546 Dwernicki Dwina
Dwernicki (Jos.), poln. General, wurde am 14. Mär; 1778 zu Warschau geboren.Seine Altern besaßen mehre Güter in Podolien und Galizien. Nachdem er bereits in der poln.Legion für Frankreich gefochten hatte, nahm er 1809, mit einer aus eigenen Mitteln ausge-rüsteten Schar freiwilliger Reiter an dem siegreichen Feldzuge Poniatow,ki's in Ostgalizienam Dniester Theil und wurde darauf zum Escadronschef ernannt und mit seinen freiwilli-.gen Podoliern dem 15. Ulanenregimente zugetheilt, mit dem er 1812 nach Rußland ging.Nach der Schlacht bei Mir kam er zum Corps Dombrowski's, welcher den kleinen Krieg beiMohilew und Bobruisk führte. Als Parteigänger wurde er schon in diesem Feldzuge durchseine raschen Unternehmungen den Russen ein furchtbarer Feind. Nach dem Rückzuge überdie Bereszina kam er nach Warschau zurück und wurde Major und Commandeur des neuorga-nisirten 15. Ulanenregiments. In Dombrowski's Division wohnte er den Gefechten beiKalisch und Posen bei. Nach den Schlachten bei Leipzig und Hanau ward er Offizier derEhrenlegion und 1814 bei Paris, nachdem er den bedeutendsten Antheil an den letzten Tha-ten der poln. Reiterei genommen, Oberst. Nachdem D. in sein Vaterland zurückgekehrtwar, erhielt er das Commando des zweiten Ulanenregiments, daß er auf eine hohe Stufeder Vollkommenheit brachte, und wurde als der älteste Oberst bei der Krönung des KaisersNikolaus zum Brigadegeneral ernannt. Nach dem Ausbruche der Revolution im I. 18.70wurde ihm die Organisation der dritten Division der Cavalerie übertragen, die er mit dergewohnten Schnelligkeit betrieb, sodaß cr bereits am 0. Febr. 1831 mit zehn Escadrons,drei Bataillonen Infanterie und einer leichten Batterie den kleinen Krieg zur Deckung War-schaus auf dem rechten Flügel gegen die Russen unter Geismar und Creutz beginnen konnte.Am 14. Febr. traf er bei Stoczek auf dem rechten Weichsclufer mit dem General Geismarzusammen und erfocht hier, trotz der Übermacht der Russen, den ersten Sieg über dieselben.Noch auf dem Schlachtfelde erhielt er den Befehl des Generalissimus, den bei Pulawy überdie Weichsel gegangenen General Creutz schleunigst anzugrcifen. D. ging sofort über dasnoch schwache Eis der Weichsel zurück, vereinigte sich mit den zusammengerafften neuenTruppen des Generals Sierawski, fand die Avantgarde der Russen unter dem FürstenAdam von Würtemberg bei Nowawicz, schlug sie am 19. Febr. und zwang den GeneralCreutz, über die Weichsel zurückzugehen. Nach der Schlacht von Grochow wurde er nachVolhynien gesandt, um dort den Aufstand zu organisiren. Da er aber daselbst eine sehr kalteAufnahme fand, so zog er sich längs der galizischen Grenze hin, um nach Podolien zu kom-men, wo er auf kräftigere Ünterstützung hoffte. Er nahm eine feste Stellung bei Boremelgegen das Rüdiger'sche Corps, gewann auch am 19. Apr. einige Vortheile, mußte abernachher der Übermacht weichen, bewerkstelligte jedoch seinen Übergang über den Styr. Aufden Aufstand in Podolien im Rücken der Russen hoffend, nahm er bei Mokalowka an dergalizischen Grenze eine unangreifbare Stellung, wurde aber hier von Rüdiger mit bedeu-tenden Streitkräften so eingeschlossen, daß nur der Rückzug nach Galizien ihm offen blieb.Da er seine Vernichtung vor Augen sah, und in der Hoffnung, daß man ihn aus Ostreichmit den Seinen nach Polen wieder entlassen werde, trat er den 27. Apr. nach Galizien über.Hier wurde sein Corps entwaffnet und mußte kriegSgefangen nach Ungarn ziehen. Er selbstlebte in Laibach, bis er 1832 nach Frankreich ging.
Dwina, d. h. die Doppelte, der größte, schiffbare Fluß im nördlichen europ. Ruß-land und im nördlichen Europa überhaupt, entsteht aus der Vereinigung der Suchona unddes Jug bei Ustjug Weliki, die beide den morastigen Waldungen auf dem Rücken des Uwallientströmen. Nachdem sich die Wytschegda mit der D. verbunden hat, durchströmt die letzteredas nördliche Tiefland. Schon 12 Meilen vor ihrer Mündung hat sie eine Breite bis zueiner halben Meile und so weit aufwärts steigt auch die Flut. Bei Archangel wird sie eineMeile breit und erweitert sich zu einem inselreichen, 5 Meilen breiten Lima«, der einen bedeu-tenden Busen des Weißen Meers bildet. In vier Hauptmündungsarmen ergießt sie sich indas Meer; unter diesen ist der östlichste, der tiefste und schiffbarste, allein durch eine Barregeschlossen, über welche Kriegsschiffe nur mittels der Flut gelangen können. Der Lauf der D.beträgt 160 M. und ihr Stromgebiet 6000 OM. Der Wasserreichthum derselben ist wegender morastigen, waldreichen Umgebung ihrer Quell- und Nebenflüsse ungemein groß und