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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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549
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Dyriameter Dynamik 549

^ und Farbengebung aus; Alles ist mit breitem Pinsel gleichsam nur hingeschrieben, flüchtig' und kühn, und doch sind die Tinten herrlich und weich verschmolzen; seine halben Töne schei-nen in der Nähe ins Graue zu spielen, doch sind sie, in gehöriger Entfernung betrachtet, vomwärmsten Lebensodcm durchhaucht; Alles ist klar, nichts weder bunt noch kalt, Alles ruhig,ungesucht; die Stellungen sind der Natur abgelauscht und stets der Individualität eines Je-den am angemessensten. Nie wählte D. vorübergehende leidenschaftliche Momente, still undunverdreht steht jedes seiner Portraits vor uns und läßt uns klaren die Tiefe seines Wesensschauen. Meisterhaft leicht wußte er die Haare zu behandeln; er liebte schwarze Kleidung! und einfache, grünlichgraue Hintergründe; die Stoffe der Kleidungen wußte er täuschenddarzustellen; doch kommen seine spätem Arbeiten den frühem an Zartheit der Ausführungund Vollendung nicht gleich. Seine andern Gemälde haben unstreitig auch in technischerHinsicht ausgezeichnete Verdienste, doch blieb ihm wahrer Zdealstil immer etwas fremd; seineMadonnen sind mehr Erden- als Himmelsköniginnen. Auch hat man von D. eine großeAnzahl herrlicher Kupferstiche, die sehr gesucht sind.

Dynameter, auch Auzometer oder Auxometer genannt, ist ein Instrument,welches dazu dient, die Vergrößerung eines Fernrohrs zu messen. Zwar kann dies ganz ein-fach dadurch geschehen, daß man irgend einen Gegenstand gleichzeitig mit dem einen Augedurch das Fernrohr, mit dem andern Auge aber unmittelbar betrachtet und das im Fernrohrgesehene Bild mit dem durch das unbewaffnete Auge gesehene vergleicht. Betrachtet manauf diese Weise z. B. ein Ziegeldach und findet, daß 4 Ziegel im Fernrohr 80 mit bloßemAuge gesehene Ziegel bedecken, so vergrößert das Fernrohr 20 mal. Bei dieser Bestimmungwird dann crfodert, daß man mit beiden Augen gleich gut sehen kann, und dasselbe ist beider von Schröter angegebenen Projectionsmaschine der Fall, nicht aber bei den von Adams^ und Ramsden angegebenen Instrumenten, die einander übrigens sehr ähnlich sind.

Dynamik ist als Gegensah der S t at ik (s. d.), welche sich mit dem Gleichgewichteder Körper beschäftigt, die Lehre von der Kraft, welche zur Bewegung der Körper crfodert' wird. Die Dynamik ist ein Theil der Mechanik, und da man ebensowol feste als flüssige Kör-per bewegen kann, so hat man zum Unterschiede die Lehre von der Bewegung der flüssigen Kör-per Hydrodynamik oder Hydraulik genannt, während die Statik derselben Hydrostatikheißt. Die Dynamik muß nicht allein die aus der Erfahrung hervorgehenden Gesetze der Be-wegung sondern auch die Wesenheit der Kräfte betrachten. Übrigens hat der Begriff der Dy-namik eine viel weitere Anwendbarkeit, die sich soweit erstreckt, als die Wirksamkeit gewisserKräfte, seien es nun körperliche oder nicht, mathematisch bestimmbar ist, wie denn z. B. diePsychologie Herbart's (s. d.) auf einer solchen Dynamik Dessen, was im Bewußtsein ge-schieht, beruht. Weil jedoch die Art und Weise, wie der Begriff der Kraft bestimmt und zurErklärung der Erscheinungswelt angewendet wird, von entscheidendem Einflüsse auf die ge-sammtc wissenschaftliche Naturansicht ist, so bezeichnet das Wort dynamisch undDyna-mismus noch bestimmter einen Gegensatz zu mechanisch und Mechanismus. Unter einermechanischen Naturansicht versteht man diejenige, welche die Naturerscheinungen und ihreVeränderungen lediglich aus der Lage, Stellung und den wechselnden Verbindungen derletzten Bestandteile der Materie zu erklären sucht, wie dies der bis auf den heutigen Tag in^ der Physik und Chemie vorherrschende Atomismus unternimmt; unter einer dynamischendiejenige, welche den Naturerscheinungen gewisse qualitativ bestimmte Kräfte unterlegt, deren1 Wirksamkeit die mathematische Bestimmtheit der Phänomene zu einersccundairen Folge habe.

Daß die atomistische Naturansicht die dynamische niemals ganz hat verdrängen könne», hatseinen Grund vornehmlich in den Erscheinungen des organischen und geistigen Lebens, welche> sich niemals durch die Voraussetzungen des Atomismus genügend erklären lassen. Dabeikann sich die dynamische Naturansicht entweder so gestalten, daß sie Dem, was den Er-scheinungen zu Grunde liegt, gewisse Kräfte als inwohnend denkt, und Beispiele dafür sind, die Attractions - und Nepulsionskraft, auf welche Kant die Entstehung der Materie zurück-s führte, die Lebenskraft für den Organismus, die Seelenvermögen für das geistige Leben;

I oder so, daß sie die Entstehung der Kräfte sammt der mathematischen Bestimmtheit ihrer- Wirkungsweise aus den qualitativen Verhältnissen Dessen, was die reale Grundlage derPhänomene bildet, abzuleitcn sucht, in welcher Beziehung namentlich Herbart's Metaphysik