Druckschrift 
4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
533
Einzelbild herunterladen
 

Durchgang 533

' daß sichere Fuhrleute angenommen, die Colli unbeschädigt erhalten und die gesetzlichen For-! men beobachtet werden, so lange sie in seinem Lande bleiben, sowie auch, daß sic, wo es-1 thig ist, an der Grenze einem andern Spediteur zu gleicher Besorgung überliefert werden.Er ist aber auch vortheilhaft für Fuhrleute, Schiffer und selbst für inländische Producenten,insofern er ihnen Gelegenheit verschafft, die Landesproducte bequem und wohlfeil weiter zuschaffen, und in der Fremde dadurch Bekanntschaft mit den Landesproducten zu erhalten,

^ und zu erfahren, welche in andere Länder mit Nutzen verführt oder selbst erzeugt werden können.

! Durchgang heißt in der Musik die Verbindung zweier accordeigncr Töne durch einenoder mehre dazwischenliegende Harmoniefremdtöne. Regelmäßig heißt der Durchgang, wenner auf die leichte, unregelmäßig, wenn er auf eine schwere Taktzeit fällt. Trifft der letzteremit dem Anschlag des Accords zusammen, so erscheint er als Vorhalt (s. d.). Durch-gänge odir Vorüb ergänz e der untern Planeten, des Mercur und der Venus, vor derSonncnscheibe finden statt, wenn diese Planeten zur Zeit, wo sie in gerader Linie zwischender Erde und der Sonne oder in ihrer untern Conjunction stehen, eine sehr geringe Entfer-nung von der Ekliptik oder von einem der Knoten ihrer Bahn haben, in Folge deren man siedann mit Fernrohren vor der Sonnenscheibe als dunkle Flecken, weil sie uns in der unternEonjunction ihre dunkle Seite zukchren, vorüberziehen sieht. Wenn die Bahnen beider Pla-neten mit der Ekliptik zusammensielen, so müßte diese Erscheinung bei allen untern Conjunc-tionen derselben beobachtet werden, also bei Mercur aller 116 Tage, bei der Venus aller NtMonate; da aber ihre Bahnen gegen die Ebene der Ekliptik geneigt sind, so gehen sie zurZeit der untern Conjunction meist über oder unter der Sonne hinweg, nur wenn sie zu^ dieser Zeit einem Knoten ihrer Bahn sehr nahe sind, gehen sie scheinbar durch die Son-ncnscheibe. Beim Mercur können diese Durchgänge nur im Mai und Nov. stattfinden,^ weil die Knoten der Mercursbahn so liegen, daß die Erde im Anfang jedes dieser Monatedurch die Knotenlinie geht; doch sind die Durchgänge im Nov. häufiger als im Mai. DieDurchgänge im laufenden Jahrhundert fanden statt oder werden statt finden in den I. > 802,1815, 1822, 1832, 1835, 18-15, 1848, 1861, 1868, 1878, >881, 1891, 1894;> sie wiederholen sich in Zwischenräumen von 2'/,, 3'/>, 6, 7, 9^, 13 Jahren. Vorhcrge-sagt wurde ein Mercursdurchgang zuerst von Kepler und seiner Berechnung gemäß vonGassendi am 7.Nov. 1631 wirklich beobachtet; zwar soll schon Averrkoes im 13.Jahrh. denMercur in der Sonne gesehen haben, doch ist dies durchaus unmöglich. Seltener, zugleichaber auch ungleich wichtiger sind die Durchgänge der Venus, welche sich in Periodenvon 8, 1N5'/2 und 121^ Jahren ereignen und zwar immer um den 5. Juni und 6. Dec.,weil um diese Zeit die Erde durch die Knotenlinie geht. Seit Chr. Geb. sind etwa 39 Durch-gänge der Venus vorgekommen, darunter aber nur drei beobachtet. Der erste derselben wurde1639 von Jcrem. Horror in England beobachtet; den vorhergehenden von 1631 hatte Kep-ler zwar vorher berechnet, aber durch ein Versehen blieb er ungeachtet der Bemühungen Gas-scndi's unbeobachtet. Seitdem haben nur noch zwei Venusdurchgänge stattgefundcn, nämlich1761 und 1769; im laufenden Jahrhundert sind gleichfalls zwei zu erwarten, im Dec.1874 und 1882, im folgenden findet keiner statt, dann aber im Juni 2994 und 2912§ u.s.w. Edmund Halley (s.d.), der 1677 auf der Insel St.-Helena den Durchgang desMercur beobachtete, war es, der zuerst auf die große Wichtigkeit der Venusdurchgängeaufmerksam machte. Sie geben uns nämlich das sicherste Mittel, die Parallaxe (s.der Sonne genau zu bestimmen, deren Kenntniß für den Astronomen äußerst wichtig ist-Eine einfache Zeichnung ergibt, daß diejenigen Bewohner der Erde, welche den Eintritt derVenus in die Sonnenschcibc zuerst sehen, im Osten, diejenigen aber, welche ihn zuletzt scheu,im Westen desjenigen Beobachters liegen, der eben Mittag hat; füx die erstem geht dieSonne eben unter, für die letztem eben auf. Der westliche Ort sieht aber im Vergleich zumöstlichen den Eintritt soviel später, als Venus Zeit gebraucht, um einen Bogen von etwa7 46 Secunden zu durchlaufen oder vielmehr sich dem Sonnenmittelpunkte um soviel zu

nähern. Da sich nun die Venus der Sonne zur Zeit ihrer untern Conjunction in einerStunde beinahe um 234 Secunden nähert, so wird der westliche Ort den Eintritt beinahe>2 Zcitminutcn später sehen als der östliche, und diese Verspätung ist eine bloße Wirkungder Parallaxe. Da also die Parallaxe in Beziehung auf die Verschiedenheit des Eintritts