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zu nennen ist. Jedenfalls bilden Mechanismus und Dynamismus keinen unauflöslichenGegensatz, sondern sowie jeder Versuch einer mechanischen Naturerklärung doch irgendwiegewisse Kräfte voraussetzen muß, so kann keine dynamische Naturlehre sich wissenschaftlichvollenden, ohne ihre Principien bis dahin zu entwickeln, wo sie eine mathematisch bestimm-tere Anwendbarkeit auf die individuellen Erscheinungen gestatten. — In der Musik bezeich-net Dynamik die Abstufung der Stärke und Schwäche, namentlich in Bezug aufrhythmi-sche und declamatorische Accentuation, worauf in neuerer Zeit, z. B. von Nägeli, eine eigeneLehre gegründet worden ist.
Dynamometer oder Kraftmesser nennt man ein Instrument zur Bestimmungdes Maßes bewegender Kräfte und in specieller Anwendung der menschlichen und thierischenMuskelkräfte. Der nach verschiedenen früher« Versuchen von Regnier im I. l807 der me-dicinischen Facultät zu Paris vorgelegte und von ihr als vollkommen zweckmäßig erkannteDynamometer wurde in neuerer Zeit von Muncke mit einigen Verbesserungen versehen.
Dynast, seiner griech. Ableitung zufolge eigentlich ein Mächtiger, hieß bei den Alteninsbesondere ein mit Herrschergewalt Begabter, der aber nicht bedeutend genug war, umden Königstitel erhalten zu können. Der davon hergeleitcte Ausdruck Dynastie bedeuteteigentlich eine Herrschaft, dann aber vorzugsweise eine Herrscherfamilie, eine Reihe vonHerrschern aus einem und demselben Geschlechte. Die Dynasten des Mittelalters,in dem Sinne als Freiherren (über, ckomini, liberi barones), deren Vorzug aber nicht noch-wendig auf der Freiheit ihrer Besitzungen vom Lehnsnexus sondern vielmehr auf der Frei-heit des persönlichen Standes beruhte, mögen zwar genealogisch ihren Ursprung in denHäuptlingschaften der alten Germanen suchen, ihre staatsrechtliche Bedeutung aber erhiel-ten sie erst seit dem l l. Zahrh. bei Verfall der Gauverfassung, durch die Bildung eigenerrcichsfreier Territorien oder Grafschaften im neuern publicistischen Anne, welche aus ein-zelnen Stücken der alten Grafschaften und aus einzelnen Herrschaften bestanden. Der In-begriff solcher Grafen und Herren bildete, im Gegensatz zu denjenigen Grafen, welche einewirkliche in ihrer Familie erblich gewordene Gaugrafschaft als ursprüngliches Neichsamtregierten, den seit dem 12. Jahrh. sogenannten Landgrafen, einen Dynastenstand oder denStand der alten Freiherren. Diese gehörten als Semperfreie (viri egi-egi»« libertatis) demfürstenmäßigen hohen Adel, die Mittelfreien, blos Ritterbürtigen, dagegen dem niedernAdel an, und die ursprüngliche Bedeutung der Freiherrlichkeit blieb bis ins > 5. Jahrh. inKraft. Seitdem aber das Prädicat Herr, Freiherr und selbst Graf an Personen des niedernAdels, welche weder Landeshoheit noch Reichsstandschaft besaßen, als bloßer Titel vergebenwurde, nahmen die alten Dynasten sämmtlich den ihnen gebührenden gräflichen Titel wiederan, und es fiel sonach die bis dahin zwischen den hochadeligen Fürsten und Grafen einerseitsund dem niedern Adel andererseits bestandene Mittelstufe der Herren oder Dynasten weg.
Dyskräste, eigentlich eine üble, fehlerhafte Mischung, bezeichnet sowol eine eigen-thümliche selbständige Krankheit, als auch den verderbten Übeln Zustand der Säfte desmenschlichen Körpers, wie er durch Krankheiten, z. B. Syphilis, Skorbut, Gicht u. s. w.,oder durch fehlerhafte Diät herbeigeführt wird. Dasselbe wird durch das Wort Kakochymieausgedrückt. Ein sehr verwandter Begriff ist der des Wortes Kachexie (s. d.).
DyvKe, d. h. Täubchen, von den lat. Chronikenschreibcrn Columbula genannt, geb.1488 zu Amsterdam, die Tochter der Sigbrrt Wylnis, ist bekannt durch ihr Liebesverhält-niß zu dem dän. Könige Christian II. und in Werken der Dichtkunst viel gefeiert worden.Christian lernte sie in Bergen I5V7 kennen, wo sich ihre Mutter als Schenkwirthin nieder-gelassen hatte; sie ergab sich ihm und folgte ihm nach Opslo und nach seiner Thronbestei-gung im 1.1513 auch nach Kopenhagen, wo der König, trotz seiner Vermählung mit Jsa-Hella, der Schwester Kaiser Karl's V., sein Verhältniß mit ihr fortsetzte und ihrer ränkesüch-tigen Mutter einen unbegrenzten Einfluß auf die innern Angelegenheiten des Landes ge-stattete. Obgleich nun die D. selbst sich von jeder Einmischung in die Regierungsangelegen-heiten gänzlich fern hielt, so wurde sie doch von der Adelspartei gehaßt und als geheimeGrundursache alles Übels hetrachtet, sodaß die Vermuthung, der plötzliche Tod der D. im1.1516 sei durch Gift erfolgt, welches ihr der Adel, namentlich die stolzen Verwandten desum die Liebe der D. werbenden Schloßhauptmanns Torben Oxe, in vergifteten Kirschen