schüler von Rubens, der erste Eingeborene, der sich in großenBildnissen Ruhm erwarb, und William Dobson, der sich nach Van Dyk selbst gebildet hatte.Die Verfolgung, welche alle Kirchengemälde unter den Puritanern traf, beschränkte die Ma-lerei fortwährend auf Bildnisse; daher bemächtigte sich nach Van Dyk's frühem Tode SirPeter Lely, eigentlich Peter von der Faas, aus Soest in Westfalen, der Gunst des Hofs,dessen verdorbenen Sitten er schmeichelte; dabei trieb er die Art des Van Dyk, die er nach-zuahmen suchte, ins Grelle und Manierirte. Sein Nebenbuhler und Nachfolger warGottfr.Kn cll er (s. d.) «us Lübeck, der als Hofmaler Karl's ll. eine förmliche Portraitfabrik an-legte. Tüchtiger, obwol minder berühmt waren die Portraits von Jonathan Richardson.Erst mit dem Anfänge des 18. Jahrh. kam die sogenannte Historienmalerei, welche freilichdamals hauptsächlich in mythologischen Scenen und kalten, oft geschmacklosen Allegorien be-stand, etwas in Aufnahme durch Sir James Thornhill, geb. 1676, gest. 1734, der die Kup-pel der Paulskirche und die große Halle zu Greenwich ausmalte. Seine Compositionen undFiguren sind nicht ohne Leben, aber von unedlem Stil und trüber und eintöniger Färbung.Er gründete keine Schule, hatte auch keinen irgend bedeutenden Nachfolger. Als der ersteoriginelle engl. Maler, aber freilich in einem ganz andern Felde sich bewegend, muß WilliamH ogarth (s. d.) betrachtet werden, 1697>764, ausgezeichnet in charakteristischer, witzi-ger und satirischer Schilderung der Sitten seiner Zeit und der gemeinen Laster, der Schöpferder engl. Caricatur, die nach ihm greller, fratzenhafter und inhaltreicher, aberniemals wahrerund naturgemäßer wurde. Als Maler wenig ausgezeichnet, aber ein geistvoller Kupferste-cher, gab er zuerst der engl. Malerei jene naturalistische Richtung, die seitdem durch den Sinndes engl. Volks so sehr begünstigt wurde. Der eigentlich künstlerische Charakter und eine ge-wisse, jener entgegengesetzte ideelle Richtung wurden in sie eingcführt durch Sir JoshuaReynolds (s. d.), 172392, der sich in Italien und hauptsächlich nach venet.Meisterngebildet hatte und als Präsident der 1768 organisirtcn Königlichen Akademie der Künstenicht minder durch sein Beispiel als durch seine Schriften wirkte. Er malte fast ausschließ-lich Portraits mit vieler Natürlichkeit und Anmuth und in wahrem, kräftigem Colorit, wo-bei er jedoch hauptsächlich den Grundsatz durchführte, die Wirkung auf den Hauptgegenstandzu versammeln und alle Nebendinge, auch in der Ausführung, zu vernachlässigen. DiesesStreben, welches oft einen willkürlichen, sogar manierirte» Effect zur Folge hatte und worinsich zuletzt mehr ein geistreicher Pinsel als die Wahrheit der Natur zeigt, ist von ihm aufeinen großen Theil der neuern engl. Maler übcrgegangen. Während er sich aber durch dieDildnißmalcrei großen Ruhm und Gewinn verschaffte, pries er in seinen akademischen Re-den, die wahrscheinlich unter Mitwirkung Burke's im Druck erschienen, die großen ItalienerMichel Angelo, Rafael, Tizian und Correggio, und belebte dadurch unter den Künstlern denEifer für Historienmalerei, die im Grunde vom engl. Volke wenig begünstigt ward. Daer aber auch hier zu viel Werth in Äußerliches und Zufälliges setzte, wurden seine Schriftender Grund vieler Jrrthümer, die noch gegenwärtig in der engl. Malerei fortwirken. Dochhat auch er manches Gute im historischen Fache geleistet, unter Anderm einige Bilder derShakspeare-Galeric. Seine Nebenbuhler im Portrait waren Allan Ramsay und GeorgeRomncy, auch der talentvolle Thomas Gainsborough, 172788, dessen Hauptfach eigent-lich die Landschaft war. Als der erste vorzügliche Landschaftsmaler der Engländer verdientin derselben Zeit Richard Wilson, ein Nachahmer Claude Lorrain's, genannt zu werden.Nur theilte er leider die Untugend so vieler engl. Landschaftsmaler, in Ton und Eolorit die