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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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536
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536 Dürer

die St.-Marcuskirche, welches Gemälde Kaiser Rudolf kaufte und nach Prag bringen ließ.Nachher ging er auch nach Bologna. Auf seinen Stil hatte diese ital. Reise keinen Einfluß,obschon erst nach der Rückkehr aus Italien im I. >507 die eigentliche Zeit seiner Meister-schaft beginnt. Sein Ruhm erscholl bald weit und breit; Maximilian I. ernannte ihn zu seinemHofmaler und Karl V. bestätigte ihn in dieser Würde. Noch in den Jahren der vollen Kraftstarb er am ersten Osterfeiertage, den 6.Apr. >528. D. ist unbedenklich einer der größten undherrlichsten Meister der deutschen Kunst, obgleich sein Streben nicht auf das Ideal-Schöneging und, den Zeitverhältnissen gemäß, nicht gehen konnte. (S. Deutsche Kunst.) Be-stimmte und entschiedene Charakteristik lag zunächst in der Absicht seiner künstlerischen Dar-stellungen; ein ungemein klarer Blick für die Formen des Lebens und für die wechselndenErscheinungen desselben machte es ihm möglich, dies Streben auf höchst energische Weisedurchzuführen. Dabei war ihm ein Adel der Gesinnung, ein sittliches Bewußtsein eigen, dasseinen Darstellungen dennoch ein so anziehendes wie würdevolles Gepräge aufdrückt. Wieseine Productionskraft höchst bedeutend, so war seine Phantasie, von tiefsinnigen Ideen be-wegt, stets von den lebendigsten und mannichfaltigsten Anschauungen belebt- Überhaupt istdas Phantastische ein Grundzug seines künstlerischen Charakters, der überall bei ihm durch-klingt und nicht selten die sinnigsten Erzeugnisse zur Folge hat, der aber auch manche Sonder-barkeiten, namentlich in einer zum Manierirten sich neigenden Führung der Gewänder undin einem gewissen Schillcrglanze der Farben, veranlaßt. Mit rastlosem Flcißc hat er eineüberaus große Anzahl, zum Lheil aufs zarteste ausgeführter Werke geliefert. Vorzüglichschöne Gemälde aus der ersten Zeit seiner vollen künstlerischen Kraft, nach seiner Rückkehraus Italien, sieht man in der Galerie zu Wien, und die Darstellung der heil. Dreifaltigkeitmit vielen Heiligen und Seligen (1511) ist vielleicht als das bedeutendste von diesen zu nen-nen. Aber noch ungleich höher stehen einige Arbeiten aus seinen letzten Lebensjahren, die bei-den großen Bilder mit den vier Aposteln, die sogenannten vier Temperamente, in der Pina-kothek zu München (von 1528, gestochen von Ncindel) und das Portrait des HieronymusHolzschuher im Besitz der Holzschuher'schcn Familie zu Nürnberg (ebenfalls von > 526, ge-stochen von Wagner). Doch kann man den Neichthum seines Talents nur nach der großenSumme seiner Handzeichnungen, besonders derer in der Galerie des Erzherzogs Karl zuWien, seiner Holzschnitte und Kupferstiche abmessen. Den Kupferstich behandelte er auf eineüberaus zarte, durchgeführte Weise; auch gilt er als der Erste, der die Ätzkunst eingeführt.Zugleich hat er sich in bildnerischen Ärbeiten versucht, und man besitzt von ihm noch einigevortreffliche Schnitzwerke in Speckstein. Er erfand das Mittel, dieHolzschnitte mit zweierleiFarben zu drucken, und die gläserne Copirscheibe. Auch als denkender praktischer Mathema-tiker war er rühmlich bekannt. Sein WerkUnderweysung der Messung mit dem zirckel unnrichtscheyt, in Linien ebnen unnd ganhen corporen" (Nürnb. 1525, Fol., und öfter) gibt treff-liche Vorschriften über die Perspective, besonders zur Ezltwerfung des Schattens der Körper,wozu er eine eigene sinnreiche Maschine in Vorschlag brachte. Er drang darauf, die ganzeMalerkunst, so weit sie die eigentliche Zeichnung betrifft, auf mathematische Gründe zurück-zuführen. Auch sein WerkVon menschlicher Proportion" (Nürnb. >528, Fol.) enthältvieles Treffliche. Er schrieb in Deutschland das erste Buch vom FestungsbauEtliche under-richt zu Befestigung der Stett, Schloß und Flecken" (Nürnb. >527, Fol.); den Schriftgie-ßern zeigte er, wie man mit Hülfe der Geometrie die Buchstaben, besonders die Versalien,nach bestimmtem Vcrhältniß anfertigen müsse. Zu seinen vorzüglichsten Kupferstichen ge-hören die Fortuna, die Melancholie, Adam und Eva im Paradiese, Ritter, Tod und Teufel,die Mäßigung, der heil. Hubertus, der heil. Hieronymus und die kleine Passion in > 6 Blättern;unter den Holzschnitten, welche ihm bcigelcgt werden, heben wir als die vorzüglichsten hervordie große Paftlon, mit dem Titel >3 Blätter (1510, Fol.), die kleine Passion, mit dem Titel37 Blätterst 51 >, 3.), die Offenbarung des Johannes, mit dem Titel >5 Blätterst 502), dasLeben der Maria, mit dem Titel 20 Blätter (15 l 0). Doch hat Bartsch mehr als wahrscheinlichgemacht, daß D. nicht selbst in Holz geschnitten habe. Er machte blos Zeichnungen auf dieHolztafeln, die dann von Formschneidern, deren es in jener Zeit viele tüchtige gab, geschnittenwurden. Ein echt deutscher Künstler war er, zugleich ein frommer Mensch. Als Schriftstellerarbeitete er auf Veredlung und Reinigung der deutschen Sprache hin, worin WillibaldPirk