586 ©ßotömuS (Sflje
ald er plögtich am 9. ©epf. 1567 nach einer ©faafdrafljftgung, in bcr bie Befefiigung beiSanbed »erfyanbetf worben war, mit $oorn »erraffet unb tton SSrüffct nach berGitabeEe »on©ent gebraut würbe. ®ie ©tänbe »on Brabant fuchten 6. bcm »on Stfba eingefegten foge»nannten SStutratEje ju entziehen, wie benn 6. als Bitter bed golbenen Blicjjes ebenfalls bitGompefenj beffe'lben befirift; aber SlEed war »ergebend. Grd warb iljm aufgegeben, ftd) ge-gen 90 jflagepunffe ju red^ffertigen; unb ald er unter fortgefegter Befireitung ber Gompc-tenj bie Grlebigung »ielerfünfte »erfäutnte, fo würbe am 14.BZai 1568 »onStlba bad Gon»tumacial-Grfenntnifi audgefprochen unb am 4. 3uni G. nebfi bem ©rafen £oom ald .fboch»»errätfjcr jum Sobe »erurtfjcilt. §lnt folgenbcn Sage fielen bie Häupter Beiber auf bemBZarfte $u Brüffel. SDbfc^on 6., für ben fiel) bie höchficn Betfonen »erwenbeten, btd jumlegten 3fugcnbli<fe auf Begnabigung f>offfe, fo ftarb er boef) mit grofjcr gaffung. 9lld erben ©freid) empfing, fanf feine ehemalige ©etiebte, 3of)anna Sa»tl, tobt nicber, unb badBol! tauchte fehmerjergriffen Sitdjer in bad Blut ®ercr, bie wenigftend bie BZärttjrer berFreiheit fc^ienen. Sufer bem ältejien ©ofjn ^5l)ilipp Ijinf erlief er elf cf)etid)e JÜnber; feinebewegliche unb unbewegliche äjabc würbe mit grofer ©trenge in Befd)lag genommen. Bgl.Bcrdjt, „®cfcl)icl)te bed ©rafen G." (Spj. 1810). I
@(fOt§mu6, ©clbfilicbc ober ©elbfifucfjt, l)eift biejenige Bidjfung bed -Sol-lend, »ermöge beren ber Bienfeh in feinem Sollen unb .fjanbcln nur fieh fclbfi unb bie Be-friebigung feiner eigenen Begietbe im 3tuge hat. 3ebe Bcgicrbe ifi ihrerBatttr nach egoifiifd);beim jie will nichfd ald ihre eigene Bcfriebigung, unb infofern ifi bcr Ggoidntitö bie natür-liche ©enfungdart bed BZcnfchcti, ber fiel) über ben Ggotdmitd erfi bann erheben lernt, wenn erfeine Begierben unb ben Sunfch, ftc ju befriebigen, einer hohem Äriti! unterwirft. ®er Ggoid- ■ntudfann bat)er in ben ftttlidjcn unb gcfetligen Berührungen ber BZenfd)cn fegt unfittlicf) .
werben, ja alle fittlid)e Sgatfraft, bie ganj wcfcntlid) auf ber Unterordnung bed eigenen 3n* f
tereffe unter allgcmeingültige ©efege beruht, unterbrüefen. Scbc Scibcnfdjaft, bie bie fitfli-ehetr ©chtanfett nicht achtet, ©enuffudjt, ^labfucht, GE>rfwd)t u. f. w., fann bic ©eftalt bedGgoidmud annehmen; biefer ifi fo »iclförmig ald bic Begierben, Beigungen unb Sciben-fthaften ber BZenfdjcn unb äufert fiel) baher je nach bm @efd)äften, Bebürfniffen, bcr bür-gerlichen ©tcllung, ben Berhaltnijfen bed Berfehrd u. f. w. l)öcf)fl »erfchiebenartig. Blauunterfd)cibct je nad) ben ©egenfianben bcr Bcgicrbe unb nach ben Bütteln, welche man ju ihrerBefricbigung anwenbet, einen feinen unb groben Ggoidmud, eine UntcrfdEjcibung, bie bcdgalbfegwanfenb ifi, weil, wad in bcr einen Bftcfficbjt ein fcheinbar feiner Ggoidmud ifi, inber anbern ein fetjr grober fein dann. ®cnt Ggoidmud ifi fcüiedmcgd ber ffodmopolitid-mud (f. b.) entgegengefegt, fonbetn bad Sohlwollen, bic Siebe, bic ©erechtigfeit u. f. w.,überhaupt jebe ©efinnung unb Senfungdart, welche ben BZcnfcgen »ou bcr eigenen Bcgicrbeemancipirt unb fein Sollen in ben ®ienfi einer ftttlichcn 3bee fiellt.
(Sgc (matrimonium) heift badBanb, welches Btaun unfc Seife bed BZenfcbcngcfd)lcd)tdaneinanberfnüpft unb igrcBcrbinbung über bad blöd ©innlidje unb Sgierifcge erhebt, in»bem fte bcrfelbcn bie eblcrc Siebe, gegenfeitige Slcfitungunb itnbebingte Eingebung jurSrunb-lagc gibt unb bad ©efeg ber ©etbfibchcrrfchung, namentlich bcr Gntgaltfamfeit bed ©innen-genuffed mit jebem Zubern, bad gegenfeitige ®ulben unb (Ertragen, bad treue 5htdf)arrenbeieinanber in Botf) unb Sob gtnjufügt. ®ie ©elbftbeherrfchung hat ber BZenfch »or bemSpiere »oraud, in ihr liegt bad wefcntlid) BZenfcglicge, bic Sürbe bcr BZenfcggcit. ®ie ®h cifi ber Slnfang ber Familie, jened heiligen JTrcifed, »on welchem bic Srjichung, bie ßnffal»tungber Einlagen unb .Kräfte, »orjüglid) bet moralifdjen unb getfiigen, beginnt, unb in wel-chem ber Gh aM ft ei: , burd) ihn aber bad ©cf)icffal unb ber ftftlidje Serth ber Bölfer be-flimmtwerben. BZ an erfennt bie gortfehriffe etned Bolfd in echter Sulfur, b. h. in hariuonifdjcrSludbilbung bed ©eifted unb ^»erjend, Beinheit unb dfraft, in feinem fünfte mit gröfererBefiimmtheit ald in feinen ©efegen über bie Gf) e> jeichnet SZömcr unb ©ermanett »or»ielen Slnbcrn aud, baf fte fefjr früh fdjon feine ^5olt)ga«rtc gefiafteten, benn nur jWifchenSweicn, swifchen (Einem Btanne unb Giner grau, ifi eine Glje in ihrer »ollen moralischenSirfung, jened »oEe Bertrauen möglich, i ene ©intjeit bed SoEend unb Sirfend, ja bedganzen ©eind, jene Harmonie, welche bie erfic Bebingung einer guten Gr^tehung ber ^inberifi. ®ie moralifchen SZadfittjeife ber Bielwcibcrei fönnett burcf) befonbere äufere Berhalfniffe