Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
547
Einzelbild herunterladen
 

Dyadik Dyk 547

zwar zu allen Jahreszeiten, obwol vom Nov. bis zum März starker Frost den Strom mitEis bedeckt. Die Schiffbarkeit der D. beginnt bereits an der Quelle Suchona.

Dyadik oder DyadischeS System nennt man das einfachste aller Zahlensysteme,in welchem schon zwei Einheiten einer Classe eine Einheit der nächstfolgenden Elaste bilden.Es gehören dazu nur zwei Ziffern, l und 0, während man zu dem dekadischen Systemezehn Ziffern nöthig hat. Die l bedeutet in der Dyadik auf der ersten Stelle von der rechtenzur linken Hand eins, auf der zweiten aber zwei; die 0 dient blos zur Bezeichnung der Stelle,welche die t einnimmt; auf der dritten Stelle bedeutet die l vier, auf der vierten achtu. s. w., wie dies aus folgender Zusammenstellung hervorgeht:

Dekadisch: l, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, S, 10, 20.

Dyadisch: 1,10, II, 100, lOI, 110, III, 1000, 1001, 1010, 10I00,u.s. w.Um eine gegebene dekadische Zahl dyadisch auszudrücken, muß man jene, hierauf den Quotien-ten und so alle folgende Quotienten durch 2 dividiren und die Reste dieser Divisionen, mitEinschluß der 0, wo die Division aufgeht, von dem letzten angefangen, von der Linken nachder Rechten nebeneinanderstellen. So gibt z. B. die dekadische Zahl 45 die Reste dieser Divi-sionen 1,0,1, I, 0, l, also ist 45 gleich 101101. Da größere Zahlen nach dem dyadischenSysteme sich nur durch viele Ziffern ausdrücken lassen, so ist dasselbe für den Gebrauch nichtgeeignet. Des dyadischen Systems gedenkt zuerst Joh. Caramuel, Bischof von Campagnaund Satriano in Neapel, in seinerülatbesis biceps" (Campagna 1670). Leibnitz scheintes 1697 selbständig für sich gefunden zu haben. In der Hoffnung, dadurch den chines. Kai-ser zur christlichen Religion zu bekehren, machte er dem Jesuiten Grimaldi in China seineEntdeckung bekannt; allein ein anderer dort lebender Jesuit, Bouvet, wollte gefunden haben,daß die Chinesen dieses Zahlensystem schon vor mehr als 4000 Jahren gekannt hätten, unddaß die Erfindung desselben dem Kaiser Fohi, dem Gründer des Reichs und der chines. Ge-lehrsamkeit, zugeschrieben werde.

Dyer (John), ein engl, didaktischer Dichter, geb. 1700 in Wales, studirte anfangs,wendete sich aber dann zur Kunst. Ohne etwas Ausgezeichnetes zu leisten, durchzog er umdes Erwerbs willen als Maler das Land, wobei er indeß die Natur mit künstlerischem Augebeobachtete. Ein beschreibendes Gedicht,Krongsr Kill" (1717), das Denham's6ooper'sIiill" durch Einfachheit der Darstellung, Wärme des Gefühls und reizende Naturschilderungübertrifft, machte ihn zuerst als Dichter bekannt. Später machte er eine Reise nach Italien;kränklich zurückkehrend widmete er sich nun dem geistlichen Stande und erhielt nach und nachmehre Pfründen. Sein didaktisches Gedicht über die Wolle und ihre technische Anwendung,,,1'ke üsece" (1754), behandelt den widerstrebenden Stoff mit Glück, aber der anspruch-lose Ton der Dichtung machte aufseine Zeitgenossen, welche blendenden Schimmer verlangten,keinen Eindruck. Auch sein Gedicht ,,1'ke rums ot Lome" (1740) ist reich an einzelnenSchönheiten. Er starb >758. Seine kleinern Gedichte erschienen zu London 1752 und17 57 und bilden den 53. Theil von Johnson's Dichtersammlung. Seine?oems" erschie-nen 1761 zu London.

Dyk (Anton van), ein niederländ. Meister und der berühmteste aller Portraitmaler,wurde zu Antwerpen 1599 geboren. Sein Vater war ein geschickter Glasmaler, und seineMutter berühmt als Stickerin von Landschaften und Figuren. Heinrich van Balen wurdesein erster Lehrer; durch ihn, der lange inJtalien studirt hatte und gute Zeichnung mit blühen-dem Colorit verband, erhielt D. gleich anfangs eine treffliche Methode. Bald übertraf er alleseine Mitschüler; hierauf nahm ihn Rubens in seine Schule auf und übertrug ihm die Aus-führung mehrer großen Zeichnungen, zu denen er ihm nur flüchtige Entwürfe gab. EineAmazonenschlacht und die Cartons für die Tapeten, welche die Geschichte des DeciuS Musdarstcllten, erwarben ihm das volle Vertrauen und die Achtung des Meisters. Eigene Nei-gung sowol als die Eifersucht des Rubens bestimmten ihn indeß, sich fast ausschließend derPortraitmalcrei zu widmen. Viele haben behauptet, Rubens habe, um den mit ihm wettei-fernden Schüler zu entfernen, denselben zurReise nach Italien veranlaßt; allein größern An-,theil hatte hierbei wol die sorgsame Liebe des Lehrers für den vielversprechenden Jüngling.Ehe D. die Reise antrat, malte er noch drei Gemälde: ein Lcce Komo, einen Christus am

35 *