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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
539
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Dürrenberg Durst 539

!5. Oct. 1772 zu Pont-ä-Mousson aus einer altadeligen Familie, wanderte beim Aus-bruche der Revolution als Artillcricschüler zu Chalons aus, kehrte aber bald zurück und ent-ging nur mit Mühe dem Schafot. Im I. 1796 kam er als Adjutant des Generals Lespi-naffc zur ital. Armee, wo ihn Bonaparte durch seine Talente und liebenswürdiges Betragenlicbgewann und ihn beim Übergange über den Jsonzo (in Friaul) am 19. März 1797 zumBataillonschef beförderte. An seinen Gönner gekettet, machte er hierauf den Feldzug nachÄgypten mit und zeichnete sich besonders in dem Treffen bei Salehieh und im Sturme aufJaffa aus. Zum Brigadechcf ernannt, kehrte er mit Bonaparte nach Frankreich zurück, woer am 18. Brumaire beim Sturze des Tirectoriums sehr thätig war. Der erste Consulsandte D. nach der Katastrophe mit diplomatischen Aufträgen nach Berlin, und währendder Friedcnsunterhandlungen von Amiens erhielt er eine Sendung an die Höfe von Peters-burg, Stockholm und Kopenhagen, wo er überall mit Glück das Interesse der franz. Politikzu wahren wußte. Nach seiner Rückkunft ward er Divisionsgeneral und bei der Thronbe-steigung Napoleon's Großmarschall. In dieser Nähe und als Liebling des Kaisers übte er>.mf die Entschließungen desselben fortwährend einen großen, vortheilhaftcn Einfluß, mäßigtedie Zornausbrüche desselben undmachte in den schwierigsten Verhältnissen den rechtschaffenenVermittler. Während des Vordringens der franz. Armee nach Wien erhielt er eine frucht-.ose Sendung »ach Berlin. Er langte kurz vor der Schlacht bei Austerlitz im kaiserlichenHauptquartier an und übernahm dann das Commando der Division Oudinot's. Im I.1896 nach der Schlacht bei Jena Unterzeichnete er den Frieden mit Sachsen, und 1897 nachbcr Schlacht bei Friedland vermittelte er den Waffenstillstand, worauf er vom Kaiser zumHerzoge von Friaul erhoben wurde. In der Schlacht bei Aspern commandirte er mit gro-ßem Erfolge die Reserveartillcrie auf der Insel Lobau. Aus Rußland eilte er 1812 mit demKaiser nach Frankreich und leitete dort die Reorganisation der Garden. Auf der Höhe beiMarkersdorf in der Obcrlausitz fand er am Abende des Tags nach der Schlacht bei Bautzen,ganz in der Nähe des Kaisers, am 22. Mai 1813 seinen Tod durch eine Kanonenkugel, dieauch den General Kirchner tödtlich traf. Napoleon betrauerte ihn als seinen unersetzlichenFreund und setzte seiner Tochter noch auf Helena ein bedeutendes Vermächtniß aus.

Dürrenberg heißt der berühmte Salzberg im ehemaligen Herzogkhume Salzburg, jetztim Kreise Obcrbaicrn, eine Stunde von Hallein, in der Nähe von Bcrchtcsgaden (s. d.),und cs ist das dasigc Salzwerk schon seit l 123 im Gange. Ein anderes Salzwerk Dür-renberg an der Saale im preuß. Hcrzogthume Sachsen, drei Stunden von Merseburg,wurde unter der sächs. Regierung seit 17 63 gangbar. Von hier und Kösen bezieht Sachsenseit der Theilung des Landes zufolge einer Convention von 1819, die mehrmals erneuertworden ist, bis jetzt seinen Bedarf an Salz.

Durst. Durch die Lebcnsprocesse im thicrischen Körper wird unaufhörlich eine MengeFeuchtigkeiten verbraucht, deren Ersah zur Erhaltung des Lebens unbedingt nöthig ist, daherdas Verlangen, sie durch Trinken zu ersetzen. Eine krankhafte Steigerung des Durstes findetstatt bei Zuständen, in denen die Gefäßthätigkeit, die Lungen - und Hautausdünftung abnormerhöht ist, also bei Fiebern und Entzündungen, oder welche eine bedeutende Absonderungvon Flüssigkeiten im Körper verursachen, daher bei Wassersüchten, ferner durch einen ört-lichen Reiz aus die Theile, in welchen er sich fühlbar macht, durch gesalzene oder gewürzteSpeisen oder durch ätzende Substanzen, endlich durch bloße Nervenaffectionen. Verminder-ten Durst findet man in einzelnen krankhaften Zuständen; daß man aber Monate und Jahrelang das Trinken entbehren könne, mag bezweifelt werden. Thiere, besonders kaltblütige, er-tragen den Durst weit länger als Menschen; es ist bekannt, wie lange das Kameel in derWüste ohne,Waffcc bestehen kann und wie man lebendige Amphibien an Orten cingeschlos-sen gefunden Hai, wo ihnen durchaus kein Wasser zukvmmen konnte. Auch durch Gewöh-nung kann der Durst vermehrt und vermindert werden. Der ungelöschte Durst tödtet denMenschen schneller als Hunger und endet das Leben unter den furchtbarsten Qualen, die biszum Wahnsinn sich steigern. Kalte Getränke löschen den Durst besser als warme. DasEinsaugungsvermögen der Haut ist stark genug, um das Trinken zu ersehen, daher das Badden Durst stillt und feuchte Witterung ihn vermindert. Bei den Pflanzen spricht sich derDurst durch Erschlaffung aller ihrer Theile aus.